Am südlichen Zugang zur Hamburger Innenstadt soll Rothenburgsort ein neues Zentrum erhalten. Geplant ist ein multifunktionales Stadtteilhaus am Alexandra-Stieg, ergänzt durch eine umfassende Neugestaltung der angrenzenden Parkflächen. Baubeginn ist für 2027 vorgesehen.

Der Park am Alexandra-Stieg bildet als Teil des Alster-Bille-Elbe Grünzug eine wichtige Grün- und Wegeverbindung zwischen Rothenburgsort und der Elbe und soll im Zuge des Projekts gestalterisch und funktional aufgewertet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: Demo Working Group Architekten-Partnerschaft mbB mit FAKT Office for Architecture Architekten PartGmbB und Trako Engineering und Transsolar Energietechnik GmbH, Knüvener Architekturlandschaft
Rothenburgsort steht vor einer städtebaulichen Neuordnung an prominenter Lage. Am Alexandra-Stieg, unweit der HafenCity, plant das Bezirksamt Hamburg-Mitte den Neubau eines Stadtteilzentrums. Der Standort markiert den südlichen Zugang zur Innenstadt und verbindet gewachsene Wohnquartiere mit neuen Entwicklungsgebieten entlang der Elbe.
Grundlage für das Vorhaben ist ein hochbaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb. Als Sieger ging ein Team um Demo Working Group Architekten-Partnerschaft mbB hervor, gemeinsam mit FAKT – Office for Architecture, Knüvener Architekturlandschaft, Trako Engineering und Transsolar Energietechnik. Ihr Entwurf setzt auf eine enge Verzahnung von Gebäude und Freiraum.
Rothenburgsort: Treffpunkt für Bildung, Kultur und soziale Initiativen
Das geplante zweigeschossige Gebäude versteht sich als Treffpunkt für Bildung, Kultur und soziale Initiativen. Vorgesehen sind unter anderem ein Café, Veranstaltungs- und Sporträume, Werkstätten sowie Beratungsangebote. Eine öffentlich zugängliche Dachterrasse mit Stadtgarten ergänzt das Raumprogramm.
Architektonisch prägend ist eine großzügige Glasfassade, die Einblicke ermöglicht und das Haus zum Park hin öffnet. Die Transparenz ist dabei nicht nur gestalterisches Motiv, sondern Ausdruck des inhaltlichen Anspruchs: Das Zentrum soll als niedrigschwelliger Ort der Begegnung funktionieren. Die Jury würdigte insbesondere die klare Setzung im Stadtraum und die selbstverständliche Einbindung in die umgebende Grünanlage.
Alster-Bille-Elbe-Grünzug: Angrenzende Parkfläche wird neu geordnet
Parallel zum Hochbau wird die angrenzende Parkfläche neu geordnet. Sie ist Bestandteil des rund vier Kilometer langen Alster-Bille-Elbe Grünzug, der zentrale Wasserläufe miteinander verbindet und als wichtige Achse für den Fuß- und Radverkehr dient. Mehrere übergeordnete Radwege queren das Wettbewerbsgebiet; ihr Ausbau wird in die Planung integriert.
Ziel der Landschaftsarchitektur ist es, den Park als eigenständigen Abschnitt des Grünzugs zu stärken. Neben Aufenthaltsflächen sind Spiel- und Bewegungsangebote vorgesehen.
Ein neuer Ort für nachbarschaftliches Leben: Geplante Fertigstellung 2028
Dem Wettbewerb ging ein Beteiligungsprozess voraus. In Workshops brachten Anwohnende ihre Ideen ein, die in die Aufgabenstellung einflossen. Mit einer Absichtserklärung zwischen dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und dem Verein Mikropol e.V. wurde zudem eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart.
Finanziert wird das Projekt unter anderem aus dem Stadtentwicklungsfonds „Lebendige Quartiere“ der Hamburgischen Bürgerschaft. Rund 5,7 Millionen Euro sind eingeplant. Der Baustart ist für 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für 2028. Nach dem Abriss des früheren Stadtteiltreffs soll Rothenburgsort damit wieder einen festen Ort für nachbarschaftliches Leben erhalten.
Quellen: Bezirksamt Hamburg-Mitte, Büro Luchterhandt & Partner, Hamburger Abendblatt, NDR Hamburg, hamburg.de
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