Fast zwei Jahrzehnte beschäftigt das Amtswäldchen die Bezirkspolitik in Köpenick. Nun hat die BVV den Bebauungsplan für das Gelände an der Landjägerstraße beschlossen. Damit ist der Weg für das umstrittene Vorhaben allerdings noch nicht vollständig frei.

Wegweiser und ein bestehender Parkplatz liegen am Rand des Amtswäldchens in der Altstadt Köpenick. Hier soll nach den aktuellen Planungen eine größere Stellplatzanlage entstehen.

Der bestehende Parkplatz grenzt direkt an das Amtswäldchen in der Altstadt Köpenick. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Das Amtswäldchen gehört zu den ungewöhnlich lang laufenden Planungsverfahren in Treptow-Köpenick. Schon 2006 begann die Planung für einen Parkplatz am Rand der Köpenicker Altstadt. Inzwischen geht es um deutlich mehr: Neben Stellplätzen sollen ein Verbrauchermarkt und rund 45 Wohnungen entstehen. Nach mehreren Verschiebungen hat die Bezirksverordnetenversammlung den Bebauungsplan nun beschlossen. Ganz abgeschlossen ist das Verfahren trotzdem nicht.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Adresse: Landjägerstraße 3–5, 12555 Berlin
  • Bebauungsplan: 9-30 VE „Parkplatz Amtswäldchen“
  • Projektstatus: Bebauungsplan von der BVV beschlossen
  • Geplant: Verbrauchermarkt, rund 45 Wohnungen und Stellplatzanlage

Bereits im Dezember 2006 hatte das Bezirksamt ein Bebauungsplanverfahren für einen öffentlichen Parkplatz beziehungsweise ein Parkhaus am Köpenicker Amtswäldchen eingeleitet. Ein Entwurf aus dem Jahr 2007 sah 258 Pkw-Stellplätze und sechs Plätze für Reisebusse vor. Nachdem sich die Entwicklungsabsichten änderten, führte der Bezirk das Verfahren ab 2011 als vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-30 VE weiter.

Eine Schranke versperrt die Zufahrt zu einem Weg am Rand des Amtswäldchens in der Altstadt Köpenick. Dahinter beginnt das dicht bewachsene Waldstück.

Am Rand des Amtswäldchens in der Altstadt Köpenick beginnt das bewaldete Areal, das von den Planungen betroffen ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Das heutige Plangebiet für die Bebauung am Amtswäldchen umfasst die Grundstücke Landjägerstraße 3 und 5, das Flurstück 289 sowie Teile der Grundstücke Landjägerstraße 1 und 7/9. Die jüngste Öffentlichkeitsbeteiligung lief vom 16. Februar bis 17. März 2026. Als Planungsziel nennt der Bezirk einen Verbrauchermarkt für die Nahversorgung mit Wohnungen in den darüberliegenden Geschossen. Hinzu kommen Stellplätze sowie Wege und Erschließungsflächen für die angrenzende Kita und die öffentliche Grünanlage.

Amtswäldchen Köpenick: Warum die Entscheidung im Sommer vertagt wurde

Eigentlich sollte die BVV schon am 2. Juli über den Plan entscheiden. Kurz zuvor verschärfte sich jedoch die Diskussion über die Folgen für Natur und Stadtklima. BUND Berlin und die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz kritisierten vor allem die geplante Rodung von rund 4.000 Quadratmetern Wald für ebenerdige Stellplätze. Die Verbände bemängelten außerdem, dass keine vollständige aktuelle Kartierung von Brutvögeln, Fledermäusen und weiteren Säugetieren vorliege.

Die Entscheidung wurde daraufhin vertagt. Vor der neuen Abstimmung am 17. September demonstrierten Gegner des Projekts am Rathaus Treptow. Eine Petition der Bürgerinitiative „Rettet das Amtswäldchen“ hatte nach Angaben von BUND und BLN zu diesem Zeitpunkt mehr als 4.000 Unterstützer. Und dennoch: Die BVV stimmte schließlich mehrheitlich für den Bebauungsplan; Grüne und Linke votierten dagegen.

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Von der Landjägerbrücke fällt der Blick auf das dicht bewachsene Amtswäldchen in der Altstadt Köpenick, das zwischen Wasser und bestehendem Parkplatz liegt.

Das Amtswäldchen erstreckt sich direkt hinter der Landjägerbrücke in der Altstadt Köpenick. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Artenschutz und Ausgleichsflächen bleiben beim Amtswäldchen offen

Mit dem BVV-Beschluss ist jedoch ein Problem nicht gelöst. Nach einer Prüfung durch Umwelt- und Naturschutzamt reicht die bislang vorgesehene Kompensationsfläche nicht aus. Ursprünglich waren 930 Quadratmeter Ausgleich für den Eingriff vorgesehen. Nach Angaben von Bezirksstadträtin Claudia Leistner fehlen nach heutigem Stand rund 1.100 weitere Quadratmeter.

Wie groß der notwendige Ausgleich am Ende tatsächlich sein muss, lässt sich derzeit noch nicht abschließend bestimmen. Dafür benötigt der Bezirk nach Angaben Leistners ein aktuelles Artenschutzgutachten, das unter anderem die vorhandenen Brutvogelarten erfasst. Dieses Gutachten liegt bislang nicht vor. Leistner warnte in der BVV deshalb vor einer möglichen rechtlichen Angreifbarkeit des Bebauungsplans.

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Köpenicker Amtswäldchen: Bauprojekt ist trotz BVV-Beschluss noch nicht startklar

Der politische Beschluss bedeutet daher noch keinen unmittelbar bevorstehenden Baustart. Die offenen Fragen zu Artenschutz und Ausgleichsmaßnahmen müssen im weiteren Verfahren berücksichtigt werden.

Das Vorhaben trifft zudem auf eine Altstadt, die sich bereits an mehreren Stellen verändert. Rund um Alt-Köpenick laufen umfangreiche Arbeiten an Gleisen, Straßen und Leitungen. Die Großbaustelle in der Köpenicker Altstadt bildet damit den räumlichen Hintergrund für eine weitere Debatte darüber, wie Wohnen, Nahversorgung, Verkehr und Grünflächen im historischen Zentrum künftig zusammenpassen.

Amtswäldchen Köpenick – Bebauungsplan 9-30 VE
Für das Amtswäldchen in Köpenick sieht der Bebauungsplan 9-30 VE einen Verbrauchermarkt, rund 45 Wohnungen und eine Stellplatzanlage vor. Die BVV hat den Bebauungsplan im September 2026 beschlossen.

 

Quellen: Bezirksamt Treptow-Köpenick, Bezirksamt Treptow-Köpenick, BUND Berlin, Tagesspiegel

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2 Kommentare

  1. Marion Eckert 27. September 2026 at 20:25 - Reply

    Wenn man schon baut, warum nicht das Parken unterirdisch planen und begrünte Dachflächen + Solar? Bitte um kurze Antwort per Mail.

  2. Haggett, Petra 28. September 2026 at 10:26 - Reply

    Der Bebauungsplan sieht auch einen Verbrauchermarkt vor – es sind nur 750 m zum nächsten ALDI und weitere 250 m zum REWE im Allende-Viertel.

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