Auf des Halbinsel Alt-Stralau in Friedrichshain plant die degewo eine Unterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge. Der Baustart ist für 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für 2029.

Das frühere Verwaltungsgebäude der Glashütte Stralau auf Alt-Stralau steht seit Jahren leer. Im Zuge des geplanten Neubaus einer Flüchtlingsunterkunft soll auch der denkmalgeschützte Bestand saniert und neu genutzt werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Oliver Abels, CC BY-SA 3.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Oliver Abels, CC BY-SA 3.0
Auf der Halbinsel Stralau steht eines der letzten größeren unbebauten Grundstücke Friedrichshains vor einer grundlegenden Veränderung. An der Ecke Alt-Stralau und Glasbläserallee plant die degewo einen Neubau für Flüchtlinge. Zugleich soll ein denkmalgeschütztes Gebäude der früheren Glaswerke Stralau saniert und wieder genutzt werden. Nach mehreren Änderungen am Zeitplan nennt der Berliner Senat nun einen neuen Termin für den Baustart.
- Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
- Adresse: Alt-Stralau 63–67, 10245 Berlin
- Projekt: Modulare Unterkunft für Flüchtlinge (MUF 2.0)
- Bauherr: degewo AG
- Projektstatus: Planung und Vergabeverfahren
- Kapazität: bis zu 300 Menschen
- Fertigstellung: im Laufe des Jahres 2029 geplant
Noch Ende 2024 ging das Land von einem Baubeginn im Juni 2026 und eine Inbetriebnahme Anfang 2028 aus. Im Frühjahr 2025 verschob sich die Planung bereits. Nun nennt der Senat in einer Antwort auf eine Schriftliche Anfrage das zweite Quartal 2027 als möglichen Baustart. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Baugenehmigung vorliegt. Die Fertigstellung wäre dann im Laufe des Jahres 2029 vorgesehen.
Alt-Stralau: Unterkunft soll Platz für bis zu 300 Menschen bieten
Geplant ist ein fünf- bis siebengeschossiger Neubau mit Platz für bis zu 300 Flüchtlinge. Die Wohnungen erhalten wohnungsähnliche Grundrisse. Die degewo errichtet das Gebäude im Auftrag des Landes Berlin. Nach Fertigstellung und Abnahme soll das zuständige Landesamt die gesamte Unterkunft anmieten und einen Betreiber auswählen.
Der Entwurf stammt von Arnold und Gladisch Architekten. Das Büro setzte sich in einem Werkstattverfahren gegen Bollinger + Fehlig Architekten sowie Dahm Architekten und Ingenieure durch. Anschließend überarbeiteten Planer, degewo und Landesamt die Grundrisse. Dabei wurden Wohnungen optimiert, Außenanlagen detaillierter geplant und Räume für Betreuung und Beratung angepasst. Auch die Fassadengestaltung wurde mit dem Landesdenkmalamt und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung weiterentwickelt.
Historisches Gebäude der Glaswerke Stralau wird Teil des Projekts
Eine zweite Baustelle entsteht direkt daneben. Das historische Verwaltungsgebäude der früheren Glaswerke Stralau soll denkmalgerecht saniert werden. Die Berliner Denkmaldatenbank datiert den Bau auf 1918/19. Er erinnert an die industrielle Vergangenheit der Halbinsel.
Die degewo will mit der Sanierung nach eigenen Angaben Anfang 2027 beginnen. Im Erdgeschoss sollen später soziale und kulturelle Angebote für die Nachbarschaft Platz finden. Für die oberen Etagen sind Beratungsangebote für Flüchtlinge vorgesehen. Ein früheres Nutzungskonzept nannte unter anderem Räume für Veranstaltungen, ehrenamtliche Arbeit und Beratung sowie Angebote für Kinder und Jugendliche. Auch Hilfen bei Behördenangelegenheiten, Integration und psychosozialen Fragen wurden geprüft.
Damit steht auf der Halbinsel ein weiteres größeres Bauvorhaben bevor. Parallel entstehen dort auch neue Wohnprojekte. Beispielsweise das Wohnensemble KAI mit 41 Eigentumswohnungen soll im Herbst 2028 fertig werden. Bei der Flüchtlingsunterkunft bleibt der weitere Zeitplan dagegen von der noch erforderlichen Baugenehmigung abhängig.
Flüchtlingsunterkunft Alt-Stralau
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26833, degewo AG, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
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3 Kommentare
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DEGEWO, HOWOGE, GESOBAU,GEWOBAG usw. usw. …..
Alles Ländereigene, die ihren grundsätzlichen Verpflichtungen ggb. ihren Mietern nicht nachkommen: Verfall, desolate Zustände, Chaos, Menschenverachtung! Und die Linke will enteignen und noch mehr davon …!!!!
Komisch, wenn es um unsere Gäste geht, geht alles ganz schnell. Gibt es denn kein Designerhotel für unsere Gäste so wie in Hamburg? Ich kann überhaupt nicht so viel fr…n wie ich ko…n möchte! Was für eine unsägliche Verachtung ggb. den landeseigenen Mietern.
Da kann man nur noch spucken.
Wo wohnen denn die grünen und linken Entscheider dieser BESTIMMUNGEN?
Das ist alles nicht richtig. Und irgendwann wird man darüber reden müssen – in weiter Zukunft.
Bis dahin ist jede Hoffnung verloren. Zurücklehnen und zuschauen.
Wenigstens wird das ding auch an den wählern dieser Entscheidunge gebaut…
Ihr sinnloser Kommentar beinhaltet klassischen Kulturpessimismus, angereichert mit viel Polemik, faktenfreien Behauptungen und viel Emotion. Völlig destruktiv, falsch und bösartig.
Hier wird ein Baudenkmal kernsaniert und einer sozialen sowie kulturellen Stadtentwicklung zugeführt, dazu noch ein Neubau. Das Projekt wird ja nicht nur Unterbringungen für Flüchtlinge beinhalten, sondern auch Räumlichkeiten für Vereine, lokale Veranstaltungen, dazu Räumlichkeiten für soziale Dinge wie Kinder- und Jugendangelegenheiten, Integrationsberatung und dergleichen. Alles in allem ein Top-Projekt, wenn das so umgesetzt wird. Und sicherlich sehr gut für Alt-Stralau, das mehr Nachbarschaft und dritte Orte sicher gut gebrauchen kann