Die denkmalgeschützten Parkanlagen in Alt-Tempelhof sollen ab 2026 umfassend saniert und klimafit gemacht werden. Mit Fördermitteln aus Landes- und EU-Programmen will der Bezirk Tempelhof-Schöneberg sowohl die historische Substanz bewahren als auch die Widerstandsfähigkeit der Grünflächen stärken.

Im Lehnepark in Tempelhof sollen in den kommenden Jahren die Ufer des Wilhelmsteiches saniert, heimische Arten nachgepflanzt und invasive Gewächse entfernt werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0 1.0
© Foto Titelbild: IMAGO / Emmanuele Contini
Die Parkanlagen Lehnepark, Alter Park und Bosepark bilden gemeinsam den sogenannten Alt-Tempelhofer Grünzug. Sie gehen auf das frühere Rittergut Tempelhof zurück und sind eng mit der Geschichte des Ortsteils verbunden. Geprägt wird die Anlage durch Teiche, die aus der Eiszeit stammen, sowie durch die Dorfkirche Tempelhof, die im Zentrum des Grünzugs steht.
Die Flächen haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung für die Naherholung gewonnen. Nach Angaben des Bezirks sei der Nutzungsdruck hoch und werde weiter steigen. Gleichzeitig führten längere Trockenperioden und klimatischer Stress zu einer Belastung für die Grünflächen.
1,6 Mio. Euro für Tempelhofer Grünflächen: Finanzierung aus Landes- und EU-Mitteln
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, sollen ab 2026 im Rahmen eines Parkpflegewerks konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Der Bezirk teilte mit, dass rund 60 Prozent der Kosten über das Programm „Nachhaltige Erneuerung“ gedeckt werden. Die restlichen Mittel sollen aus dem Programm „BENE 2“ der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt beantragt werden, das aus EU-Fonds finanziert wird.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro. Davon stammen knapp 960.000 Euro aus dem Landesprogramm, weitere 676.500 Euro sollen aus dem EFRE-Fonds fließen. Die Realisierung ist für die Jahre 2026 und 2027 vorgesehen.
Lehnepark, Alter Park und Bosepark: Das sind die Maßnahmen für Klimaanpassung und Denkmalschutz
Im Mittelpunkt der Planung stehen die denkmalgerechte Erneuerung von Wegen, die Verbesserung der Barrierefreiheit und die Sanierung beliebter Treffpunkte wie Löwenbrunnen und Pilzskulptur. Zudem sollen die Ausstattung und die Zugänge modernisiert werden. Bei der Gestaltung sollen die Bedürfnisse verschiedener Altersgruppen berücksichtigt werden.
Darüber hinaus sollen Vegetationsflächen klimaangepasst entwickelt werden. Ziel sei es, das Mikroklima in den dicht bebauten Quartieren zu verbessern und die Attraktivität der Parks langfristig zu sichern.
Zukunft des Alt-Tempelhofer Grünzugs: Bürgerbeteiligung ab 2025, geplante Umsetzung 2026 und 2027
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Gartendenkmal Lehnepark. Hier ist die Sanierung der Uferbereiche des Wilhelmsteiches vorgesehen. Durch die gezielte Nachpflanzung heimischer Arten und das Auslichten invasiver Gewächse sollen historische Sichtachsen wieder erlebbar werden. Ergänzend sind Bodenverbesserungen geplant, die der Biodiversität dienen und neue Lebensräume für die Tierwelt schaffen. Mit diesen Maßnahmen will der Bezirk die historische Gestaltung bewahren und gleichzeitig ökologische Anpassungen vornehmen.
Die Planungen werden von einer Bürgerbeteiligung begleitet. Im Jahr 2025 soll ein gemeinsamer Rundgang durch die Anlagen stattfinden, bei dem Anwohnende und Interessierte Einblick in die geplanten Veränderungen erhalten. Der Bezirk hofft, dass die Maßnahmen sowohl die Resilienz der Parks als auch die Identifikation der Bevölkerung mit den denkmalgeschützten Anlagen stärken.
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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