Am Arkonaplatz in Berlin-Mitte wurde ein maroder Altbau vollständig abgetragen. Nun entsteht hier ein neues Wohngebäude aus Leichtbeton. Das Projekt steht exemplarisch für den architektonischen Wandel der Rosenthaler Vorstadt, zwischen Stadtgeschichte, Materialinnovation und gemeinschaftlicher Projektentwicklung.

Das ehemals baufällige Vorderhaus wurde vollständig abgerissen. Aktuell finden Tiefbauarbeiten darunter vorbereitende Maßnahmen für die Gründung des geplanten Neubaus statt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Am Arkonaplatz 1a in der Rosenthaler Vorstadt in Mitte wurde in den vergangenen Monaten ein stark sanierungsbedürftiger Altbau aus den 1940er- oder 1950er-Jahren vollständig abgetragen. Das Gebäude war zuletzt mit einem Fassadennetz gesichert, um Passantinnen und Passanten vor herabfallendem Putz zu schützen. Der Zustand der Wohnungen war stark renovierungsbedürftig. Zeitzeugen erinnern sich an Kohleheizungen und Außenklos, selbst bis Ende der 1980er-Jahre.
Nun ist der Abriss abgeschlossen. Auf dem Grundstück soll ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit entstehen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2026 geplant. Die Projektentwicklung liegt bei der SmartHoming GmbH, die Planung und Ausführung übernimmt das Architekturbüro zanderroth.
Neubau am Arkonaplatz entsteht in Ortbeton mit integrierter Wärmedämmung
Das neue Gebäude wird in Ortbetonbauweise mit modernem Leichtbeton errichtet. Dieses Material erfüllt nicht nur eine statische, sondern auch eine dämmende Funktion. Auf zusätzliche Wärmedämmung kann daher verzichtet werden. Zugleich ermöglicht der Baustoff eine lange Lebensdauer und ein ausgeglichenes Raumklima, auch ohne aufwendige technische Lösungen.
Die Gestaltung ist reduziert und klar: Bodentiefe Fenster öffnen die Wohnungen zur Platzseite hin, die Betonfassade bleibt sichtbar. Trotz der Massivität des Materials soll sich der Neubau durch seine dezente Farbigkeit in das Umfeld des baumbestandenen Schmuckplatzes einfügen.
Mietpreisgebundenes Wohnhaus am Arkonaplatz: Drei- bis Vier-Zimmerwohnungen in Mitte
Das Bauvorhaben wird als Baugemeinschaftsprojekt realisiert. Mehrere Gesellschafterinnen und Gesellschafter haben gemeinsam das Grundstück erworben und finanzieren durch den Wohnungskauf den Bau. Laut Berliner Morgenpost wurden im Einvernehmen mit dem Bezirksamt Mitte alle Wohnungen mit einer Mietpreisobergrenze versehen, ein seltener Schritt in einem zunehmend hochpreisigen Segment.
Geplant sind Drei- bis Vier-Zimmerwohnungen mit offenen Wohnküchen, zwei Bädern und barrierefreiem Zugang. Fußbodenheizungen, eine Tiefgarage mit sechs Stellplätzen sowie Abstell- und Fahrradflächen in Erd- und Untergeschoss runden das Konzept ab.
Zwischen Altbaucharme und Neubau: Wohnungen am Arkonaplatz im Wandel der Zeit
Der Arkonaplatz liegt im Schnittpunkt der Bezirke Mitte und Prenzlauer Berg. Er ist umgeben von denkmalgeschützten Altbauten, Parks und regelmäßig stattfindenden Kiezveranstaltungen. Bis in die 1990er-Jahre hinein war das Viertel von Leerstand, Verfall und provisorischen Heizlösungen geprägt. Heute entwickelt es sich zunehmend zu einem beliebten Wohnort mit verkehrsberuhigten Kiezstrukturen, auch durch Projekte wie den geplanten Kiezblock rund um den Platz.
Mit dem Projekt „ARKONA1A“ geht an diesem Standort nun ein weiteres Stück architektonischer Wandel in die nächste Phase, zwischen Geschichte, gestalterischer Klarheit und zeitgemäßem Wohnkomfort, wie das Architekturbüro zanderroth das Projekt beschreibt.
Quellen: zanderroth, Berliner Morgenpost
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4 Kommentare
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Das abgerissene Gebäude war ein ganz normales, durchaus erhaltenswertes Gründerzeitgebäude und demnach nicht „aus den Vierziger- oder Fünfzigerjahren“. Es wurde ziemlich offensichtlich absichtlich der Vergammelung überlassen, um es abreißen zu können und Raum für teure Eigentumswohnungen statt preiswerter Mietwohnungen zu gewinnen.
Dass es ein „Baugemeinschaftsprojekt“ ist, wenn mehrere Investoren Geld beisteuern, halte ich auch für etwas fragwürdig formuliert.
Und das Einhalten einer Mietobergrenze ist beim Vernichten von Wohnraum erstens meines Erachtens vorgeschrieben, zweitens etwas wirkungslos, da ja ausschließlich Eigentumswohnungen verkauft werden.
Das ist dann doch etwas verkürzt dargestellt. Die Frage ist, welchen finanziellen Aufwand die Sanierung eines Gebäudes erfordert. Das Haus war reichlich heruntergekommen. Oft genug ist es preiswerter, ein solches Gebäude abzureißen und was Neues hinzustellen. Und bei Sanierungsarbeiten wird meist übersehen: Auch nach der Sanierung bleibt es ein altes Haus!
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Quellen: zanderroth, Berliner Morgenpost