Seit mehr als einem Jahrzehnt steht am nördlichen Ende des Hines-Grundstücks am Alexanderplatz eine trapezförmige Baulücke und mit ihr die Frage, was dort einmal entstehen soll. Der ikonische Entwurf von Star-Architekt Frank Gehry aus dem Jahr 2014 gilt in seiner ursprünglichen Form als überholt, während die weitere planerische Entwicklung derzeit offen ist.
Mit der Vorstellung des Siegerentwurfs für einen Hochhausturm am Alexanderplatz im Januar 2014 zogen Hines Immobilien und das Berliner Baukollegium viel Aufmerksamkeit auf sich. Frank Gehry hatte für den damaligen Siegerentwurf einen Baukörper entworfen, der mit nahezu allem brach, was am Alexanderplatz bis dahin gebaut worden war: goldgelber Sandstein, ein kleeblattförmiger Grundriss, gefaltete Fassadenstruktur und keinerlei rechte Winkel. Der Entwurf war typisch für Gehrys Dekonstruktivismus: dynamisch und komplex.
Zwölf Jahre später ist die weitere Entwicklung des Projekts weiterhin offen. Wie Hines gegenüber dem rbb mitteilte, liegt derzeit keine endgültige architektonische Festlegung vor. Neue beziehungsweise aktualisierte Visualisierungen stehen aktuell nicht zur Verfügung, sollen jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden. Der ursprüngliche Entwurf von Frank Gehry aus dem Jahr 2014 wird in dieser Form nicht weiterverfolgt, auch spätere Überarbeitungen gelten inzwischen als überholt.
Veränderte Grundstücksverhältnisse am Alexanderplatz: Hines plant Neustart am nördlichen Grundstücksende
Zum Teil erklärt sich das durch die veränderten Grundstücksverhältnisse. Der ursprüngliche Bebauungsplan aus den 1990er Jahren sah den Turm weiter südlich vor, gegenüber dem „Haus des Lehrers“ und umgeben von einem Sockelbau. Da Hines jedoch ab 2007 auf dem südlichen Grundstücksteil ein Kaufhaus errichtete und dieses nach Fertigstellung verkaufte, blieb am nördlichen Ende nur eine trapezförmige Fläche von rund 1.400 Quadratmetern übrig, die für die ursprünglichen Pläne des Gehry-Entwurfs zu klein und ungewöhnlich geschnitten war.
Unter dem Grundstück verlaufen zudem die Tunnel der U5, weshalb die Berliner Verkehrsbetriebe Bedenken wegen möglicher Bauschäden anmeldeten. Wie berechtigt diese Sorgen sind, zeigte ein Vorfall beim benachbarten „Covivio-Turm“: Dort sackte der U2-Tunnel während der Bauarbeiten um einige Zentimeter ab und schränkte den Betrieb für mehrere Monate ein.
Beteiligungsverfahren gibt der Öffentlichkeit die Möglichkeit, die Planung mitzugestalten
Seit kurzem können Bürgerinnen und Bürger die aktuellen Planunterlagen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen einsehen und bis Ende April kommentieren. Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens können in die weitere Planung einfließen, bevor sich Senat und Abgeordnetenhaus mit dem Bebauungsplan befassen.
Inhaltlich sieht der aktuelle Entwurf Einzelhandel in den unteren Geschossen vor, darüber soll Wohnfläche mit Potenzial für bis zu 38.000 Quadratmeter entstehen. Die Höhe bleibt bei rund 150 Metern, technische Aufbauten eingerechnet bis zu 156 Meter. Wann der erste Spatenstich erfolgt, ist allerdings weiterhin offen, denn der Fortschritt hängt unmittelbar vom Bebauungsplanverfahren ab und das braucht Zeit.
Quellen: rbb|24, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
5 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Das ist eine sehr schlechte Nachricht, den der Alternativ-Entwurf wird garantiert schlechter.
Der Beitrag liest sich ein wenig unglücklich! Es hört sich so an, als hätte sich Hines schicksalshaft gefügt, statt eines Hochhauses gegenüber dem Haus des Lehrers mit einem umgebenden Sockelbau nur den Sockelbau zu errichten und diesen dann zu verkaufen, um nun nur noch – die „armen Hascherl“ – ein Grundstück von 1.400 qm. für ein Hochhaus zur Verfügung zu haben. Und die Abweichung von der geplanten Hochhausbebauung mit dem vor allem durch Saturn genutzten „Sockelbau“, der keiner mehr ist, muss dann ja durch die zuständigen Behörden genehmigt worden sein (vielleicht zieht man endlich mal die Behördenmitarbeiter für ihr Dauerversagen persönlich zur Verantwortung; die sollen für ihre krassen Dauerfehlentscheidung mit ihrem persönlichen Vermögen bis in die Insolvenz haften, egal ob auf Bezirks- oder Senatsebene!!!).
Und schafft endlich dieses unsägliche Baukollegium ab! Da ist noch nie was Gutes rausgekommen! Dieses Baukollegium macht die Stadt kaputt!
Das ist eine sehr gute Nachricht, die mich riesig freut! Wegen dieses geplanten Gehry Hochhauses hatte ich echt schon Alpträume. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ein Alternativ-Entwurf hässlicher sein könnte, als dieser ikonische ArchitekturMist von Gehry. Ich möchte dort ein schönes und elegantes Hochhaus sehen!
Wenn dann noch dieser hässliche MonarchTower ebenfalls durch ein schönes und elegantes Hochhaus ersetzt wird und endlich diese idiotische PolizeiKiste abgeräumt wird (die dumm und ignorant mitten auf den Platz hingeschissen wurde und den Platzcharakter damit total zerstört!), dann wird der Alexanderplatz doch noch ein schöner und genießbarer Platz!
Ich hatte das zwar nicht kommentiert bisher aber war auch irritiert von diesem Entwurf, grundsätzlich interessant aber nicht ganz mein Geschmack. Bin gespannt was dort nun passiert…
Es wird eine langweilige Scheußlichkeit nach der anderen genehmigt. Um die Kugel des Fernsehturms weiterhin von allen Seiten sichtbar zu belassen, sollten die Häuser ursprünglich nicht höher als 130 Meter werden. Wer genehmigt denn 150 Meter und mehr? Für mich klingt das nach Korruption!