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Im Weidenweg in Berlin-Friedrichshain entsteht unweit der Karl-Marx-Allee derzeit eine neue Grünfläche, die an eine Reihe bereits umgesetzter naturnaher Projekte anknüpft und den Straßenraum zwischen Bersarinplatz und Friedenstraße aufwerten soll.

Am Weidenweg zeigt sich, wie Denkmalschutz, Stadtentwicklung und lokaler Artenschutz gemeinsam einen urbanen Straßenraum neu prägen können. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Am Weidenweg in Berlin-Friedrichshain, zwischen Bersarinplatz und Platz der Vereinten Nationen gelegen, kann man einiges entdecken, was auf den ersten Blick vielleicht nicht offensichtlich ist. Die Straße, die vor wenigen Jahren in eine Fahrradstraße umgewandelt worden ist, bildet eine Verbindungsstraße von der Friedenstraße bis zum Kreisverkehr am Bersarinplatz und wird von Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern gern genutzt.

In der Auerstraße, die in nördlicher Richtung vom Weidenweg abgeht, befindet sich eine denkmalgeschützte Kita, deren Hauptgebäude in den 1950er Jahren errichtet wurde, im Zuge des Neubaus der Karl-Marx-Allee, was sich auch architektonisch vom Gebäude ablesen lässt. Der Komplex wurde vor wenigen Jahren denkmalgerecht saniert und modernisiert.

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Weidenweg in Friedrichshain: Neue Grünfläche auf einem Teil des Gehwegs wird angelegt

Südlich vom Weidenweg liegt der beliebte Biergarten James June, der derzeit ebenfalls denkmalgerecht saniert und umgebaut wird. Der heutige Biergarten, der derzeit eine große Baustelle ist, befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Café Warschau und wird in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz rekonstruiert.

Ziel ist es, die Gartenanlage und das zugehörige Gebäude in den Zustand der 1970er Jahre zurückzuversetzen. Neben der Gartenanlage im Biergarten entsteht aber auch im Weidenweg selbst eine neue Grünfläche, die nach Informationen des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg ab Januar 2026 nutzbar sein soll.

Derzeit finden letzten Bautätigkeiten auf der neuen Grünfläche statt, die neu gepflanzte Bäume, Grünflächen und auch Sitzbänke umfassen soll. Die Fläche wird auf einem Teil des Gehwegs errichtet, der an den Petri-Luisenstadt-Friedhof grenzt, der nördlich des Weidenwegs liegt.

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Noch wird gebaut: Bäume, Grünflächen und neue Sitzbänke entstehen am Weidenweg

Für Fußgängerinnen und Fußgänger soll so eine zusätzliche Erholungsinsel geschaffen werden, zudem wird hier ein Teil des Gehwegs, der an dieser Stelle ungewöhnlich breit ist, entsiegelt, so dass künftig das Regenwasser besser im Boden versickern kann.

Es ist allerdings nicht die erste Umwandlung von Gehwegen, die im Weidenweg in dieser Form umgesetzt werden. Bereits im Februar 2023 haben engagierte Initiativen und Naturschutzorganisationen auf einem direkt an die neue Grünfläche angrenzenden Teilstück gemeinsam rund 1.500 seltene Wildblumen und Gräser aus bedrohten Berliner Arten neu angesiedelt.

Schon 2023 wurden an gleicher Stelle 1.500 seltene Gräser und Wildblumen gepflanzt

Viele dieser Pflanzen konnten zuvor von zur Bebauung vorgesehenen Flächen gerettet werden und fanden nach Angaben des Bezirksamts in unmittelbarer Nähe ein geeignetes Ersatzhabitat. Das Projekt folgt der Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt und setzt ausschließlich auf gebietseigenes Pflanzenmaterial, begleitet von fachlicher Abstimmung und späteren Informationstafeln vor Ort.

Obwohl das Förderprogramm des Bundes inzwischen ausgelaufen ist, wird die Arbeit durch Ehrenamtliche weitergeführt, sodass der Schutz und die Vermehrung dieser wertvollen Arten langfristig gesichert bleibt. Die nun konzipierte, neue Grünfläche setzt diesen Ansatz ganz offenbar fort.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

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3 Kommentare

  1. Haustein 1. Dezember 2025 at 22:49 - Reply

    Hallo
    Mich interessiert es, ob der alte Baum ( mit den großen Samen) der am Rand der Grünfläche stand beseitigt wurden ist.
    Und wenn ja warum ? Er hat uns jedes Jahr zum staunen gebracht und die Kinder waren begeistert von ihm. Schade das alte Sachen / Dinge einfach so verschwinden und es schwer ist Bestand der da ist, zu erhalten. Nun wird wieder etwas neues erbaut und für schön verkauft.

    • Torsten Sodemann 3. Dezember 2025 at 21:16 - Reply

      Ja, wurde er schon vor einiger Zeit gefällt. Der Baum war im inneren verfault.

  2. Die Initiative aus Ehrenamtlichen, durch die die benachbarte Fläche weiterhin gepflegt wird, ist der Arbeitskreis des Projekts Urbanität & Vielfalt (jetzt Teil des Botanischen Vereins von Berlin und Brandenburg). Dieses Projekt wurde bis 2023 u.a. vom Botanischen Garten der Universität Potsdam und vom Späth Arboretum der HU-Berlin koordiniert. Wesentlicher Inhalt ist die Vermehrung lokal gefährdeter Wildpflanzenarten aus dem Lebensraum „Trockenrasen“, die auch auf innerstädtischen Schauflächen wie am Weidenweg wiederausgebracht werden, sofern geeignete ökologische Standortbedingungen gegeben sind.

    Anhand des dunklen, also nährstoffreichen Oberbodens, der hier auf der benachbarten Fläche Verwendung findet, wird deutlich, dass der Bezirk hier ganz offensichtlich einen weniger naturschutzorientierten Ansatz hat. Hoffentlich werden bei der Pflanzenverwendung (Ansaaten, Stauden) die Mindestanforderungen des Botanischen Artenschutzes berücksichtigt.

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