In Pankow entsteht mit der „Alten Schäferei“ eines der größten neuen Wohnquartiere Berlins. ENTWICKLUNGSSTADT gibt einen Überblick darüber, was geplant ist, wie weit das Projekt ist und wann gebaut werden könnte.

Die Luftaufnahme von Französisch Buchholz in Pankow zeigt das Umfeld der geplanten „Alte Schäferei“, wo in den kommenden Jahren eines der größten neuen Wohnquartiere Berlins entstehen soll. / © Foto: Wikimedia Commons, Olaf Tausch, CC BY 3.0
© Titelbild: City Press
Im Ortsteil Französisch Buchholz soll mit der „Alten Schäferei“ eines der größten neuen Wohnquartiere Berlins entstehen. Geplant sind mehrere tausend Wohnungen, Schulen, Kitas, Grünflächen und neue Verkehrsverbindungen. Doch das Projekt wirft auch Fragen auf: Wie weit sind die Planungen? Wann könnte gebaut werden? Und reicht die Infrastruktur aus? ENTWICKLUNGSSTADT gibt einen Überblick.
- Bezirk: Pankow
- Lage: Schönerlinder Straße, 13127 Berlin
- Geplante Nutzung: Stadtquartier mit Wohnen, Bildung, Grünflächen und Nahversorgung
- Geplante Wohnungen: rund 2.500
- Planungsstand: Bebauungsplanverfahren (B-Plan 3-99) läuft
- Zeitplan: Festsetzung des Bebauungsplans frühestens 2027, erste Bauarbeiten ab etwa 2028
Was ist die „Alte Schäferei“ überhaupt?
Bei der „Alte Schäferei“ handelt es sich um ein großflächiges Entwicklungsgebiet im Berliner Ortsteil Französisch Buchholz im Bezirk Pankow. Das Areal liegt nördlich der Schönerlinder Straße in der Nähe der A114 und zählt zu den größten geplanten Stadtentwicklungsprojekten im Nordosten Berlins.
Auf bislang überwiegend unbebauten Flächen soll ein neues Stadtquartier entstehen, das langfristig mehreren tausend Menschen Wohnraum bieten soll. Ziel ist nicht nur der Bau von Wohnungen, sondern die Entwicklung eines eigenständigen Quartiers mit sozialer Infrastruktur, öffentlichen Freiräumen und Angeboten für den Alltag.
Warum wird die „Alte Schäferei“ entwickelt?
Berlin wächst seit Jahren. Gleichzeitig fehlt bezahlbarer Wohnraum. Mit der „Alte Schäferei“ soll ein Beitrag geleistet werden, um den Druck auf den Wohnungsmarkt zu mindern.
Der Standort gilt aus Sicht der Stadtentwicklung als geeignet, weil größere zusammenhängende Flächen verfügbar sind. Zugleich soll die Entwicklung vermeiden, dass lediglich neue Schlafviertel entstehen. Stattdessen planen Bezirk und landeseigene Wohnungsunternehmen ein gemischtes Quartier mit Wohnen, Versorgung, Bildung und Grünflächen.

Eine Illustration zeigt die geplanten Grünflächen der „Alte Schäferei“ in Französisch Buchholz, die als öffentlicher Aufenthaltsraum zwischen neuen Wohnungen, Wegen und Bäumen entstehen sollen. / © Bild: City Press
Wie viele Wohnungen sind in Pankow im Projekt „Alte Schäferei“ geplant?
Nach bisherigem Stand könnten in der „Alte Schäferei“ rund 2.500 Wohnungen entstehen. Ein Teil davon soll durch landeseigene Wohnungsunternehmen realisiert werden. Damit verbindet sich die Erwartung, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Geplant sind unterschiedliche Wohnformen, von klassischen, kleinen Mietwohnungen bis hin zu familiengerechten Angeboten. Auch soziale Mischung spielt in den bisherigen Konzepten eine Rolle.
Was soll außer Wohnungen im Projekt „Alte Schäferei“ entstehen?
Das Quartier soll deutlich mehr werden als ein Wohngebiet. Vorgesehen sind unter anderem eine große Gesamtschule mit 1.200 Plätzen, Kitas, Grün- und Freiflächen sowie Nahversorgung.
Geplant werden außerdem öffentliche Plätze und Wegebeziehungen, die das Quartier mit dem bestehenden Ortsteil verbinden sollen. Ziel ist eine sogenannte „Stadt der kurzen Wege“, bei der viele Alltagsziele ohne Auto erreichbar sind.
Wie soll die Verkehrsanbindung an die „Alte Schäferei“ funktionieren?
Die künftige Verkehrsanbindung der „Alte Schäferei“ gilt als eine der zentralen Voraussetzungen für das gesamte Quartier – und zugleich als größte offene Baustelle der Planung. Nach bisherigen Unterlagen soll das Gebiet nicht allein über Straßen erschlossen werden, sondern über einen Mix aus S-Bahn, Straßenbahn, Busverkehr sowie Rad- und Fußwegen.
Als entscheidend gelten dabei zwei neue S-Bahnhöfe entlang des Berliner Außenrings: „Schönerlinder Straße“ und „Bucher Straße“. Beide werden im Rahmen des Infrastrukturprogramms i2030 beziehungsweise der geplanten Nahverkehrstangente Nord untersucht und sollen die äußere Erschließung des Quartiers sichern.
In einer schriftlichen Antwort des Berliner Senats werden die Haltepunkte ausdrücklich als „essenziell“ für die Anbindung der „Alte Schäferei“ bezeichnet. Die Vorplanung inklusive Wirtschaftlichkeitsprüfung läuft seit 2025 und soll bis spätestens 2027 abgeschlossen werden. Eine endgültige Realisierungsentscheidung steht jedoch weiterhin aus. Parallel wird inzwischen ein Zeithorizont bis etwa 2033 für die Umsetzung diskutiert – gesichert ist dieser bislang allerdings nicht.
Auch die Straßenbahn spielt in den Planungen eine Schlüsselrolle. Die bestehende Tramlinie 50 soll perspektivisch über Französisch Buchholz hinaus verlängert werden und das neue Quartier direkt anbinden.
Gleichzeitig werden Straßenknotenpunkte ausgebaut und eine bessere Anbindung an die A114 geprüft. Im laufenden Bebauungsplanverfahren entstehen dazu eine Verkehrsuntersuchung, ein Mobilitätskonzept sowie Prognosen zur Verkehrsentwicklung bis mindestens 2030.
Ob die Infrastruktur parallel zum Wohnungsbau entsteht, gilt als zentrale politische Frage.

Das Modell der „Alte Schäferei“ zeigt die geplante Struktur des neuen Wohnquartiers in Französisch Buchholz mit Wohngebäuden, öffentlichen Räumen und einer neuen städtebaulichen Anordnung im Norden Pankows. / © Bild: City Press
Welche Kritik gibt es sonst noch an den Plänen zur „Alten Schäferei“?
Kritik gibt es vor allem mit Blick auf Verkehr, Infrastruktur und Geschwindigkeit der Entwicklung. Anwohner fragen, ob Schulen, Kitas und Verkehrsangebote früh genug entstehen oder ob zunächst tausende Wohnungen gebaut werden.
Weitere Diskussionen betreffen die Bebauungsdichte, den Umgang mit Freiflächen sowie ökologische Fragen. Zugleich sehen Befürworter in der „Alte Schäferei“ die Chance, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und ein modernes Quartier zu entwickeln.
Wie weit ist das Projekt „Alte Schäferei“ aktuell?
Die „Alte Schäferei“ befindet sich weiterhin in einem langfristigen Planungsprozess. Während zunächst ein städtebaulicher Rahmenplan die grundsätzliche Entwicklung des Areals definierte, läuft mittlerweile das konkrete Bebauungsplanverfahren für das Gebiet. Grundlage ist der Bebauungsplan 3-99 „Alte Schäferei – Schönerlinder Straße“.
Ein wichtiger Meilenstein wurde bereits erreicht: Der Bezirk Pankow beschloss zunächst die Rahmenplanung als Grundlage für die Entwicklung des Quartiers. 2024 folgte der formale Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. Anschließend startete die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der Bürgerinnen und Bürger die Planungen einsehen und Stellungnahmen abgeben konnten.
Damit ist die „Alte Schäferei“ heute kein abstraktes Zukunftsprojekt mehr, aber auch noch keine Baustelle. Derzeit werden Gutachten, Fachplanungen und Abstimmungen zu Verkehr, Umwelt, Erschließung und sozialer Infrastruktur vertieft. Parallel arbeitet der Bezirk gemeinsam mit Projektpartnern an der Präzisierung des Masterplans für die „Alte Schäferei“. Besonders die Frage, wie ein autoarmes Quartier mit ausreichend ÖPNV-Anbindung funktionieren kann, gilt als zentrale Herausforderung.
Nach derzeit bekannten Zeitplänen könnte der Bebauungsplan frühestens 2027 rechtskräftig werden. Erst danach wären bauvorbereitende Maßnahmen und die Erschließung des Areals möglich. Als realistischer Beginn erster Bauarbeiten wird derzeit frühestens das Jahr 2028 diskutiert – vorausgesetzt, Verfahren, Finanzierung und Infrastrukturplanung verlaufen ohne größere Verzögerungen.
Wann könnten die ersten Menschen im Quartier „Alte Schäferei“ einziehen?
Ein konkreter Termin steht bislang nicht fest. Großprojekte dieser Größenordnung benötigen oft viele Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung. Entscheidend wird sein, wie schnell Planungsverfahren, Infrastrukturmaßnahmen und politische Entscheidungen umgesetzt werden.
Warum ist die „Alte Schäferei“ für Pankow so bedeutend?
Die „Alte Schäferei“ gilt als eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete im Berliner Norden. Das Projekt könnte den Ortsteil Französisch Buchholz langfristig deutlich verändern. Die zentrale Frage bleibt dabei: Kann ein neues Quartier entstehen, ohne dass Verkehr, Schulen und öffentliche Infrastruktur hinterherhinken? Genau daran wird sich der Erfolg der „Alten Schäferei“ messen lassen.
Quartier Alte Schäferei
Quellen: Bezirksamt Pankow, Mein.Berlin, Gewobag, Schriftliche Anfrage Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 19 883, Rahmenplanung „Alte Schäferei“, Treucon Gruppe
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