Hamburgs neue U-Bahn-Linie U5 soll die Arenen im Volkspark künftig deutlich besser erschließen. Mit der geplanten Endhaltestelle „Arenen Volkspark“ entstehen kürzere Wege, mehr Kapazität und ein markantes architektonisches Bauwerk. Der Baustart ist für 2029 vorgesehen.

Die Visualisierung der neuen Haltestelle „Arenen Volkspark“: Vorgesehen ist ein weit sichtbares Hängedach aus Holz, das über den unterirdischen Bahnsteigen schwebt. / © Visualisierung: HOCHBAHN
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Die neue U-Bahn-Linie U5 nimmt in Hamburg Schritt für Schritt Gestalt an. Während die Bauarbeiten im Osten der Stadt bereits laufen, richtet sich der Blick zunehmend auch auf den geplanten Endpunkt im Westen. Dort entsteht mit der Station „Arenen Volkspark“ ein Halt, der besonders auf die Bedürfnisse von Großveranstaltungen ausgelegt ist.
Die Haltestelle wird in fußläufiger Nähe zum Volksparkstadion und zur Barclays Arena errichtet. Der Fußweg von etwa 500 Metern soll den Zugang für Besucher erheblich erleichtern. Von der Hamburger Innenstadt wird die Station in rund 20 Minuten erreichbar sein. Damit entfällt die bisherige Abhängigkeit von Shuttlebussen, die Veranstaltungen bislang begleitet haben.
Zwei Betriebsformen für Alltag und Events: HOCHBAHN will Engpässe vermeiden
Eine Besonderheit der geplanten Station ist ihre doppelte Funktionsweise. Im normalen Betrieb nutzen Fahrgäste einen Mittelbahnsteig mit vier Ausgängen. Bei Veranstaltungen dagegen wird ein zusätzlicher Bahnsteig geöffnet, um die großen Besucherströme zu bewältigen. Insgesamt stehen dann zwölf Treppenanlagen und vier Aufzüge zur Verfügung.
Um Engpässe zu vermeiden, setzt die Hochbahn auf Vereinzelungsanlagen und Zähleinrichtungen an den Eingängen. Auch ein Stützpunkt der Hochbahn-Wache ist vorgesehen. Das Konzept lehnt sich an Erfahrungen aus Wien an, wo die dortige U-Bahn-Station Stadion ähnlich funktioniert.
Flexibler Betrieb durch Kehranlage: So können bis zu 18.000 Menschen innerhalb von 30 Minuten in die Hamburger Innenstadt
Damit die U5 in Spitzenzeiten genügend Fahrgäste transportieren kann, wird neben der Station eine Kehr- und Abstellanlage gebaut. Sie ermöglicht es, zusätzliche Züge einzusetzen und den Takt bei Bedarf auf 90 Sekunden zu verdichten. So könnten in einer halben Stunde bis zu 18.000 Menschen Richtung Innenstadt befördert werden.
Im Alltag soll die Haltestelle nicht nur für Veranstaltungsbesucher Bedeutung haben. Sie bindet auch das Gewerbegebiet Schnackenburgallee sowie Wohngebiete in Stellingen besser an das Schnellbahnnetz an. Verkehrssenator Anjes Tjarks betonte, dass die Station sowohl für den alltäglichen Pendelverkehr als auch für Großereignisse von zentraler Bedeutung sei.
Umgestaltung des Straßenraums: Kleingartenparzellen vom U5-Bau betroffen
Der Bau der Haltestelle bringt Veränderungen im Umfeld mit sich. Der Hellgrundweg wird leicht nach Westen verschwenkt, um Platz für die Station zu schaffen. Von dieser Maßnahme betroffen sind auch Parzellen eines Kleingartenvereins. Laut Hochbahn laufen Gespräche, um Ersatzflächen in der Nähe bereitzustellen.
Am Zugang zur Haltestelle entsteht zudem ein großzügig gestalteter Vorplatz, der eine direkte Verbindung zu den Arenen schaffen soll. Ziel ist es, Besucherströme zu entflechten und einen sicheren Weg ohne Straßenquerung zu ermöglichen.
„Hauchdünnes Dach und ein robustes Fundament“: Architektur setzt Zeichen im Hamburger Westen
Gestalterisch soll die Haltestelle ein markantes Zeichen setzen. Ein europaweiter Wettbewerb brachte den Entwurf des Hamburger Büros blrm Architekt*innen in Kooperation mit AZC Atelier Zündel Cristeria hervor. Vorgesehen ist ein weit sichtbares Hängedach aus Holz, das über den unterirdischen Bahnsteigen schwebt.
Das Dach wird vollständig verglast, soll viel Tageslicht einlassen und zugleich als Photovoltaikanlage Energie erzeugen. Architekt Jannes Wurps erklärte, die Grundidee sei ein robustes Fundament, das ein leichtes Dach trägt, das wie ein hölzernes Festzelt wirke. Damit wolle man Identität schaffen und die Vorfreude auf Veranstaltungen bereits beim Ankommen spürbar machen.
U5-Ausbau in Hamburg mit 22 neuen Haltestellen: Ein Projekt mit großer Reichweite
Die neue U5 wird nach Fertigstellung auf rund 25 Kilometern Länge von Bramfeld über die Innenstadt bis in den Westen führen. Insgesamt entstehen 22 neue Haltestellen, sieben davon mit Umsteigemöglichkeiten zu bestehenden U- und S-Bahn-Linien. Nach Berechnungen der Hochbahn sollen täglich bis zu 315.000 Menschen die Linie nutzen.
Für den westlichen Endpunkt „Arenen Volkspark“ markiert der Entwurf einen wichtigen Meilenstein. Ab 2029 soll hier gebaut werden. Die Fertigstellung ist offen, doch die Pläne zeigen: Hamburg erhält nicht nur eine neue Schnellbahnanbindung, sondern auch ein architektonisch prägnantes Bauwerk, das Sport und Kultur im Westen der Stadt dauerhaft näher zusammenbringt.
Quellen: HOCHBAHN, Hamburger Abendblatt
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