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Die umfassende Sanierung des Bahnhofs Alexanderplatz in Berlin-Mitte startet zum Jahresende. Dafür müssen sämtliche Einzelhändler ihre Flächen räumen, einige von ihnen sind seit Jahrzehnten im Gebäude ansässig. Der historische Verkehrsknoten wird über mehrere Jahre entkernt und technisch komplett modernisiert.

Am Alexanderplatz beginnt eine der größten Bahnhofsmodernisierungen in Berlin. Während der vierjährigen Bauzeit werden alle Gewerbeflächen im Erdgeschoss geschlossen und der Bahnhof Schritt für Schritt technisch erneuert. / © Foto: Wikimedia Commons, Arild Vågen

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Der Alexanderplatz zählt zu den meistfrequentierten Verkehrsknotenpunkten Berlins, täglich bewegen sich hier hunderttausende Menschen zwischen S-Bahn, Regionalbahn, U-Bahn, Bus- und Tramlinien. Doch der Bahnhof hat ein Problem: Er ist in die Jahre gekommen und an vielen Stellen äußerst unansehnlich.

Nun beginnt eine umfassende Sanierung, die mehrere Jahre dauern wird und tief in die Struktur des Gebäudes eingreifen soll. Für die Einzelhändler im Erdgeschoss bedeutet das: Sie müssen den Standort verlassen, und das zeitnah.

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Die Deutsche Bahn plant, den gesamten Erdgeschossbereich zu entkernen, die technische Infrastruktur zu modernisieren und Brandschutzmaßnahmen auf ein neues Niveau zu heben. Die notwendigen Arbeiten sind so umfangreich, dass während der Bauzeit keine Ladenbetriebe möglich sind. Die im Bahnhof ansässigen Händler wurden darüber informiert, dass die Mietflächen vollständig zu räumen sind.

Alexanderplatz in Berlin-Mitte: Kernsanierung des Bahnhofs beginnt, entkernt wird vor allem das Erdgeschoss

Der Bahnhof wird in einem mehrstufigen Verfahren saniert. Im Fokus steht das Erdgeschoss, das bisher von einer Vielzahl an Geschäften genutzt wird. Dort werden Zwischendecken geöffnet, Leitungen ausgetauscht, Brandschutzwände erneuert und die ganze Gebäudetechnik auf heutigen Standard gebracht. Der Eingriff gilt als so umfangreich, dass die Bahn von einem „Entkernen im laufenden Betrieb“ spricht; ein Vorhaben also, das logistisch besonders anspruchsvoll ist.

Während die Bahnhofsbereiche oberhalb der Gleise weiterhin für Reisende zugänglich bleiben sollen, wird der Erdgeschossbereich zeitweise komplett geschlossen. Da dort die Leitungs- und Versorgungssysteme gebündelt sind, wäre ein Weiterbetrieb einzelner Geschäfte nicht möglich.

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Der Bahnhof Alexanderplatz soll zukunftsfähig werden, Einzelhändler müssen ausziehen

Die Modernisierung zielt darauf ab, den historischen Bahnhof zukunftsfähig zu machen, ohne seine architektonische Grundstruktur zu verändern. Der Bau steht unter Denkmalschutz, daher erfolgt die Sanierung in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden.

Die betroffenen Gewerbetreibenden wurden darüber informiert, dass die Mietverträge nicht verlängert werden und die Räumung erfolgen muss. Eine Weiterführung der Geschäfte während der Sanierungszeit ist nicht vorgesehen.

Viele Einzelhändler sind seit Jahrzehnten im Bahnhof Alexanderplatz ansässig

Viele der Unternehmen haben den Standort teils seit Jahrzehnten genutzt. Für sie bedeutet die Entscheidung der Deutschen Bahn einen Einschnitt: Das Geschäftsumfeld mit hoher Frequenz war für viele ein zentraler Faktor ihres Geschäftsmodells. Nun müssen sie kurzfristig neue Standorte finden oder ihr Angebot vorübergehend einstellen.

Die Bahn begründet die Maßnahme mit der technischen Notwendigkeit. Da die Sanierung im laufenden Bahnbetrieb stattfinden soll, sei es unvermeidlich, die Erdgeschossflächen frei zu machen, um die umfangreichen Bauarbeiten durchführen zu können.

Reisezentrum und Serviceangebote werden in Interimsgebäude verlagert: Übergangslösung entsteht südlich des Bahnhofs

Während der Sanierungszeit soll ein Übergangsgebäude auf der Seite des Alexanderplatzes in Richtung Fernsehturm entstehen. Dorthin zieht unter anderem das Reisezentrum um. Auch Toilettenanlagen und Informationspunkte werden temporär verlegt, um die wichtigsten Servicefunktionen weiter aufrechtzuerhalten.

Für Reisende bedeutet das eine jahrelange Umgewöhnung: Wege ändern sich, Zugänge werden zeitweise verschoben, und es kann zu Einschränkungen im Betriebsablauf kommen. Der Zugverkehr soll jedoch weitgehend aufrechterhalten bleiben.

Bauzeit am Bahnhof Alexanderplatz soll vier Jahre dauern, Abschluss der Arbeiten voraussichtlich Ende 2029

Der offizielle Baubeginn ist für Ende 2025 vorgesehen. Die Sanierung wird voraussichtlich vier Jahre dauern, sodass die Fertigstellung Ende 2029 möglich ist. Während dieser Zeit müssen sich Passanten und Reisende auf veränderte Wegeführung, temporäre Sperrungen und Baustellenbetrieb einstellen.

Die Modernisierung ist Teil eines größeren Investitionsprogramms, das mehrere Berliner Verkehrsknotenpunkte umfasst. Ziel ist es laut Bahn, die Infrastruktur technisch zu ertüchtigen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Am Alexanderplatz betrifft dies insbesondere Beleuchtung, Orientierungssysteme, Materialqualität und Barrierefreiheit, wie es heißt.

Bahnhof Alexanderplatz: Notwendige Modernisierung mit verschiedenen Reibungspunkten

Mit Beginn der Sanierung startet ein komplexes Infrastrukturprojekt im Herzen der Hauptstadt. Für Reisende bedeutet es vorübergehend Einschränkungen, für Einzelhändler den Verlust ihrer Flächen.

Langfristig soll der Bahnhof Alexanderplatz, der seit vielen Jahren kein gutes Image hat, durch den umfassenden Umbau sicherer, moderner und nutzerfreundlicher werden. Die Sanierung am Alexanderplatz ist grundsätzlich notwendig, denn die alternde Infrastruktur muss grundlegend erneuert werden. Dies wird jedoch nicht ohne Reibungspunkte ablaufen.

Südlich des Bahnhofs Alexanderplatz soll ein Interimsgebäude errichtet werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0

Quellen: Deutsche Bahn, RBB, Berliner Zeitung, MOZ, Wikipedia, Bezirksamt Mitte, Landesdenkmalamt Berlin, Der Tagesspiegel, Architektur Urbanistik Berlin

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