In Charlottenburg laufen die Umbauarbeiten zur Modernisierung des Kranzler Ecks. Die früheren Volieren sind inzwischen vollständig entfernt und die Sittiche leben nun an einem neuen Standort. Das Ensemble bereitet sich damit auf eine Modernisierung vor, die ab 2026 geplant ist.

Der Innenhof des Kranzler Eck hat sich nach dem Abbau der 22 Meter hohen Volieren deutlich verändert. Seit kurzem schreiten die Arbeiten für die neue grüne und offenere Gestaltung des Platzes sichtbar voran. / © Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Die ehemaligen Volieren im Innenhof des Kranzler Ecks wurden 2001 vom Architekt Helmut Jahn errichtet und prägten den Innenhof des Einkaufszentrums bis vor kurzem. Nun haben die ersten Arbeiten zur Modernisierung des Kranzler Ecks begonnen. Die Volieren erreichten eine Höhe von 22 Metern und boten verschiedenen Sitticharten ein dauerhaftes Zuhause. Die Tiere erhielten dort eine enge tierärztliche Betreuung, wodurch ihr Wohlergehen gesichert wurde. Insgesamt lebten 19 Vögel im Innenhof und sorgten für eine besondere Atmosphäre.
Begründung für den Abbau der Volieren und Ziele der neuen Gestaltung in Charlottenburg: Arbeiten am Kranzler Eck haben begonnen
Da die Volieren nicht mehr zeitgemäß wirkten und neue Anforderungen an den Ort entstanden, wurde beschlossen, den Innenhof des Kranzler Ecks umzugestalten. Die Konstruktionen sind inzwischen vollständig entfernt und die Fläche wird schon vorbereitet.
Der Innenhof soll künftig stärker betont werden und eine grüne Oase bieten, die mit insektenfreundlicher Bepflanzung und konsumfreien Bereichen gestaltet wird. Die Arbeiten bilden zugleich den Auftakt für die geplante Modernisierung des gesamten Kranzler Ecks ab 2026.
Planung des Vogelumzugs und Auswahl eines geeigneten neuen Lebensraums: Entscheidung im Sinne der Tiere
Am Abbau und der Umsiedelung waren Fachleute der Freien Universität Berlin beteiligt. Sie legten Kriterien fest, die den Sittichen eine artgerechte Zukunft sichern sollten. Da die Tiere sehr soziale Wesen sind, sollten sie gemeinsam umziehen und auf Artgenossen treffen. Die Vogelburg Weilrod im Naturpark Hochtaunus erfüllte diese Kriterien und bietet nun allen 19 Vögeln ein geeignetes Zuhause.
Ablauf des Transports, Gründe gegen eine Auswilderung und Besuchsmöglichkeiten in Weilrod: Perspektive der Sittiche
Eine spezialisierte Organisation führte den Umzug durch und gewöhnte die Tiere behutsam an ihre Transportkisten. Eine Auswilderung kam nicht infrage, da alle Sittiche aus Zuchten stammen und in freier Natur nicht überleben könnten. In Weilrod können Besucherinnen und Besucher die Vögel weiterhin sehen und zugleich die Einrichtung unterstützen, die sich über Eintritte und Mitgliedschaften finanziert.

Die früheren Volieren am Kranzler Eck entstanden 2001 nach Plänen von Helmut Jahn und erreichten eine Höhe von 22 Metern, während darin insgesamt 19 Sittiche verschiedener Arten lebten und den Innenhof über viele Jahre prägten. / © Foto: Wikimedia Commons, Jwaller, CC BY-SA 3.0
Quellen: NKE Neues Kranzler Eck Berlin Immobilien GmbH, Berlin.de, Wikipedia
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8 Kommentare
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Komisch, dass noch keiner um die Ecke kam, gleich nebenan einen Turm ins alte Karstadt Sport stellen zu wollen. Der würde umgehend die Gruppe um den Waldorfturm erweitern.
Gut, ich fand die Voliere witzig, andererseits taten mir die Piepmätze immer leid, vor allem im Winter. Dass das Ganze jetzt abgebaut, fügt sich in die dauernden Fehlplanungen von Architekten und Immobilienplanern in dieser Stadt ein. Man hat etwas versucht – und ist gescheitert, so wie beim Sony-Center, die aufwendig umgebaut werden musste, weil das Konzept betriebswirtschaftlich nicht tragfähig war, so wie das heutige „The Playce“ (was für ein bescheuerter Name), das ebenfalls gescheitert war (und wahrscheinlich auch weiter scheitern wird), weil Architekten und Immobilienentwickler ihr „Lilalü“-Weltsicht auf die Architektur übertragen hatten. Im Grunde ist die gesamte Gestaltung des Potsdamer Platzes bis zum „Theater am Potsdamer Platz“ gescheitert. Es fügt sich in das Desaster um die Eastside-Mall und Uber-Arena (heißt die noch so oder ist die schon wieder umbenannt?) und deren tote Plätze und Straßen ein. Alles gescheiterte „Retorten“-Stadteile vom Zeichentisch. Es zeigt sich an diesen Teilen, dass eine nicht gewachsene Stadt nicht funktioniert – und das ein erheblicher Teil von Architekten, Stadtplanern, Immobilienentwicklern, Bauherren usw. keine Ahnung vom Lebensgefühl wie auch der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wesentlicher Teile der Bevölkerung hat. Deswegen sind natürlich auch die drei „Quartiere“ in der Friedrichstraße völlig gescheitert. Das alles ist ein bedingungsloses Versagen der vorgenannten Berufsgruppen. Ganz nebenbei ist aus vorgenannten Gründen auch die „Mall“ (was für ein Name für ein gehobenes deutsches „EKZ“?!?) gescheitert.
Ich teile Ihre Analyse. Darüber hinaus denke ich, dass heutige Stadtplaner, Architekten, Immobilienentwickler und Bauherren in Berlin sich vielleicht mal von der Geschichte und Identität Berlins inspirieren lassen sollten. Wie nachhaltig und modern wurden riesige Stadtviertel zur Gründerzeit aus dem Boden gestampft … Jetzt, da Etagentoiletten und Kohleheizungen längst der Vergangenheit angehören, sind diese Viertel die begehrtesten der Stadt. Wenn Berlin irgendwo schön und charmant und von ansprechender und funktionierender Urbanität und Qualität ist, dann in seinen Gründerzeitvierteln aus der Kaiserzeit. Das Rad muss in Berlin eben nicht neu erfunden werden: Wohnen und Arbeiten und Freizeit nicht räumlich trennen, Strassenbahnen oder UBahnen in jeder größeren Straße, soziale Durchmischung und schöne (!) und dichte und hohe Blockrandbebaung mit schönen, ruhigen und kühlen, grünen Hinterhöfen, an der harmonischen und schönen Strassenfront im Erdgeschoss grundsätzlich Geschäfte und Restaurants und Kneipen oder sonstige Nutzung von allg. Interesse, Strassenbäume beidseitig alle paar Meter und natürlich schöne, Identität stiftende Plätze hier und da… und fertig ist die funktionierende Stadt, die ohne zeitgeistige Irrungen und Wirrungen auskommt.. und die deshalb auch nicht zur Investitionsruine wird, an der alle 15 Jahre neu herumgebastelt werden muss.
Ihr lieben Stadtplaner, Architekten, Bauherren und Immobilienentwickler: Erkennt, dass die wahre Moderne, die, die nachhaltig und über alle Zeiten hinweg überzeugt, in Berlin schon längst existiert (bzw existiert hat – was das ehemalige, riesige StraßenbahnNetz betrifft). Nämlich in den Gründerzeitvierteln der Kaiserzeit. Das zu verstehen und daraus zu lernen (für neue Stadtviertel), das wäre zur Abwechslung mal intelligent und zukunftsträchtig.
Was für ein Blödsinn. Dinge entstehen und verschwinden. Bedarfe entstehen, verändern sich und verschwinden ebenso wieder. Architektur entsteht und verschwindet wieder. Das war ist und wir immer so sein.
Was für ein Blödsinn. Qualität bleibt und besteht. Murks kommt und geht.
So wird ein Schuh draus. Das war, ist und wird immer so sein.
Stadtplanung, plant man eine Stadt für die Menschen die darin arbeiten und leben können oder eine Stadt in der man mit dem Auto unterwegs ist
Was heißt aus Ihrer Sicht gewachsene Stadt? Assoziieren Sie damit jene Viertel, die zumindest teilweise noch Gründerzeitcharme haben und infolge der Kriegszerstörungen mit Gebäuden der 1960er bis 1990er ergänzt wurden? Nun, diese Mischung hat einen schrecklichen Krieg gebraucht – und den wollen Sie sicher auch nicht, um überhaupt zu einer gewachsenen Stadt zu kommen. Und Mitte, also alles rund um den Alex ist auch ein Reißbrettprojekt, ergänzt um wenige Nachendegebäude, die die Leere etwas erträglicher gemacht haben. Aber gewachsen? Selbst die Gründerzeitviertel sind von James Hobrecht quasi für Serienfertigung angedacht worden – gar nicht so unähnlich wie bei Hausmann in Paris. Was also ist gewachsene Stadt? Übrigens bin ich ganz froh über die Bauten aus der Hobrechtzeit.
Nö, ich bin leidenschaftlicher Anhänger auch moderner Architektur, war immer – schon als Kind und Jugendlicher – Anhänger des Bauhauses. Es gibt auch in Berlin „Retorten“stadtteile aus den 20ern, die mir sehr gut gefallen, die Berliner Gartenstädte, die man allerdings auch dem historischen Kontext zuordnen muss und die eine ganz andere Funktion (nämlich damals relativ zentrumsnah Wohnen im Grünen zu ermöglichen) hatten. Das ist eben eine Frage der Qualität von Stadtplanern und Architekten und ihren Entwürfen.
Und selbstverständlich gab es immer Veränderungen in der Bestandsarchitektur. Dass das Sony-Center mit dem Niedergang Sonys und dem Verkauf des Centers anders fortgeführt werden musste, war auch klar. Dass die Mittelanlage im Center mit seinen albernen Wasserspiele und dem Durchbruch zum Untergeschoss so auf Dauer nicht tragen konnte, musste auch jedem klar sein. Dass das heutige „The Playcy“ ein Fehlkonstrukt war, weil die Grundrisse einen wirtschaftlichen Betrieb nicht zuließen, war bereits zur Eröffnung allenthalben moniert worden.
Überhaupt die „Mall“: Ein Konstrukt aus den USA, der europäischen Stadt eigentlich fremd. Denn der Besucher wird in das Gebäude geholt, er soll dort flanieren und vor allem konsumieren. Führt dazu, dass zur Straße hin wenig Schaufenster stattfindet, überall Ein-/Ausgänge, Lieferzufahrten/-zugänge, Notausgänge usw. usf. Für die USA mit irre kalten Wintern und irre heißen Sommern mochte die Erfindung der – klimatisierten – Mall (die übrigens auch in den USA zunehmend leer stehen) Sinn. Und wenn in Berlin dann noch die Neigung hinzukommt, das Auto zu verdrängen. Die Malls werden ja nicht vor allem von Berlinern besucht, sondern aus dem Umland und durch Touristen!
Wer die Park-Kolonnaden am Tilla-Durieux-Park (diese Anlage als „Park“ zu bezeichnen, zeigt schon das Verständnis und grundlegende Problem der Berliner Bauverwaltung) schön findet – alles entworfen von namhaften nationalen und internationalen Architekten, ist selbst schuld!
Ganz nebenbei: Die Gründerzeitbauten waren denn auch nicht unbedingt von Schönheit geküsst. Da überschlugen sich Bauherren als „Norbert Neureichs“, allen zu zeigen, wie sehr man auf dem Geld sitzt, soviel Putten usw. hingen an den Fassaden. Selbst der olle Kaiser Wilhelm II. hatte sich abfällig über Neureichs und ihre Angeber-Architektur geäußert.
Und die Gründerzeitviertel wurden auch auf dem Reißbrett geplant, dort aber mit lauter unterschiedlichen Bauherren, von denen jeder seine eigene Fassade an die Straße stellte. Das ergab dann eine spannende Durchmischung, selbst wenn es derselbe architektonische Zeitgeist war, der zum Tragen kam.
Vielfältigkeit in den Fassaden kommt ja vor allem auch in den alten Städte zum Tragen. Gehen Sie nach Heidelberg, Rothenburg ob der Tauber usw. Klar, das kann man nicht wiederholen, schon gar nicht in einer 4-Mio.-Einwohner-Metropole. Aber es gibt ja durchaus moderne Architektur, die abwechslungsreich ist. Wenn ich aber von einem Bauherren in der Stadt einen nach innen gewandten Mall-Moloch hinsche..en lasse, dann kommt dabei nichts Gutes raus!
Nicht umsonst hatte die langjährige Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher lange vor ihrem Amtsantritt zu Zeiten, als noch der unsägliche Stimmann Senatsbaudirektor war, gewarnt, dass Berlin die gleiche gesichtslose Architektur wie Washington D.C. erleide! Sie hat es dann leider auch nicht sehr viel besser hinbekommen. Gegebenenfalls scheiterte es auch an der Berliner Bauverwaltung wie auch Bauherren und Architekten.