Nach dem Pergamonmuseum steht bereits das nächste Großprojekt auf der historischen Berliner Museumsinsel fest. Das Alte Museum soll umfassend saniert werden, doch der Baustart wird noch einige Jahre auf sich warten lassen.

Risse in den Wänden, veraltete Technik und steigende Anforderungen an den Museumsbetrieb machen eine umfassende Sanierung des Alten Museums erforderlich. Damit rückt das nächste Großprojekt der Museumsinsel näher. Es ist der letzte Baustein des „Masterplans Museumsinsel“. / © Visualisierung: Stiftung Preußischer Kulturbesitz
© Titelbild: Wikimedia Commons, bahnfrend (CC BY-SA 4.0)
Während die umfassende Sanierung des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel weiterläuft und nach aktuellem Stand erst 2037 vollständig abgeschlossen sein soll, rückt bereits das nächste große Bauprojekt in den Fokus.
Denn auch das Alte Museum am Lustgarten weist inzwischen erhebliche bauliche Mängel auf, wie RBB und Berliner Morgenpost am Sonntag berichteten. Nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist eine Generalinstandsetzung unausweichlich geworden; auch wenn sie voraussichtlich erst in den 2030er Jahren beginnen kann.
Altes Museum: Das älteste Museum Berlins ist die Keimzelle der Museumsinsel
Das Alte Museum wurde zwischen 1823 und 1830 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtet und gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des deutschen Klassizismus. Es war der erste Museumsbau Berlins und bildet bis heute den historischen Auftakt der Museumsinsel, die seit 1999 zum UNESCO-Welterbe gehört.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Nach mehreren Bombentreffern brannte das Museum am 8. Mai 1945 vollständig aus. Zwischen 1951 und 1966 erfolgte unter Leitung von Hans Erich Bogatzky und Theodor Voissen der weitgehend originalgetreue Wiederaufbau. Zahlreiche historische Details gingen dabei jedoch dauerhaft verloren.
Heute beherbergt das Gebäude die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin und zählt zu den meistbesuchten Ausstellungshäusern der Hauptstadt.
Risse in den Wänden machen eine Generalsanierung erforderlich
Dass die Grundinstandsetzung längst überfällig ist, bestätigt inzwischen auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Deren Präsidentin Marion Ackermann erklärte, das Alte Museum müsse „dringend“ auf die Sanierungsliste gesetzt werden, da inzwischen Risse in den Wänden aufgetreten seien. Die Generalinstandsetzung sei deshalb für die 2030er Jahre vorgesehen.
Ein früherer Baustart gilt allerdings als unwahrscheinlich. Solange die aufwendige Sanierung des Pergamonmuseums nicht abgeschlossen ist, möchte die Stiftung nicht zwei Großprojekte dieser Größenordnung parallel durchführen. Neben den organisatorischen und finanziellen Herausforderungen spielen dabei auch die erheblichen Auswirkungen auf den Museumsbetrieb und die Besucherzahlen eine Rolle.
Museumsinsel Berlin: Modernisierung soll historische Substanz bewahren
Die Grundlagen für die Sanierung liegen bereits seit vielen Jahren vor. Das Architekturbüro Hilmer & Sattler erarbeitete zwischen 1998 und 2003 ein Konzept für die denkmalgerechte Grundinstandsetzung. Vorgesehen sind unter anderem die umfassende Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung, die Sanierung der historischen Bausubstanz sowie Verbesserungen bei Erschließung, Besucherführung und Infrastruktur.
Kleinere Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. So wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Freitreppe instandgesetzt, die Kuppel der Rotunde restauriert und historische Bauskulpturen gesichert. Diese Arbeiten gelten jedoch lediglich als vorbereitende Schritte für die eigentliche Generalsanierung.

Das Alte Museum kurz nach seiner Fertigstellung in einer historischen Aufnahme vor 1854. Der von Karl Friedrich Schinkel entworfene klassizistische Bau gilt als Keimzelle der heutigen Museumsinsel und zählt zu den bedeutendsten Architekturwerken des 19. Jahrhunderts. / © Foto: Wikimedia Commons, Stiftung Stadtmuseum Berlin (Fotografiensammlung Eduard Gartner)
Das Alte Museum ist Teil eines Jahrhundertprojekts
Die Sanierung des Alten Museums ist zugleich Bestandteil des Masterplans Museumsinsel. Dieser wurde Ende der 1990er Jahre im Zuge der UNESCO-Bewerbung entwickelt und verfolgt das Ziel, die fünf historischen Museumsgebäude als zusammenhängendes Ensemble zu modernisieren und zugleich ihre architektonische Eigenständigkeit zu bewahren.
Zu diesem Gesamtkonzept gehören neben den Sanierungen der einzelnen Häuser auch die Archäologische Promenade als unterirdische Verbindung mehrerer Museen sowie die modern gestaltete James-Simon-Galerie als zentrales Eingangsgebäude der Museumsinsel.
Mit Bauakademie und Altem Museum könnte Schinkels Erbe vollendet werden
Mit der geplanten Grundinstandsetzung des Alten Museums und dem Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie würden zwei der bedeutendsten noch ausstehenden Schinkel-Projekte im historischen Zentrum Berlins verwirklicht.
Gemeinsam könnten sie die jahrzehntelange Entwicklung rund um Museumsinsel, Lustgarten und Humboldt Forum zu einem vorläufigen Abschluss bringen. Bis dahin wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Zunächst muss eines der größten Kulturbauprojekte Deutschlands, die Sanierung des Pergamonmuseums, erfolgreich abgeschlossen werden.

Der Masterplan Museumsinsel sieht die schrittweise denkmalgerechte Sanierung aller historischen Museumsgebäude sowie ihre funktionale Vernetzung vor. Mit der Grundinstandsetzung des Alten Museums soll das jahrzehntelange Gesamtprojekt seinen Abschluss finden. / © Visualisierung: Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Das Alte Museum am Lustgarten in Berlin-Mitte ist Teil der UNESCO-Weltkulturerbestätte Museumsinsel. In den 2030er Jahren soll die Sanierung des altehrwürdigen Gebäudes beginnen. /© Foto: Wikimedia Commons, VitVit, CC BY-SA 4.0
Quellen: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, RBB, Berliner Morgenpost, Wikipedia, Hilmer & Sattler, Deutsches Architekturforum, berlin.de
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Noch ein Wunschkonzert und Milliardengrab! Die jahrzehntelange Sanierung und Modernisierung des Pergamonmuseums und des Zeughauses verschlingt Geld ohne Ende, weil wiedermal Goldstandard gefordert wurde, den nicht mal die Bundesbauverwaltung herbeischaffen konnte.Jetzt ist also das Alte Museum dran, das in so schlimmen Zustand ist, dass der Fake-Marmor vor den Wänden bröckelt und die Impressionisten-Sammlung an den Wänden fault.Berliner geht nochmal ins alte Museum, Ihr werdet es sonst zu Lebzeiten nicht mehr betreten können!