Das Alliierten Museum wird vorerst nicht zum Flughafen Tempelhof umziehen. Statt eines neuen Museumsstandorts im Hangar 7 plant der Bund nun eine Sanierung der bestehenden Gebäude in Zehlendorf. Ausschlaggebend dürften vor allem stark gestiegene Baukosten sein.

Der geplante Umzug des Museums in den Hangar 7 des Flughafens Tempelhof wurde inzwischen gestoppt. Stattdessen prüft der Bund nun eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes, um den Museumsstandort langfristig zu sichern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung Titelbild: Alliierten Museum Berlin / Pralle Sonne
Das Alliierten Museum befindet sich seit 1994 an der Clayallee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf und nutzt dort Gebäude eines ehemaligen US-amerikanischen Militärstandorts. Zu den wichtigsten Bauwerken gehören das denkmalgeschützte ehemalige US-Truppenkino „Outpost“ sowie die Nicholson-Gedenkbibliothek von 1978. Ergänzt wird das Gelände durch Freiflächen, auf denen mehrere Großobjekte ausgestellt sind.
Schon seit Ende der 1990er Jahre diskutierten Bund und Land Berlin über eine mögliche Verlagerung des Museums. Obwohl die aktuelle Lage als historisch passend gilt, befindet sie sich relativ weit vom Stadtzentrum entfernt. Deshalb verbanden viele Beteiligte mit einem neuen Standort die Hoffnung, mehr Besucher anzuziehen und größere Ausstellungsflächen zu schaffen.
Umzug des Alliierten Museums in den „Hangar 7“ am Flughafen Tempelhof: Planungen für einen neuen Museumsstandort
In den 2010er Jahren konkretisierten sich die Umzugspläne. Der Haushaltsausschuss des Bundes stellte 2015 rund 27 Millionen Euro für ein neues Museum bereit. Geplant war ein Standort im Hangar 7 des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Dort sollte eine deutlich größere Ausstellung entstehen.
Der Masterplan sah vor, zahlreiche Großobjekte der Sammlung stärker in Szene zu setzen. Über 20 historische Exponate sollten auf mehreren Tausend Quadratmetern präsentiert werden. Dazu gehörten Flugzeuge, Hubschrauber, militärische Fahrzeuge sowie Überreste des Berliner Spionagetunnels. Auch der bekannte britische „Rosinenbomber“ sollte Teil der neuen Dauerausstellung werden.
Gestiegene Baukosten: Warum der Umzug nach Tempelhof abgesagt wurde
Noch 2024 schien das Projekt voranzukommen. Die Betondecke im „Hangar 7“ wurde für rund sieben Millionen Euro saniert. Was eine wichtige Voraussetzung für den geplanten Umzug nach Tempelhof war. Kurz darauf änderte sich jedoch die Einstellung zum Umzug.
Museumsdirektor Jürgen Lillteicher erklärte der Berliner Morgenpost, die damalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) habe den Umzug Anfang 2025 gegenüber dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) abgesagt. Lillteicher bedauerte den Schritt, weil viel Energie in die Planung geflossen sei. Insbesondere die stark gestiegenen Baukosten gelten als entscheidender Hintergrund. Die ursprünglich zugesagten 27 Millionen Euro reichen inzwischen nicht mehr für den Umzug aus.
Machbarkeitsstudie für das Outpost-Gebäude in Zehlendorf geplant: Sanierung der Bestandsgebäude geplant
Statt eines Umzugs konzentriert sich der Bund nun auf den bestehenden Museumsstandort. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung des denkmalgeschützten „Outpost-Gebäudes“ ausgeschrieben. Diese Studie soll klären, welche baulichen Maßnahmen notwendig sind und welche Kosten entstehen könnten.
Einen konkreten Kostenrahmen gibt es bislang nicht. Erst die Machbarkeitsstudie soll zeigen, welche Arbeiten erforderlich sind und wie teuer die Sanierung tatsächlich wird.
Exilmuseum am Anhalter Bahnhof und neue Pläne in der Fasanenstraße: Weiteres Kulturprojekt mit Finanzproblemen
Auch andere Kulturprojekte in Berlin kämpfen derzeit mit steigenden Baukosten. Das geplante Exilmuseum am Anhalter Bahnhof sollte ursprünglich nach einem Entwurf von Dorte Mandrup entstehen. Für den Neubau wurden zuletzt mindestens 130 Millionen Euro veranschlagt.
Da sich diese Summe nicht finanzieren ließ, änderten die Verantwortlichen das Konzept. Das Museum soll nun in kleinerer Form in einer Villa in der Fasanenstraße entstehen. Trotz der reduzierten Planung bleibt das Projekt damit grundsätzlich erhalten.
Quellen: Alliierten Museum Berlin, Berliner Morgenpost, Stiftung Exilmuseum Berlin
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… und noch ein Plan für Berlin, aus dem nix wird. Hatte nicht jemand in Regierungsverantwortung mal was von „Machen“ beim Regierungsantritt gesagt?