Die jüngste Hitzewelle hat gezeigt, wie schnell sich das Berliner Stadtklima verändert und wie wenig manche Plätze diesen Temperaturen entgegenzusetzen haben. Während einzelne Orte bereits Umbaupläne vorweisen können, fehlt für andere zentrale Plätze bislang jedes Konzept. Sieben Beispiele zeigen, wo Berlin in den kommenden Jahren dringend nachbessern muss.

So könnte der Alice-Salomon-Platz nach seiner Umgestaltung aussehen, die noch in diesem Jahr beginnen soll. Vorbilder für solche Konzepte finden sich unter anderem in Kopenhagen, hier wird öffentlicher Raum schon länger konsequent auf Kühlung und Aufenthaltsqualität ausgerichtet. © Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen / Bruun & Möllers GmbH & Co.
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Fünf weitere Stadtplätze, die umgestaltet werden könnten, gibt es hier
Die Hitzewelle der vergangenen Wochen hat gezeigt, wie schnell sich das Berliner Stadtklima verändert. Bei Messungen der Initiative Baumentscheid wurden auf mehreren zentralen Plätzen Oberflächentemperaturen von deutlich über 50 Grad festgestellt, am Washingtonplatz sogar 62,6 Grad.
Klimaangepasste Stadtentwicklung wird damit zu einem entscheidenden Faktor dafür, ob sich Menschen im öffentlichen Raum überhaupt noch aufhalten können.
Während an einzelnen Plätzen bereits Umbaupläne entwickelt werden oder Bauarbeiten laufen, fehlt für andere zentrale Orte bislang jedes Konzept. Die folgenden sechs Plätze zeigen, wie unterschiedlich sich dieser Zustand darstellt.
Alexanderplatz: Umbau ringsherum, aber nicht auf der Fläche selbst
Rund um den Alexanderplatz verändert sich derzeit einiges. Mehrere Hochhäuser wachsen in die Höhe, darunter ein rund 133 Meter hoher Turm von Covivio, und auch das angrenzende Rathausforum soll für rund 34 Millionen Euro zu einem begrünten Freiraumband werden. Die eigentliche Platzfläche des Alexanderplatzes bleibt von diesen Vorhaben jedoch unberührt.
Initiativen wie die „Hermann Henselmann Stiftung“ und „Offenen Mitte“ fordern seit Jahren mehr Bäume und weniger Autoverkehr auf dem Platz selbst. Ein konkretes Konzept, das diese Forderungen aufgreift, existiert bislang aber nicht. Damit bleibt der zentrale Platz Berlins trotz umfangreicher Bautätigkeit in seiner unmittelbaren Umgebung städtebaulich unbearbeitet.
Kulturforum: Rahmenplan ohne konkrete Umsetzung

Trotz bedeutender Einzelbauten fehlt am Kulturforum bis heute ein konkreter Plan./ © Foto: Alexander Ludwig Obst & Marion Schmieding Bundesbau Baden-Württemberg SPK
Zwischen Philharmonie, Neuer Nationalgalerie und Staatsbibliothek fehlt dem Kulturforum seit Jahrzehnten ein zusammenhängender Platzcharakter. Im Januar 2026 nahm der Senat zwar eine Fortschreibung des bestehenden Masterplans zur Kenntnis, die unter anderem mehr Begrünung für Scharounplatz, Piazzetta und Matthäikirchplatz vorsieht. Dabei handelt es sich jedoch ausdrücklich um eine Arbeitsgrundlage für weitere Beteiligungsverfahren.
Ein konkreter, gebauter Entwurf liegt bislang nicht vor, und auch ein Zeitplan für die Umsetzung ist nicht bekannt. Architekt Stephan Braunfels hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach eigene, weitreichende Vorschläge vorgelegt, ohne dass diese Berücksichtigung fanden. Solange der neue Masterplan nicht in konkrete Bauprojekte übersetzt wird, bleibt das Kulturforum ein Ort mit Konzept auf dem Papier, aber ohne sichtbare Veränderung vor Ort.
Hammarskjöldplatz: Parkfläche statt gestalteter Stadtplatz

Der Hammarskjöldplatz vor den Messehallen in Charlottenburg wird bislang vor allem als Parkfläche genutzt. / © Foto: Wikimedia Commons, Taxiarchos228, FAL
Vor den Messehallen und dem Funkturm in Charlottenburg liegt ein Platz, der überwiegend als Abstellfläche für Besucherinnen und Besucher der Messe genutzt wird. Fahnenmasten, Laternen und einige Bäume prägen das Bild, ein gestalteter Aufenthaltsort ist daraus bislang nicht entstanden. Belebt zeigte sich der Ort zuletzt vor allem während der Fußball Europameisterschaft 2024.
Ein Konzept, das dem Platz dauerhaft mehr Aufenthaltsqualität verschaffen würde, ist derzeit nicht bekannt. Auch eine organisierte Initiative, die sich für eine Umgestaltung einsetzt, lässt sich bislang nicht finden. Der Hammarskjöldplatz bleibt damit einer der unauffälligsten, aber auch am stärksten vernachlässigten Orte in dieser Übersicht.
Innsbrucker Platz: Verkehr dominiert weiterhin das Bild

Der Innsbrucker Platz wird vor allem vom Autoverkehr dominiert. © Foto: Wikimedia Commons, / © Foto: Wikimedia Commons, Dirk Ingo Franke, CC BY 3.0
An der Nahtstelle zwischen Schöneberg und Friedenau kreuzen sich Hauptstraße und Ringbahn über einem Autobahntunnel der A100. Die Verkehrsbelastung prägt den Ort deutlich stärker als jede gestalterische Idee. Die SPD Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof Schöneberg brachte deshalb einen Antrag zur städtebaulichen Entwicklung ein und forderte das Bezirksamt zur Vorlage einer Handlungsstrategie auf.
Ein Ergebnis dieses Prozesses steht bislang aus. Die Untertunnelung und die hohe Verkehrsbelastung schränken den möglichen Handlungsspielraum zusätzlich stark ein. Solange keine konkrete Strategie vorliegt, bleibt der Innsbrucker Platz vor allem ein Verkehrsknoten ohne städtebauliches Konzept. Gleichzeitig entstehen hier der Büroneubau „The Friedenauer“ und ein neues Quartier, die „Friedenauer Höhe“.
Uber Platz: Wasserspiel ohne ausreichenden Schutz vor Hitze

Der Uber Platz vor der gleichnamigen Arena in Friedrichshain. / © Foto: Wikimedia Commons, Kostisl, CC0
Vor der Uber Arena in Friedrichshain sorgt ein Wasserspiel für Abkühlung, das Wohnquartier rund um die Halle heizt sich bei Sonnenschein jedoch deutlich auf. Die modernen Glasfassaden der umliegenden Neubauten reflektieren die Hitze stark und tragen so zusätzlich zur Aufheizung des Areals bei.
Die im Quartier gepflanzten Bäume sind noch jung und können bislang kaum ausreichend Schatten bieten. Wer der Hitze an heißen Tagen entkommen möchte, findet auf dem Platz selbst bisher wenig Möglichkeiten dazu.
Walter-Benjamin-Platz: Aufgearbeitete Geschichte, aber kein neues Konzept

Der Walter-Benjamin-Platz bietet kaum Grün. / © Foto: Wikimedia Commons, Martin Kraft, CC BY-SA 4.0
Zwischen Leibnizstraße und Wielandstraße in Charlottenburg liegt ein gepflasterter Platz, der von den granitgrauen Leibniz Kolonnaden Hans Kollhoffs gerahmt wird. Der Ort war lange vor allem durch einen Architekturstreit geprägt, der sich um ein antisemitisch konnotiertes Zitat im Pflaster drehte und 2020 mit dessen Entfernung endete. Seither ist es um den Platz städtebaulich ruhig geworden.
Einen Plan zur ökologischen oder gestalterischen Aufwertung gibt es bis heute nicht. Die überwiegend versiegelte Fläche bietet kaum Grün, ein einzelner großer Baum spendet nahezu den einzigen Schatten. Damit bleibt der Walter Benjamin Platz ein Beispiel dafür, dass auch historisch aufgearbeitete Orte nicht automatisch in den Fokus künftiger Klimaanpassung rücken.
Fünf weitere Stadtplätze, die umgestaltet werden könnten, gibt es hier
Alexanderplatz
Washingtonplatz
Kulturforum
Hammarskjöldplatz
Innsbrucker Platz
Uber Platz
Walter-Benjamin-Platz
Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Umweltatlas Berlin, rbb, Berliner Morgenpost, BaumEntscheid e.V.
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Berlin kann es einfach nicht, Inkompetenz pur, es ist hoffnungslos. In Paris hat man gerade einen neuen Grünpark eingeweiht….