Ab 7. September erneuert die BVG die Gleisschleife in Adlershof. Die Arbeiten bereiten die Anbindung des neuen Tram-Betriebshofs vor.
Neuer Tram-Betriebshof Adlershof
© Titelbild: ARGE / BVG
Im Berliner Südosten entsteht eine neue Basis für die Straßenbahn. Noch bevor der Tram-Betriebshof in Adlershof seinen Betrieb aufnehmen kann, muss die BVG jedoch die Verbindung zum bestehenden Netz vorbereiten. Dafür steht nun ein konkreter Termin fest.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Köpenicker Straße 1, 12489 Berlin
- Projekt: Neuer Tram-Betriebshof Adlershof
- Beginn Arbeiten an der Gleisschleife: September 2026
- Inbetriebnahme: 2030 (geplant)
- Kapazität: bis zu 60 Straßenbahnen in der Aufstellanlage
Auf dem früheren Kohlebahnhof nahe dem S-Bahnhof Adlershof bereitet die BVG eines ihrer großen Infrastrukturprojekte vor. Das Grundstück umfasst rund 52.000 Quadratmeter. Geplant sind rund 7.000 Meter Gleis und 38 Weichen. Allein die Aufstellanlage soll rund 2.000 Meter Grüngleis erhalten. Hinzu kommen Werkstatt, Gleichrichterwerk und Betriebshofsteuerung. Bis zu zehn Fahrzeuge können später gleichzeitig in der Werkstatt stehen.
2028 sollen die ersten Hochbauten und die Aufstellanlage baulich fertig sein, für 2030 ist die Inbetriebnahme vorgesehen. Nach aktuellem Stand rechnet die BVG mit rund 300 neuen Arbeitsplätzen.
Tram-Betriebshof Adlershof: Gleisschleife wird ab 7. September erneuert
Der nächste konkrete Schritt beginnt am 7. September 2026. Bis zum 13. Dezember will die BVG die bestehende Gleisschleife grundlegend instand setzen. Dabei entstehen neue Gleis- und Weichenanlagen. Außerdem erneuert das Unternehmen Entwässerung, Bahnstrom und Fahrleitungsanlagen. Die BVG bezeichnet die Arbeiten ausdrücklich als Teil der Anbindung des künftigen Tram-Betriebshofs an das Liniennetz.
Die eigentliche Zufahrt zum Betriebshof entsteht nordöstlich des Geländes nahe dem S-Bahnhof. Laut Planfeststellungsunterlagen wird sie zweigleisig und erhält einen Gleiswechsel. Die Planung sieht genügend Platz vor, damit dort ein Fahrzeug mit bis zu 60 Metern Länge oder zwei jeweils bis zu 30 Meter lange Fahrzeuge warten können, ohne die vorhandene Gleisschleife zu blockieren. Über die Rudower Chaussee erreicht die Straßenbahn anschließend das bestehende Netz.
Neuer Betriebshof soll Straßenbahnnetz im Südosten entlasten
Der Neubau hat einen konkreten betrieblichen Hintergrund. Der Berliner Nahverkehrsplan nennt den bestehenden Betriebshof Köpenick als technisch nicht mehr zeitgemäß. Dort können Flexity-Fahrzeuge nicht gewartet und instand gehalten werden. Eine Modernisierung gilt wegen der denkmalrechtlichen Bedingungen als wirtschaftlich nicht sinnvoll. Gleichzeitig wären lange Zuführungsfahrten von den Betriebshöfen Lichtenberg und Marzahn für das südöstliche Straßenbahnnetz betrieblich problematisch.
Auch die Ausstattung in Adlershof fällt entsprechend umfangreich aus. Die Werkstatt erhält unter anderem Waschanlage, Hebeanlagen, Besandungsanlagen, Ölwechselstand, Dacharbeitsstände und Arbeitsgruben. Die BVG beschreibt den Standort als modularen „Musterbetriebshof“, dessen Aufbau später als Vorbild für weitere Neubauten dienen soll.

Eine Straßenbahn fährt durch die Dörpfeldstraße in Adlershof. Der geplante zweigleisige Ausbau verzögert sich, während der Bezirk den Straßenumbau unabhängig von der BVG vorantreiben will. / © Foto: ENTWICKLUNSSTADT
Adlershof: Dörpfeldstraße bleibt wichtiger Teil der Tram-Anbindung
Allerdings endet die Entwicklung nicht an der neuen Gleisschleife. Für einen leistungsfähigen Betrieb des Standorts spielt auch die Dörpfeldstraße eine wichtige Rolle. Dort plant die BVG weiterhin den zweigleisigen Ausbau der Straßenbahn.
Das Verfahren verzögert sich jedoch. Deshalb soll der Umbau der Dörpfeldstraße möglicherweise unabhängig von den BVG-Arbeiten umgesetzt werden. Der neue Betriebshof steht trotzdem nicht zur Diskussion. Die ersten Vorarbeiten beginnen am 7. September 2026 mit der grundlegenden Instandsetzung der bestehenden Gleisschleife.
Quellen: Berliner Verkehrsbetriebe, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Berliner Morgenpost
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