In Köpenicks Altstadt wird ein provisorisches Straßenbahngleis zurückgebaut. Mit der neuen Langen Brücke soll die Zweigleisigkeit dauerhaft zurückkehren.

Zu sehen sind zwei Straßenbahngleise und die Haltestelle Müggelheimer Straße in Köpenick. Das provisorische zweite Gleis soll später zurückgebaut werden.

Die Straßenbahngleise an der Haltestelle Müggelheimer Straße in Köpenick: Das zweite Gleis dient derzeit als Provisorium und soll nach Abschluss der Bauarbeiten in der Altstadt wieder zurückgebaut werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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In der Altstadt Köpenick erneuern BVG und Berliner Wasserbetriebe seit 2025 Gleise, Haltestellen, Straßen und Leitungen. Das Großprojekt dauert inzwischen länger als ursprünglich geplant. Erst im Frühjahr 2028 soll die Straßenbahn wieder regulär durch das Zentrum fahren. Doch ein Teil der neuen Gleisanlage hat schon jetzt ein Ablaufdatum. Sie wird bald rückgebaut, um dann erneut neu gebaut zu werden. 

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Bereich: Müggelheimer Straße zwischen Schlossplatz und dem östlichen Anschlussbereich
  • Projektstatus: Provisorisches zweites Straßenbahngleis in Betrieb
  • Rückbau des provisorischen zweiten Gleises: im Zuge des Abschlusses der aktuellen Baumaßnahme vorgesehen
  • Dauerhafte Zweigleisigkeit: Teil der Planung für die Lange Brücke und die anschließende Müggelheimer Straße 

Betroffen ist das provisorische zweite Straßenbahngleis in der Müggelheimer Straße. Die BVG baute es Ende 2024 ein, damit Straßenbahnen während bestimmter Phasen der Großbaustelle in der Altstadt Köpenick weiterfahren konnten. Nach Abschluss der Arbeiten muss dieses Gleis jedoch wieder verschwinden. Einige Jahre später soll die Zweigleisigkeit an gleicher Stelle dauerhaft zurückkehren – dann im Zusammenhang mit dem Ersatzneubau der Langen Brücke.

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Die Visualisierung zeigt die neue Lange Brücke in Köpenick über der Dahme. Zu sehen sind die geplante Straßenbahntrasse in Mittellage, Fahrbahnen für Autos sowie breite Geh- und Radwege vor der Altstadt Köpenick.

Die Visualisierung zeigt das geplante Aussehen der neuen Langen Brücke in Köpenick mit eigener Trasse für Straßenbahn und Bus sowie breiteren Wegen für Radfahrer und Fußgänger. / © Visualisierung: Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG

Altstadt Köpenick: Zweites Gleis war von Anfang an nur ein Provisorium

Dass das Gleis wieder ausgebaut werden soll, ist keine kurzfristige Planänderung. Bereits in den offiziellen BVG-Unterlagen von 2024 trägt die Anlage ausdrücklich die Bezeichnung „2. Gleis Müggelheimer Straße (Provisorium)“. Die Arbeiten liefen damals vom 28. Oktober bis 22. Dezember 2024, am 23. Dezember ging das zweite Gleis in Betrieb. Sein Zweck war klar begrenzt: Wendenschloß, Krankenhaus Köpenick und Teile der Altstadt sollten während der folgenden Bauphasen möglichst lange per Straßenbahn erreichbar bleiben.

Nach der ursprünglichen Planung sollte die BVG das Provisorium am Ende der Altstadt-Baustelle wieder entfernen und zugleich die verkehrsberuhigten Bereiche herstellen. Der inzwischen auf Frühjahr 2028 verschobene Gesamttermin verändert den zeitlichen Ablauf. An der grundsätzlichen Rolle des zweiten Gleises als Übergangslösung ändert sich jedoch nichts. Die laufenden Arbeiten umfassen insgesamt rund zwei Kilometer Straßenbahninfrastruktur sowie neue barrierefreie Haltestellen.

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Eine BVG-Straßenbahn fährt auf den Gleisen der Müggelheimer Straße in Köpenick, wo die dauerhafte zweigleisige Straßenbahnführung geplant ist.

Eine BVG-Straßenbahn nutzt die Gleisanlagen in der Müggelheimer Straße. Die heutige provisorische Zweigleisigkeit soll zunächst zurückgebaut und mit dem Projekt Lange Brücke später dauerhaft hergestellt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Warum die BVG das neue Straßenbahngleis nicht einfach behalten darf

Bei der Informationsveranstaltung zur Langen Brücke sorgte genau dieser Punkt für Nachfragen. Eine Anwohnerin wollte wissen, warum die gerade geschaffene Zweigleisigkeit nach dem Ende der Bauarbeiten wieder aufgegeben werden müsse, wenn wenige Jahre später ohnehin eine dauerhafte zweigleisige Strecke geplant sei.

Die BVG verwies auf das fehlende dauerhafte Planungsrecht. Das heutige Gleis durfte als zeitlich begrenztes Provisorium für die Altstadt-Baustelle entstehen. Für eine dauerhafte Veränderung der Straßenbahnanlage braucht es dagegen eine entsprechende Genehmigung. Nach Angaben der BVG kann sie neue Weichen und Gleisanlagen nicht allein aufgrund einer später geplanten Baumaßnahme dauerhaft errichten. Der Ausbau muss Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens für die Lange Brücke und die angeschlossenen Straßenbahnanlagen sein.

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Lange Brücke bringt die dauerhafte Zweigleisigkeit der Tram zurück

Genau diese Planung läuft inzwischen. Der Bezirk Treptow-Köpenick verfolgt die Zweigleisigkeit in diesem Bereich schon länger als verkehrliches Ziel. Bereits ein bezirkliches Planungsdokument bezeichnete ein zweites Straßenbahngleis in der Müggelheimer Straße als wichtigen Baustein für eine bessere Anbindung von Wendenschloß und den Allende-Vierteln.

Mit der neuen Langen Brücke soll die Straßenbahn künftig zweigleisig über die Dahme fahren und anschließend ebenfalls zweigleisig in die Müggelheimer Straße geführt werden. Die Präsentation der Senatsverwaltung weist dafür ausdrücklich eine „Anschlussplanung – 2. Gleis Müggelheimer Straße“ aus. Auch Gleise, Weichen und die Anschlüsse in Richtung Kietzer Straße beziehungsweise Amtsstraße gehören zur weiteren Planung.

Zwei Straßenbahngleise verlaufen durch die Müggelheimer Straße in Köpenick in Richtung Altstadt und Lange Brücke.

Die Straßenbahngleise in der Müggelheimer Straße führen in Richtung Altstadt Köpenick. Die heutige Gleisanlage ist teilweise nur als Übergangslösung für die laufenden Bauarbeiten vorgesehen.
/ © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Straßenbahn in Köpenick: Zwischen zwei Großbaustellen

Damit entsteht eine ungewöhnliche Abfolge. Zunächst investiert die BVG in ein zweites Gleis, um die aktuelle Baustelle besser bewältigen zu können. Nach deren Abschluss muss das Provisorium wieder weichen. Mit dem geplanten Neubau der Langen Brücke soll einige Jahre später eine dauerhafte Lösung entstehen.

Der Zeitplan dafür steht noch nicht endgültig fest. Die Senatsverwaltung plant derzeit mit einer Baudurchführung der Langen Brücke von 2030 bis 2034. Zuvor soll 2027 die Genehmigungsplanung beginnen; für 2027 und 2028 ist das Planfeststellungsverfahren vorgesehen. Erst dessen Abschluss schafft das notwendige Baurecht.

Altstadt Köpenick: Zweites Straßenbahngleis
Das provisorische zweite Straßenbahngleis in der Müggelheimer Straße soll nach der aktuellen Altstadt-Baustelle zurückgebaut und mit dem Projekt Lange Brücke später dauerhaft neu angelegt werden.

 

Quellen: BVG, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, meinBerlin;, Bezirksamt Treptow-Köpenick

 

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6 Kommentare

  1. Lehmann 25. August 2026 at 22:58 - Reply

    Hier geht es nicht nur um „Provisorium“. Es wurde mit viel Steuergeld hergestellt. Sicherlich ist es auf dem Papier so und es fehlt aktuell ein Planfeststellungsbeschluss, aber hier zeigt sich, wie gut der Senat, Bezirk und landeseigene BVG zusammen arbeiten. Es kann nicht sein, dass hier vor den Augen der Bürger von Berlin eine derartige Steuerverschwendung als Planungsposse abgetan wird. Alle müssen an einen Tisch um diesen Unfug zu verhindern.

  2. Siegsmund 27. August 2026 at 22:51 - Reply

    Die geplante Erneuerung der Straßenbahngleise, Wasser und Abwasserleitungen in der Altstadt Köpenick soll nun bis 2028 dauern, warum??
    Bereits im Vorfeld der Planungen für die Arbeiten waren Ingenieur- und Planungsbüros eingebunden und auch die Wasserbetriebe. Und all diese hochbezahlten Fachkräfte waren nicht in der Lage den korrekten Bedarf bzw. Größe der Leitungen zu berechnen? Für jede Woche Verzögerung zum ursprünglichen geplanten Fertigstellungstermin sollten von der Rechnung 5 % abgezogen werden, nur dann kommt Bewegung in den Bauablauf! Aber leider arbeitet der Senat auf dem Niveau einer Kleinstadt, sonst hätte der Vertrag diese Klausel enthalten inklusive 10 Jahre Gewährleistung!!
    Fakt ist die Mehrkosten (SEV, Lohnkosten etc.) zahlen die Berliner Bürger und nicht die Verursacher!!
    Was den Rückbau des zweiten Gleises und den dann ein paar Jahre später erneuten Bau desselben betrifft kann man sich nur Fremdschämen für den Senat.
    Als Frage steht im Raum wo all die Grünen und Fridays for Future Freaks sind um diesen wirtschaftlichen und ökologischen Unsinn zu verhindern?
    Die Verantwortlichen im Senat und bei der BVG sollten sich möglichst schnell an einen Tisch setzen und vor der Wahl ein klares Zeichen von Vernunft zu setzen, PlanfeststellungsVerfahren hin oder her!!
    Nach meiner persönlichen Einschätzung sind die Gehälter der verantwortlichen viel zu hoch und zuwenig an die Leistung gekoppelt, sonst würden solche katastrophalen Planungen nicht möglich sein!

  3. Norman Paparatso 28. August 2026 at 10:19 - Reply

    Wir haben neuerdings Koepernic besucht. Wie Berlin, nur schlimmer. Seit Jahren werden in der Hauptstadt Hunderte von Straßen gleichzeitig gesperrt ohne dass jemand da zwischen 8 u. 16 Uhr arbeitet…nur die weiss-roten Sperr -Barken von „ABS“, „ZEPELLIN“,BSR“ o. wie alle diese Straßenbau Mafia Clans, die die Stadt unter sich aufgeteilt haben heissen stehen Tag u. Nacht da und kassieren Miete ! Die benannten Firmen verdienen im Endeffekt vielleicht mehr durch die langjährige Vermietung der Barken als durch den Ausbau der Straßen. Sie wurden sie gern für immer da stehen lassen. Denn die Barken bekommen kein Gehalt u.brauchen keine Krankenversicherung! Sie erhalten nur ihr Honorar. Dass die zuständigen Stellen in Verkehrs- o. Bauministerium die Lisence zum gleichzeitigem Ausbau von Hunderten von Straßen u.sonstige Projekten erteilt haben, wohl in Kenntnis dass sowohl die maschinelle wie auch die menschliche Kapazitäten – nicht zuletzt der Wille – nicht Annäherungsweiser vorhanden sind um die, ich nehme an, vorgeschriebene, vereinbarte Abfertigungszeit einzuhalten, lässt natürlich Fragen offen. Wie würde die zuständige Person/Stelle „überzeugt“ um die Lisence zu erteilen? Gibt es eine Klausel die besagt dass nach eine Überschreitung der vereinbarte Fertigung Zeit der Leistungsträger wenn nicht weiteres mindestens z.b. die Mietkosten für die Sperr-Barken trägt? Scheint nicht zu sein. So werden die Stadtkassen geplündert und die Hauptstadt erlebt einen Verkehrschaos ohne Ende.

  4. Dipl.pharm.Renate Arnold 30. August 2026 at 08:31 - Reply

    Dir 3 Kommentare zeigen und sind realiter geprägt von fehlender Verantwortlichkeit auch für Kosten der Stadtkasse – unverständlich für mich als Seniorin, die nahe der Köp.Altstadt lebt u.täglich sich durchs Chaos quälen muß…

  5. Dani 30. August 2026 at 10:12 - Reply

    Ich weiß nicht ob ich das jetzt richtig schnalle. Unsere Brücke muss ja nun auch gemacht werden, obwohl die eine Seite ja schon gefühlte 100 Jahre gemacht wurde. Die Gleise müssen da dann auch raus ? Vorne , alles ständig rein und raus.Die Altstadt geht mehr und mehr kaputt. Das Verkehrschaos rund Rum , macht einen einfach nur noch stinke. Letzte Woche war die Glienicker Str zu. Man kam als Anwohner nicht weg. Mahlower war kommt dicht, da die , die zur Grünauer führen , über Mahlower und Adlershofer mussten. Müsste man aber Richtung Stadt blieb nur ein riesen Umweg. Mit Stau, versteht sich. Was genau liegt eigentlich genau hinter dem Plan, was hier in Köpenick passiert? Die Zuwanderung ist kaum noch gedeckelt. Gebaut wird ohne Ende, parken gleich null. Alles voll. Niemand hält sich mehr an Verkehrsregeln und die Stadt macht weiter zu , das ist so krass alles.

  6. Lydia 30. August 2026 at 12:57 - Reply

    Es wird Jahre lang an dieser Baustelle geplant und dann ist das zweite Gleis nur ein Provisorium. Wieso wird es nicht gleich richtig beantragt? Es heißt dann wieder für alle Freiheit raus und zur anderen Haltestelle laufen (im Herbst und Winter oft glatt) um in die nächste Bahn steigen zu können. Aktuell kann man vom Wendenschloss nach Grünau durchfahren und das ist herrlich. Diese Umsteigerei in der Altstadt ist eine Katastrophe und soll jetzt zurückkommen. Kann die Stadt das zweite Gleis nicht einfach nachträglich dauerhaft gewähren. Das spart Geld, Zeit und Nerven der Menschen. Ist schon schlimm genug dass die Brücke nach jahrelanger Bauzeit jetzt komplett abgerissen wird. Warum wurde sie nicht gleich Stück für Stück ersetzt. Bekommen die einem Bonus dafür Steuergelder zu verschwenden?

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