In Falkensee verschwindet ein weithin sichtbares Industriegebäude, das nach der Wiedervereinigung für einen wirtschaftlichen Neuanfang stand. Das ehemalige Herlitz Werk wird abgerissen, auf dem Gelände soll ein neues Logistikzentrum entstehen.
Im Vordergrund wachsen vereinzelte Sträucher, die den Blick auf das Gebäude leicht einrahmen. Die freie Fläche davor wirkt ungenutzt und weitläufig.

Das ehemalige Herlitz-Gebäude in Falkensee ragte weithin sichtbar über die Felder hinweg. Heute wird es nach über 30 Jahren Nutzung vollständig zurückgebaut. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0

© Fotos: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0

 

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Zu Beginn der neunziger Jahre entstand am Rand von Falkensee ein imposanter Industriebau mit heller Fassade und viel Glas. Zwischen 1991 und 1994 errichtete der Berliner Büromittelhersteller Herlitz dort ein Werk mit angeschlossenem Logistikzentrum. Die Investitionssumme betrug rund 400 Millionen D-Mark.

Das achtgeschossige Gebäude war mit seinen 44 Metern Höhe weithin sichtbar. Es lag direkt an der Bahnlinie zwischen Berlin und Hamburg und war vom Berliner Stadtgebiet ebenso gut zu erkennen wie aus vorbeifahrenden Zügen. Der Standort wurde damals sogar mit einem eigenen Bahnhof verbunden, der bis heute von Regionalzügen angefahren wird.

Bedeutender Arbeitgeber: Bis zu tausend Menschen arbeiteten in dem Gebäude bis zum allmählichen Niedergang

In den ersten Jahren nach der Eröffnung war das Werk ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. Bis zu tausend Menschen arbeiteten in verschiedenen Abteilungen des Standorts. Sie konnten das Gebäude über die extra angelegte Fußgängerbrücke vom Bahnhof aus direkt erreichen.

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Neben dem Logistikzentrum befanden sich auf dem Gelände Büros, Lagerflächen, eine Kantine und Produktionshallen. Die Dimensionen des Komplexes machten ihn zu einem der größten Einzelbauten im weiteren Umland von Berlin.

Rückbau des Werks: Seit Beginn des Jahres laufen die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Industriegelände

Der Rückbau des Gebäudes hat bereits im Frühjahr begonnen. Im Mai wurde unter anderem die Fußgängerbrücke zum Bahnhof entfernt. Seitdem tragen Bagger das Gebäude Stück für Stück ab.

Bis Juli waren große Teile der Fassade bereits entfernt. Der Abriss soll insgesamt etwa ein Jahr dauern. Für viele Menschen aus der Umgebung ist das Verschwinden des bekannten Bauwerks deutlich sichtbar und mit persönlichen Erinnerungen verbunden.

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Mehrere Eigentümerwechsel führten letztlich zur Entscheidung für den Abriss des Gebäudes

Im Jahr 2010 wurde Herlitz von der Firma Pelikan übernommen. Damit ging auch der Standort in Falkensee in den Besitz des neuen Eigentümers über. Einige kleinere Firmen nutzten das Gebäude in den Folgejahren weiterhin, doch die Auslastung sank stetig.

Im Jahr 2022 verkaufte Pelikan das Gelände an das amerikanische Unternehmen Hillwood. Pelikan blieb vorübergehend Mieter. Ein Jahr später wurde Pelikan selbst vom französischen Konzern Hamelin übernommen, der dann das endgültige Aus für den Standort beschloss.

Pläne für eine neue Nutzung als Rechenzentrum scheiterten an fehlender Infrastruktur für Energie

Nach dem Eigentümerwechsel gab es Überlegungen, das Gebäude anders zu nutzen. Ein Investor zeigte Interesse daran, ein Rechenzentrum einzurichten. Bürgermeister Heiko Richter erklärte, dass die Idee an der fehlenden Stromversorgung gescheitert sei. Die entstehende Abwärme hätte die Stadt sogar nutzen können.

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Die Stadt selbst konnte den Rückbau nicht verhindern. Da sich das Gelände in privatem Besitz befindet, lag die Entscheidung beim Eigentümer. Richter betonte, dass Hillwood grundsätzlich bereit gewesen sei zu verkaufen. Jedoch habe sich kein Käufer gefunden.

Zukünftige Nutzung: Ein flacher Neubau soll das Gelände künftig für Logistik nutzbar machen

Der ursprüngliche Industriebau wird durch ein neues, deutlich kleineres Logistikzentrum ersetzt. Hillwood plant auf dem Gelände eine moderne Halle, wie sie bereits auf dem benachbarten Grundstück realisiert wurde. Die neue Nutzung dient funktionalen Zwecken, wird jedoch kein neues Wahrzeichen für Falkensee darstellen.

Mit dem Abriss endet die Geschichte eines Bauwerks, das für viele als Symbol des wirtschaftlichen Aufbruchs nach der Wende galt. Für die Stadt Falkensee bedeutet dies den Verlust eines bekannten Gebäudes.

Quellen: rbb24

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