Für die „Alte Schäferei“ in Französisch Buchholz werden die Pläne konkreter. Neue Angaben zeigen Details zu Wohnungen, Schule, Dichte und Baurecht.

Ein Modell visualisiert die geplante Bebauung der „Alte Schäferei“ in Französisch Buchholz, wo in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Grünflächen und sozialer Infrastruktur entstehen soll. / © Bild: City Press
© Titelbild: Foto Wikimedia Commons, Olaf Tausch, CC BY 3.0
Im Norden von Pankow soll mit der „Alten Schäferei“ ein neues Quartier mit rund 2.500 Wohnungen entstehen. Nun liegen neue Angaben zum Planungsstand vor. Sie zeigen erstmals genauer, welche Wohnungen vorgesehen sind, wie hoch und dicht gebaut werden soll und welche Infrastruktur geplant ist. Gleichzeitig wird deutlich, welche Fragen vor einem möglichen Baustart noch geklärt werden müssen.
- Bezirk: Pankow
- Lage: westlich der Schönerlinder Straße, 13127 Berlin
- Wohnungen: rund 2.500 Mietwohnungen
- Projektstatus: Bebauungsplanverfahren 3-99 läuft
Die Planungen für die „Alte Schäferei“ in Französisch Buchholz geht in eine neue Phase. Eine neue Antwort des Berliner Senats vom 11. August 2026 liefert neue Details. Sie beruhen auf Angaben des Bezirksamts Pankow und betreffen konkret das Gebiet westlich der Schönerlinder Straße, für das der Bebauungsplan 3-99 aufgestellt wird.
„Alte Schäferei“: Alle 2.500 Wohnungen sollen Mietwohnungen werden
Die Grundlage dafür bildet der städtebauliche Rahmenplan, den das Bezirksamt bereits am 28. Februar 2023 beschlossen hatte. Am 11. Juni 2024 folgte die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens. Die frühe Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden fand im Juli und August 2024 statt. Für August und September 2026 ist nach den aktuellen Angaben die nächste Behördenbeteiligung nach Paragraf 4 Absatz 2 Baugesetzbuch vorgesehen.
Nun wird klar, wie konkret Berlin inzwischen die Wohnbebauung beschreibt. Rund 2.500 Wohnungen sollen entstehen – und zwar ausschließlich als Mietwohnungen im Geschosswohnungsbau.
Neue Schule in Französisch Buchholz soll später erweitert werden
Auch zur Höhe und Dichte gibt es neue Angaben. Die Gebäude sollen zwischen drei Vollgeschossen und fünf Vollgeschossen plus Staffelgeschoss erhalten. Im größten Teil des Quartiers sind vier Vollgeschosse und ein zusätzliches Staffelgeschoss vorgesehen.
Parallel zu den Wohnungen soll umfangreiche soziale Infrastruktur entstehen. Geplant ist ein großer Schulstandort, der zunächst als Grundschule eingerichtet und langfristig zu einer Gemeinschaftsschule ausgebaut werden soll. Dazu gehören eine Sporthalle und ein Großspielfeld. Außerdem sieht die Planung zwei neue Kitas und einen Standort für kulturelle und soziale Angebote vor. Hinzu kommen Versorgungseinrichtungen sowie Grün- und Freiflächen. Für parkende Fahrzeuge und weitere Mobilitätsangebote sind vier sogenannte Mobility-Hubs vorgesehen.

Eine Illustration zeigt die geplanten Grünflächen der „Alte Schäferei“ in Französisch Buchholz, die als öffentlicher Aufenthaltsraum zwischen neuen Wohnungen, Wegen und Bäumen entstehen sollen. / © Bild: City Press
Baurecht für die Alte Schäferei fehlt weiterhin
Trotz des fortgeschrittenen Planungsstands kann noch nicht gebaut werden. Für das Quartier entsteht ein qualifizierter Bebauungsplan nach Paragraf 30 Absatz 1 Baugesetzbuch. Bauanträge liegen bislang nicht vor. Die überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen können ohne rechtskräftigen Bebauungsplan nicht wie vorgesehen entwickelt werden.
Eine Besonderheit sind die Eigentumsverhältnisse. Mit Ausnahme bestehender Straßen befinden sich die Flächen innerhalb des Bebauungsplans 3-99 nach Angaben des Bezirks im Eigentum einer privaten Projektgesellschaft. An dieser ist eine städtische Wohnungsbaugesellschaft beteiligt. Der Bezirk bezeichnet die Eigentumsverhältnisse ausdrücklich als wesentlichen Faktor für den Planungsfortschritt.
Zahlreiche Gutachten liegen für das neue Quartier bereits vor
Weit fortgeschritten sind auch die fachlichen Untersuchungen. Vorhanden sind unter anderem ein Artenschutzfachbeitrag, ein Eingriffsgutachten, eine Verkehrsuntersuchung samt Mobilitätskonzept sowie Untersuchungen zu Luftschadstoffen, Klima und Schall. Hinzu kommen Boden- und Schadstoffuntersuchungen und ein Konzept zur Regenwasserbewirtschaftung.
Abgeschlossen ist die Vorbereitung dennoch nicht. Weitere Abstimmungen mit den Fachbehörden betreffen insbesondere den öffentlichen Nahverkehr, die verkehrliche und technische Erschließung sowie notwendige Ausgleichsmaßnahmen. Der Bezirk arbeitet zudem am städtebaulichen Vertrag nach dem Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung. Dieser soll unter anderem die Übernahme von Folgekosten und einen Anteil von 30 Prozent bezahlbarem Wohnungsbau regeln.
Verkehr bleibt zentrale Frage in Französisch Buchholz
Gerade die Verkehrsanbindung bleibt für die Entwicklung des neuen Quartiers entscheidend. Die Rahmenplanung hält das bestehende ÖPNV-Angebot für den künftigen Bedarf ausdrücklich für nicht ausreichend. Neben Verbesserungen beim Busverkehr spielen deshalb eine Straßenbahnverbindung und neue S-Bahn-Angebote eine wichtige Rolle.
Zuletzt hatte sich allerdings der Zeitplan für die neuen S-Bahn-Stationen Schönerlinder Straße und Bucher Straße weiter verschoben. Berlin verfolgt für die Inbetriebnahme weiterhin das Ziel 2033. Nach Angaben des Bezirks geht die Deutsche Bahn inzwischen jedoch von einer Fertigstellung voraussichtlich 2037 aus. Damit bleibt neben dem Baurecht auch die leistungsfähige Verkehrsanbindung eine der zentralen Aufgaben, bevor aus den heutigen Planungen tatsächlich ein neues Quartier werden kann.
Alte Schäferei – Schönerlinder Straße
Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26750, Bezirksamt Pankow von Berlin
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