Steigende Schülerzahlen bringen Frankfurts Schulgebäude zunehmend an ihre Grenzen. Mit dem Umzug der Georg-Büchner-Schule in ein saniertes Gründerzeitgebäude in Bockenheim reagiert die Stadt auf den wachsenden Platzbedarf.

Das sanierte Gründerzeitgebäude in der Schloßstraße 29 dient künftig als neuer Standort der Georg-Büchner-Schule in Frankfurt Bockenheim. Durch eine umfassende Modernisierung wurde der historische Bau an die heutigen Anforderungen eines zeitgemäßen Schulbetriebs angepasst. / © Foto: Wikimedia Commons, Peng (talk)
© Titelbild: Stadt Frankfurt am Main, Salome Roessler
Die Schülerzahlen steigen in ganz Frankfurt seit Jahren kontinuierlich an. Damit wächst auch der Druck auf die vorhandenen Schulgebäude, denn vielerorts fehlt es zunehmend an Platz. Klassenräume und Gemeinschaftsflächen stoßen immer häufiger an ihre Kapazitätsgrenzen.
Die Stadt versucht, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Mit der Schulbauinitiative setzt Frankfurt zahlreiche Projekte im Bildungsbereich um. Neubauten, Sanierungen und Umnutzungen sollen zusätzliche Kapazitäten schaffen und bestehende Standorte entlasten. Auch die Georg-Büchner-Schule kämpfte zuletzt mit Platzmangel im bisherigen Schulgebäude. Um die Situation zu entspannen, erfolgte nun der Umzug an einen neuen Standort.
Damals schon ein Schulgebäude: Bausubstanz aus dem Jahr 1905 soll teilweise erhalten bleiben
Der neue Grundschulstandort befindet sich in einem umfassend sanierten Gründerzeitgebäude in der Schloßstraße 29 in Frankfurt Bockenheim. Zuvor nutzte das Leibniz Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) das Gebäude, inzwischen befindet sich das Institut auf dem Uni Campus Westend. Dadurch konnte das Amt für Bau und Immobilien eine Grundsanierung durchführen und das Gebäude erneut als Schulstandort nutzen. Ursprünglich entstand der Bau in den Jahren 1905 und 1906 als Schule und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Büro und Verwaltungsgebäude wiederaufgebaut.
Bei der Sanierung lag der Fokus laut Angaben der Stadt Frankfurt auf dem Erhalt der historischen Bausubstanz und der Anpassung an heutige schulische Anforderungen. Im Rahmen einer Schadstoffsanierung wurden Oberflächen freigelegt, wodurch Naturstein Wandverkleidungen in den Fluren sichtbar wurden. Diese prägen nun das Erscheinungsbild und schützen die Wände vor Abnutzung.
Grundschulzweig der Georg-Büchner-Schule zieht um: Was der neue Lernort in Bockenheim anbietet
Der neue Grundschulstandort möchte vielfältige Räume für den gesamten Schulalltag anbieten. Während sich im Erdgeschoss Verwaltungsräume, eine Bibliothek, ein Speisesaal und eine Küche befinden, wurde im Seitenbau ein Gymnastikraum ergänzt. In den oberen Geschossen sind die Jahrgänge in Klassenräumen mit Nebenflächen wie Garderoben, Teamzimmern, Differenzierungsräumen, Sanitärräumen und offenen Lernlandschaften untergebracht.
Zudem befinden sich Fachräume für Kunst und Musik sowie die Räume der Ganztagsbetreuung im ersten Obergeschoss. Auf Umkleiden, Sanitärräume und Technikflächen trifft man im Untergeschoss. Die Außenanlage wird derzeit noch ausgebaut, geplant sind unter anderem ein Verkehrsparcour, Kletterinseln und weitere Sportangebote. Die finale Fertigstellung des neuen Grundschulstandorts ist für Ostern 2026 vorgesehen.
Neubau, Umnutzung, Mixed-Use: Frankfurt erprobt im Rahmen der Schulbauinitiative zahlreiche Konzepte
Die Georg-Büchner-Schule ist eine dreizügige Grundschule mit IGS-Zweig. An den neuen Standort ist ausschließlich der Grundschulbereich umgezogen. Am bisherigen Standort in der Pfingstbrunnenstraße verbleibt der integrierte Gesamtschulzweig mit den Jahrgangsstufen fünf bis zehn. Durch den Auszug der Klassen eins bis vier steht dort nun mehr Platz zur Verfügung.
Der Umzug ist nur eines von vielen Schulbauprojekten in Frankfurt. Die Stadt setzt dabei auf bewährte und neue Konzepte, darunter Mixed-Use-Standorte mit Schule und Wohnen sowie zahlreiche Umnutzungen. Ob die städtische Schulbaustrategie den langfristigen Bedarf decken kann, bleibt abzuwarten.
Quellen: Stadt Frankfurt, GBS FFM
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