Berlins Weihnachtsmärkte blicken auf eine bewegte Geschichte und teils tiefgreifende Veränderungen zurück. Zwischen Tradition, neuen Konzepten und städtebaulichen Umbrüchen zeigen sie, wie vielfältig die Adventszeit in der Hauptstadt heute gestaltet wird.

Weihnachtsmarkt Breitscheidplatz 1999, Charlottenburg

Blick auf den Breitscheidplatz 1999, als bunte Dekorationen und große Fahrgeschäfte das Bild des Weihnachtsmarktes bestimmten. / © Foto: IMAGO / Rolf Zöllner

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Berlin gehört zu den Städten mit der größten Vielfalt an Weihnachtsmärkten. In diesem Jahr stehen rund 90 Märkte zur Auswahl. Einige haben ihr Erscheinungsbild in den vergangenen Jahren modernisiert und setzen verstärkt auf Lichtinstallationen und neue Attraktionen. Andere halten bewusst an traditionellen Strukturen fest und prägen seit Jahrzehnten das winterliche Stadtbild.

Ein Blick auf fünf zentrale Weihnachtsmärkte zeigt, wie unterschiedlich sich die Weihnachtsmarktkultur der Hauptstadt entwickelt hat.

Gendarmenmarkt: Weihnachtsmarkt kehrt 2025 an seinen historischen Platz zurück

Bild 1 und 3: Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt im Jahr 2003. / © Foto: Imago / Pemax; Bild 2: Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt im Jahr 2018. / © Foto: depositphotos.com / sborisov; Bild 4: Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt im Jahr 2018. / © Foto: depositphotos.com / Sina Ettmer

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Der Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt gehört seit vielen Jahren fest zum Berliner Stadtbild. Die Idee für diesen Markt entstand 2002, nachdem der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit anregte, den Platz in der dunklen Jahreszeit stärker zu beleben. Der Veranstalter Helmut Russ, zuvor im Antiquitätenhandel tätig, entwickelte daraufhin das Konzept einer Zeltlandschaft als Hommage an die Hugenotten, die einst am Platz lebten.

Bis heute prägt diese Idee den Markt. Jedes Jahr präsentieren Kunsthandwerker ihre handgefertigten Produkte. Nach einer zweijährigen Sanierung des Platzes und einer Zwischenlösung auf dem Bebelplatz kehrt der Weihnachtsmarkt dieses Jahr an seinen ursprünglichen Standort zurück.

Breitscheidplatz: Wandel eines traditionsreichen Marktes

Bild 1 und 3: Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz im Jahr 1999. / © Foto: Imago / Rolf Zöllner; Bild 2 und 4: Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz im Jahr 2024. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, C00

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Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zählt zu den ältesten Märkten der Hauptstadt. Seit jeher lockt er zahlreiche Besucherinnen und Besucher an, damals noch mit farbenreichen Figuren, Karussells und klassischen Lichterketten.

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich der Markt deutlich verändert. Bunten Dekorationen wichen modernen Lichtskulpturen und großflächigem Lichtschmuck. Außerdem überspannt heute ein rund 400 Meter langer Lichtteppich den Platz. Auch der frühere überdimensionierte Weihnachtsmann aus den 1990er Jahren (siehe Foto) wurde mittlerweile gegen einen LED-Schneemann ersetzt. Zudem gehören seit dem Anschlag von 2016 massive Poller fest zum Sicherheitskonzept.

Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz: Zwischen Tradition und städtischem Trubel

Bild 1: Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz im Jahr im Jahr 1986. / © Foto: Imago / Christian Thiel; Bild 2: Weihnachtsmarkt am Alex im Jahr 2024. / © Foto: Wikimedia Commons, Burkhard Mücke, CC 4.0; Bild 3: Die Kelly Family gab im Jahr 1990 einen Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt am Alex. / © Foto: Imago / Pop-Eye; Bild 4: Weihnachtsmarkt am Alex im Jahr 2024. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0

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Auch der Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits in den 1920er Jahren entstand er an diesem Ort und blieb auch in der DDR-Zeit ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens. Fahrgeschäfte von Anfang an dazu. Nach der Wiedervereinigung traten Künstler wie die Kelly Family auf und machten den Markt über die Stadt hinaus bekannt.

Heute gilt der Weihnachtsmarkt als lebendig und stellenweise chaotisch, behält jedoch seinen kultigen Charakter. Eine traditionelle Riesenpyramide bildet einen zentralen Treffpunkt, an dem sich Besucherinnen und Besucher mit Glühwein oder Bratwurst versorgen. An Stelle von Konzerten setzt der Markt heute auf sportliche Aktivitäten. So belebt auch in diesem Jahr wieder eine Rollschuhbahn den Platz, die an ausgewählten Tagen zur Roller Disco wird.

Altstadt Spandau: Weihnachtsmarkt vor Jahren der Umgestaltung

Bild 1 und 3: Weihnachtsmarkt in Spandau im Jahr 2001. / © Foto: Imago / Günter Schneider; Bild 2 und 4: Weihnachtsmarkt in Spandau im Jahr 2024. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0

Seit mehr als fünfzig Jahren gehört der Spandauer Weihnachtsmarkt fest zur Adventszeit. 1983 öffnete er erstmals an allen Adventswochenenden und erreichte zeitweise über 400 Stände, die große Teile der Altstadt einnahmen. In den vergangenen Jahren wurde das Konzept überarbeitet. Der Markt präsentiert sich seither familienfreundlicher und insgesamt atmosphärisch ruhiger. Eine Eisstockbahn, zusätzliche Weihnachtsbäume und eine neue Bühne erweitern das Angebot.

Die geplante umfassende Neugestaltung der Altstadt wird den Weihnachtsmarkt jedoch in den kommenden Jahren beeinflussen. Das Bezirksamt möchte die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone verbessern, weshalb Bauarbeiten notwendig werden. Teile der Altstadt müssen dafür vorübergehend gesperrt werden. Noch ist offen, wo der Markt im nächsten Jahr stattfinden kann.

Schlossplatz: Vom DDR-Rummelplatz zum Wintermarkt am Humboldt Forum

Bild 1 und 3: Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz vor dem Palast der Republik im Jahr 1991. / © Foto: Imago /Rolf Zöllner; Bild 2 und 4: Weihnachtsmarkt vor dem Humboldt Forum im Jahr 2024. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0

Der Weihnachtsmarkt am Schlossplatz hat sich besonders stark verändert. Im Dezember 1986 bot der Palast der Republik die Kulisse für einen groß angelegten Weihnachtsmarkt, der mit Achterbahnen und Kettenkarussells auf dem Parkplatz vor dem Gebäude aufgebaut war. Die Mischung aus DDR-Architektur und farbenreichen Attraktionen war damals einzigartig.

Seit 2021 prägt das Humboldt Forum diesen Bereich. Zwei Jahre später öffnete erstmals der Wintermarkt am Schlossplatz. Anstelle großer Fahrgeschäfte bestimmen nun kleinere Stände das Bild. Zur Gestaltung des Marktes tragen zudem Lichtinstallationen bei, die die Fassaden mit animierten Projektionen bespielen. In diesem Jahr ergänzt erstmals eine abendliche Lasershow das Programm.

Quellen: Humboldt Forum, Die Welt, Tagesspiegel, Berlin.de, Schaustellerverband Berlin, rbb

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