In der Kreuzberger Alexandrinenstraße wird derzeit ein Stück der Berliner Mobilitätswende sichtbar. Neben der neuen Fahrradstraße entsteht hier die erste Lieferzone im einheitlichen Design des neuen Berliner Leitfadens. Das Projekt soll zeigen, wie sicherer Radverkehr, funktionierender Lieferverkehr und stadtverträgliche Mobilität zusammengedacht werden können.

Die neue Bodenmarkierung in der Alexandrinenstraße macht die Fahrradstraße klar erkennbar und soll gemeinsam mit der neu gestalteten Lieferzone für mehr Ordnung und Sicherheit im Straßenraum sorgen. / © Fotos: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
© Fotos: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Seit August laufen die Bauarbeiten zur Umgestaltung der Alexandrinenstraße. Der Abschnitt zwischen Oranienstraße und Neuenburger Straße ist bereits abgeschlossen und wieder befahrbar. Neben der Markierung als Fahrradstraße wurde hier auch eine Einbahnregelung eingeführt, um den motorisierten Durchgangsverkehr zu verringern. Bauliche Mittelinseln erleichtern die Orientierung an Kreuzungen, während neue Abstellanlagen für Fahrräder und E-Scooter den Straßenraum ordnen.
Im Zuge der Arbeiten wurde zudem eine Lieferzone eingerichtet, die nach dem neuen Berliner Leitfaden für Lieferflächen gestaltet ist. Das Konzept soll künftig berlinweit Anwendung finden und ein einheitliches Erscheinungsbild im Stadtgebiet schaffen. Bezirksstadträtin Annika Gerold erklärte, dass die Maßnahme eine wichtige Nord-Süd-Verbindung für den Radverkehr in Kreuzberg stärke und zugleich zeige, dass sich sicherer Radverkehr und funktionierender Lieferverkehr miteinander vereinbaren lassen.
Umgestaltung der Alexandrinenstraße: Fahrradstraße verbindet Verkehrssicherheit mit neuen Lieferstrukturen
Zwischenzeitlich kam es zu Verzögerungen, da im Bereich der Hausnummer 118 eine Notmaßnahme der Berliner Wasserbetriebe notwendig war. Derzeit wird der dritte Bauabschnitt zwischen Gitschiner Straße und Brachvogelstraße hergestellt, der letzte Abschnitt bis zur Blücherstraße soll bald folgen. Nach Angaben des Bezirksamts ist die Fertigstellung der gesamten Fahrradstraße noch für dieses Jahr vorgesehen.
Das Projekt in der Alexandrinenstraße steht beispielhaft für den Anspruch, die Verkehrssicherheit in den Nebenstraßen zu erhöhen und gleichzeitig die Anforderungen des Wirtschaftsverkehrs zu berücksichtigen. Das Berliner Mobilitätsgesetz sieht die Einrichtung von Fahrradstraßen und Lieferflächen als gleichwertige Bestandteile einer nachhaltigen Stadtmobilität vor.
Berliner Leitfaden für Lieferzonen: Einheitliches Konzept soll künftig flächendeckend Anwendung finden
Mit dem neuen Leitfaden will die Stadt auf die wachsende Bedeutung des Lieferverkehrs reagieren. Onlinehandel, kleinteilige Zustellungen und veränderte Einkaufsgewohnheiten führen dazu, dass Lieferverkehre zunehmend auch in Wohngebieten stattfinden. Ziel des Leitfadens ist es, den Bezirken Planungshilfen an die Hand zu geben, um mehr klar erkennbare und regelkonform nutzbare Lieferflächen auszuweisen.
Ein verbessertes Angebot soll dazu beitragen, das Halten in zweiter Reihe oder auf Radwegen zu vermeiden und so die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Einheitlich gestaltete Lieferzonen sollen künftig im gesamten Stadtgebiet wiedererkennbar sein und die Akzeptanz für geordnete Lieferprozesse steigern. Damit soll nicht nur der Wirtschaftsverkehr entlastet werden, sondern auch die Nutzung des öffentlichen Raums effizienter und sicherer erfolgen.
Lieferzone in der Alexandrinenstraße erstmalig in neuem Design: Pilotprojekt mit Vorbildcharakter
Die neue Lieferzone in der Alexandrinenstraße ist damit nicht nur eine praktische Ergänzung zur Fahrradstraße, sondern auch ein Testfall für die künftige Umsetzung des Leitfadens in anderen Bezirken. Langfristig soll die einheitliche Gestaltung helfen, Nutzungskonflikte zu reduzieren und die Verkehrsflächen besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse in einer wachsenden Stadt abzustimmen.
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
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