In Frankfurt am Main steigen die Mieten für Wohn- und Gewerbeflächen weiter, trotz Krisen, Homeoffice-Trends und einer stagnierenden Neubauentwicklung. Während Wohnungen für viele Haushalte immer unerschwinglicher werden, ziehen vor allem Premium-Büroflächen im Bankenviertel rekordverdächtige Mietpreise an.

Foto Skyline Europaviertel Frankfurt Hochhäuser

Frankfurt steht vor der schwierigen Frage, wie bezahlbares Wohnen und wettbewerbsfähige Bürostandorte künftig gesichert werden können. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto Titelbild: © Wikimedia Commons /dontworry (CC BY SA 3.0)

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Frankfurt am Main zählt seit Jahren zu den teuersten Immobilienmärkten Deutschlands. Sowohl auf dem Wohnungsmarkt als auch bei Büroflächen ziehen die Mieten weiter an, trotz konjunktureller Unsicherheiten, veränderter Arbeitsmodelle und einer insgesamt angespannten Baukonjunktur. Die Entwicklung stellt Haushalte, Unternehmen und Stadtpolitik gleichermaßen vor Herausforderungen.

Hart umkämpfter Wohnungsmarkt in Frankfurt: Die Mieten steigen weiter

Die Angebotsmieten für Wohnungen in Frankfurt haben zuletzt erneut deutlich zugelegt. Besonders stark betroffen sind Neubauwohnungen, deren Quadratmeterpreise inzwischen ein Niveau erreicht haben, das für viele Haushalte kaum noch tragbar ist. Aber auch Bestandswohnungen werden kontinuierlich teurer, selbst in Stadtteilen, die lange als vergleichsweise moderat galten, wie zuletzt die Frankfurter Rundschau berichtete.

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Die steigenden Wohnkosten treffen vor allem Haushalte mit mittleren und niedrigeren Einkommen. Während die Einkommen vieler Menschen nicht im gleichen Tempo wachsen, nimmt der Anteil des verfügbaren Einkommens, der für Miete aufgewendet werden muss, weiter zu. Für viele bedeutet das Verdrängung aus zentralen Lagen oder den Umzug ins Umland, mit entsprechenden Folgen für Pendelverkehr und soziale Durchmischung.

Wohnen in Frankfurt: Knappes Angebot und hohe Nachfrage als Preistreiber

Ursächlich für die Entwicklung ist vor allem das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Frankfurts Bevölkerung wächst seit Jahren, zugleich kommt der Neubau von Wohnungen nur schleppend voran. Steigende Baukosten, hohe Grundstückspreise und komplexe Genehmigungsverfahren bremsen die Schaffung neuen Wohnraums.

Hinzu kommt, dass der Erwerb von Wohneigentum für viele Menschen kaum noch erreichbar ist. Hohe Kaufpreise und gestiegene Finanzierungskosten führen dazu, dass immer mehr Haushalte auf dem Mietmarkt verbleiben, was den Druck zusätzlich erhöht. Der Mietmarkt fungiert damit zunehmend als Auffangbecken für jene, die eigentlich kaufen wollten.

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Büroimmobilien: Spitzenmieten im Frankfurter Bankenviertel

Parallel zum angespannten Wohnungsmarkt zeigt sich auch bei Gewerbeimmobilien eine differenzierte Entwicklung. Während in peripheren Lagen teilweise Leerstände zu beobachten sind, steigen die Mieten für hochwertige Büroflächen in zentralen Lagen weiter an. Besonders im Frankfurter Bankenviertel werden laut Handelsblatt für moderne, ESG-konforme Flächen neue Rekordwerte erzielt.

Internationale Finanzinstitute, Kanzleien und Beratungsunternehmen konkurrieren dort um erstklassige Adressen. Hochwertige Architektur, flexible Grundrisse und attraktive Arbeitsumgebungen gelten als entscheidende Faktoren im Wettbewerb um Fachkräfte. Der Trend zum Homeoffice hat die Nachfrage nach Büroflächen also nicht aufgehoben, sondern vielmehr qualitativ verschoben. Ein Trend, der sich auch in anderen deutschen Großstädten zeigt.

Gewerbeflächen: Ungleichgewichte auf dem Frankfurter Immobilienmarkt

Die parallele Existenz steigender Spitzenmieten und steigender Leerstände in weniger gefragten Lagen verdeutlicht strukturelle Ungleichgewichte im Frankfurter Immobilienmarkt. Während Premiumlagen profitieren, geraten ältere Gebäude und Randstandorte zunehmend unter Anpassungsdruck.

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Für die Stadtentwicklung wirft dies grundlegende Fragen auf: Wie kann einerseits bezahlbarer Wohnraum schneller geschaffen werden? Welche Rolle sollen andererseits Büroflächen künftig im urbanen Gefüge spielen? Und wie lässt sich verhindern, dass Frankfurt langfristig zu einer Stadt wird, in der Wohnen und Arbeiten nur noch für bestimmte Einkommensgruppen möglich ist? Die Antwort darauf wird maßgeblich darüber entscheiden, wie sozial ausgewogen und wirtschaftlich leistungsfähig die Stadt in den kommenden Jahren bleibt.

 

Quellen: Frankfurter Rundschau, Handelsblatt

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