In Berlin-Mitte sind die neuen Straßenschilder bereits montiert: Aus der Mohrenstraße wurde offiziell die Anton-Wilhelm-Amo-Straße. Mit der Umbenennung endet ein jahrelanger Streit, doch die gesellschaftliche Debatte bleibt bestehen. Erste Schilder wurden enthüllt, andere folgen noch, ein sichtbares Zeichen für einen Wandel im Stadtbild.

Die neuen Schilder mit der Aufschrift „Anton-Wilhelm-Amo-Straße“ sind inzwischen überall an der Station und den Straßenecken angebracht. Unterhalb des neuen Namens ist der alte Straßenname „Mohrenstraße“ nur noch in kleiner Schrift sichtbar, um die Orientierung vor Ort zu erleichtern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Seit dem 23. August 2025 trägt die Mohrenstraße in Berlin-Mitte den neuen Namen Anton-Wilhelm-Amo-Straße. Am Internationalen Tag zur Erinnerung an den Sklavenhandel wurde die offizielle Einweihung gefeiert. Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger enthüllte die ersten neuen Straßenschilder im Rahmen eines Festakts, begleitet von einem Straßenfest am Hausvogteiplatz.
Im Stadtbild sind die neuen Schilder bereits sichtbar. Zur besseren Orientierung bleiben die alten Tafeln mit der Aufschrift „Mohrenstraße“ für ein halbes Jahr unterhalb montiert, allerdings durchgestrichen. So soll eine Übergangszeit gewährleistet werden, in der Anwohnende sowie Besucherinnen und Besucher den Wechsel nachvollziehen können.
Rechtliche Auseinandersetzungen und Vorwürfe mangelnder Bürgerbeteiligung bei der Umbenennung in Mitte
Der Weg zur Umbenennung war von juristischen Verfahren begleitet. Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner klagten gegen den Beschluss des Bezirks Mitte, konnten sich jedoch nicht durchsetzen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies die letzte Berufung ab und bestätigte damit die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Damit ist die Umbenennung rechtlich endgültig abgesichert.
Kritikerinnen und Kritiker warfen dem Bezirk vor, die betroffenen Anwohnenden nicht ausreichend einbezogen zu haben. Vertreter der CDU äußerten zudem Bedenken, die Entscheidung sei eher ein politisches Zugeständnis an bestimmte Gruppen als ein breit getragenes Votum.
Berlin-Mitte: Anton-Wilhelm-Amo-Straße als Signal für Anerkennung und Vielfalt
Die neue Anton-Wilhelm-Amo-Straße erinnert an den Philosophen Anton Wilhelm Amo, der im 18. Jahrhundert als erster schwarzer Hochschullehrer in Deutschland tätig war. Für viele Befürworterinnen und Befürworter ist die Umbenennung ein wichtiges Zeichen für Respekt und Anerkennung. Grünen-Politikerin Tuba Bozkurt erklärte laut Spiegel, die Entscheidung sende ein klares Signal für Vielfalt und Gleichberechtigung.
Die Grünen betonten die erinnerungspolitische Bedeutung und sahen die Umbenennung als überfällige Korrektur. Vertreterinnen und Vertreter der CDU hingegen kritisierten den Ablauf und sprachen von mangelnder Bürgerbeteiligung. Damit spiegelt die Debatte um den Straßennamen auch die politischen Frontlinien in der Hauptstadt wider.
Zwischen Erinnerungskultur und Kritik: Kontroverse um Straßennamen in Mitte
Die Auseinandersetzung um die Mohrenstraße steht stellvertretend für die Herausforderungen im Umgang mit kolonial belasteten Straßennamen. Straßenschilder sind nicht nur Orientierungspunkte, sondern auch Spiegel gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Der Wechsel zur Anton-Wilhelm-Amo-Straße macht diese Debatte nun im Stadtraum sichtbar.
Obwohl die offizielle Einweihung den formellen Abschluss markiert, ist die gesellschaftliche Diskussion damit nicht beendet. Zwischen Forderungen nach weiterer Dekolonisierung und Kritik an den Verfahren prallen unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Die Anton-Wilhelm-Amo-Straße bleibt so Symbol für den Wandel in Berlin-Mitte und für die Komplexität historischer Aufarbeitung.
Quellen: Bezirksamt Mitte, Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, taz
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3 Kommentare
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Über 300 Jahre stand die Mohrenstraße für Anerkennung und Vielfalt. Alles ausgelöscht für einen der neuen, viel zu langen Straßennamen. Die Mode kam ja damals irgendwie in Ostberlin auf. Nicht, daß man Herrn Amo nicht ehren sollte, aber man hätte eine andere Straße nehmen und „Amostraße“ nennen können.
Gut dass wir diese ernsthafte und wichtige Angelegenheit endlich gelöst haben, die Obdachlosen, die Wohnungssuchenden, die verarmten Rentner, die gebeutelten Arbeitnehmer, die überlasteten Lehrer, sämtliche Abgehängten und Politikverdrossenen sind nun zufrieden, ihr wichtigstes Problem wurde gelöst. Ja sogar die geflüchteten Afrikaner die am Görlitzer Park ihre Drogen verkaufen sind nun happy dass man ihre Gebete erhört hat und eine Straße, von der sie noch nie etwas gehört haben, nach einer Person, von der sie wahrscheinlich ebenfalls noch nie etwas gehört haben, benannt wurde. Sehr gut, Symbolpolitik für Minderheiten ist die Lösung, nur so verdrängen wir die AFD und die Demokratie kann wieder einmal mehr triumphieren, nun geht es endlich wieder voran mit Berlin, mit Deutschland, ja gar der ganzen europäischen Union!
… “ Signal für Vielfalt und Gleichberechtigung „… was für ein linkes Scheißgelaber…. was für die Linken Vielfalt und Gleichberechtigung bedeutet..nämlich, daß alle Menschen auf dieser Erde- unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Kultur, Religion usw,usw -das Recht haben, diskriminierungsfreien Zugriff auf die Segnungen des deutschen Sozialstaats zu erlangen (das Zauberwort lautet Asyl), das sehe ich als Kampfansage gegen Deutschland an.. Und wie auch nicht? Den Linken ist es noch nie um irgendetwas anderes gegangen, als darum, die Nation, den nationalen Staat, zu zerstören… um auf ihren Trümmern ihren diktatorischen Scheißsozialismus aufzubauen… Dazu braucht und mißbraucht die Linke all die millionenfach eingewanderten Glücksritter: um Deutschland zu zerstören (ethnisch, kulturell und finanziell).
Das sollte einem aufmerksamen Bürger bewußt sein, wenn die Linke von “ Vielfalt “ und „Gleichberechtigung “ flötet… Ein widerliches und verlogenes Pack, das aggressiv und anmaßend und heimatlos und verräterisch unterwegs .. und doch sehr leicht zu durchschauen und zu entlarven ist.