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Zwischen architektonischem Erbe und zeitgenössischer Clubkultur: Die Alte Feuerwache am Tempelhofer Damm öffnet für zwei Monate ihre Türen für ein interdisziplinäres Kulturprojekt. Berliner Kollektive und internationale Künstlerinnen und Künstler bespielen den historischen Ort mit Konzerten, Performances, Ausstellungen und Workshops.
Club von innen mit bunten Lichtern und tanzenden Menschen

Für zwei Monate wird die Alte Feuerwache am Tempelhofer Damm zum Raum für nicht-kommerzielle Clubkultur. / © Foto: depositphotos.com / dubassy

© Titelbild: Dirk Lässig / Tempelhof Projekt GmbH

 

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Ab dem 15. August verwandelt sich die Alte Feuerwache am Tempelhofer Damm in einen Ort für Clubkultur, Kunst und interdisziplinäre Experimente. Bis zum 18. Oktober gestalten Berliner Kollektive, internationale Künstlerinnen und Künstler sowie Vertreterinnen der freien Szene ein Programm, das von Workshops und Diskussionen bis zu Clubnächten reicht. Das Projekt versteht sich als Modellfall für eine faire und transparente Vergabe öffentlicher Flächen an Kulturakteure.

Initiiert wurde die Zwischennutzung vom Verein Torhaus Berlin, der in einem ehemaligen Pförtnerhaus des Flughafens ansässig ist, in Kooperation mit der Clubcommission Berlin. Gefördert wird es durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Lotto-Stiftung Berlin. Die Auswahl der teilnehmenden Gruppen erfolgte über einen Open Call, auf den sich 216 Kollektive beworben hatten.

Offenes Experiment für faire Flächenvergabe: Alte Feuerwache in Tempelhof wird Kulturstätte

Die Kulturverwaltung sieht in dem Projekt ein Beispiel für niedrigschwelligen Zugang zu landeseigenen Flächen. Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson betonte, gemeinschaftlich organisierte Kulturprojekte seien angesichts wachsender Flächenknappheit wichtiger denn je. Die Alte Feuerwache biete einen Rahmen, um kulturelle Teilhabe über verschiedene Zielgruppen hinweg zu ermöglichen.

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Auch die Clubcommission bezeichnet die Zwischennutzung als Modellprojekt für progressive Clubkultur. Sprecherin Emiko Gejic erklärte, die Vergabe sei ein Beispiel dafür, wie Räume in Berlin fair und transparent vergeben werden könnten. Ziel sei es, nicht kommerzielle Kultur und gemeinschaftliche Ideen zu fördern.

Clubkultur am Flughafen Tempelhof: Sechs Kollektive gestalten das Abendprogramm

An den Abenden übernehmen wechselnde Kollektive die Gestaltung von insgesamt sechs Clubnächten. Mit dabei sind Fiestuki, Treason, Vuulva Power & BerlanAllee Studio, Cassette Heads Sessions, Milk Me und Cura x Muster. Die Formate reichen von lateinamerikanischen Musikabenden mit Film und Gespräch bis zu queerer Performancekunst, Drag-Cabaret und elektronischer Clubmusik.

Das Tagesprogramm umfasst Workshops, Diskussionsrunden und kollaborative Arbeitsprozesse, die neue Formen des Zusammenarbeitens erproben. Thematisch setzen sich die Beiträge unter anderem mit Fragen von Gemeinschaft, Klima, Umnutzung und der Idee des Rettens und Gerettet-Werdens auseinander.

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Zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Zwischennutzung in der Alten Feuerwache Tempelhof

Neben den musikalischen und performativen Elementen präsentiert das Projekt auch bildende Kunst. Gezeigt werden Arbeiten von Ulrich Forman, Bahar Kaygusuz, Hauck/Plümpe, Kollektiv Hotel Regina, Emma Mende, Bela Brillowska und Carolin Ruggaber. Die historische Architektur der Feuerwache bildet dabei die Kulisse für eine Auseinandersetzung mit städtischer Transformation und spekulativen Zukunftsvisionen.

Der Verein Torhaus Berlin versteht die kommenden Wochen als Experiment und Lernprozess. Es soll herausgefunden werden, wie Räume für Kultur nicht nur temporär entstehen, sondern auch längerfristig nutzbar gemacht werden können. Die Alte Feuerwache wird damit für zwei Monate zu einem Ort, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet und neue Perspektiven auf die Nutzung urbaner Flächen eröffnet.

Quellen: THF Berlin, Tagesspiegel, taz, rbb

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