An der Putlitzstraße 13 in Berlin-Mitte saniert die Gewobag ein lange problematisches Wohnhaus. Teile des Gebäudes werden abgerissen, während im Vorderhaus neue Dachgeschosswohnungen entstehen.
Putlitzstraße 13
© Titelbild: Wikimedia Commons, Singlespeedfahrer, CC0
Nach jahrelanger Unsicherheit laufen an der Putlitzstraße 13 in Berlin-Moabit inzwischen die Bauarbeiten. Die Gewobag saniert das Vorderhaus und Teile des Seitenflügels, muss jedoch zugleich nicht standsichere Gebäudeteile abreißen. Auch die Zahl der Wohnungen verändert sich. Ein zunächst geprüfter Neubau im Hof kommt dagegen nicht.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Putlitzstraße 13, 10551 Berlin
- Projektstatus: Sanierung und Teilabriss
- Baubeginn: April 2026
- Voraussichtliche Fertigstellung: Mitte 2029
- Wohnungen nach Abschluss: 22
Die Arbeiten an der Putlitzstraße 13 starteten nach Angaben der Gewobag im April 2026. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft rechnet damit, dass die gesamte Maßnahme bis Mitte 2029 dauert. Damit beginnt die bauliche Erneuerung deutlich später als ursprünglich diskutiert. Bereits 2017 tauchte für die Adresse eine Gründungssanierung in der Bauantragsliste des Bezirksamts Mitte auf.
Der Sanierungsbedarf war schon lange bekannt. Der Berliner Mieterverein berichtete 2020 über Risse an der Fassade, im Treppenhaus und in Wohnungen. Die Gewobag verwies damals auf Probleme mit der Standsicherheit. Für die Arbeiten sollten die Bewohnerinnen und Bewohner das Haus verlassen. Das Unternehmen hatte das Gebäude nach Angaben des Mietervereins 2013 erworben.
Putlitzstraße 13: Quergebäude und Seitenflügel werden teilweise abgerissen
Das aktuelle Bauprogramm umfasst weit mehr als eine gewöhnliche Instandsetzung. Die Gewobag saniert die Gründung unter dem Vorderhaus und dem verbleibenden Seitenflügel. Das Fundament beziehungsweise die tragende Basis des Bestands soll damit stabilisiert werden. Zudem setzt das Unternehmen die vorhandenen Wohnungen vom Erdgeschoss bis zum vierten Obergeschoss instand. Die Ausführung stimmt die Gewobag mit den Vorgaben des Milieuschutzes ab.
Doch nicht alle Gebäudeteile lassen sich erhalten. Das Quergebäude und ein Teil des Seitenflügels werden zurückgebaut, weil dort nach Angaben der Gewobag die Standsicherheit nicht gewährleistet ist. Darüber hinaus erneuert das Unternehmen die Dachkonstruktion und verstärkt teilweise die Decke zwischen dem vierten Obergeschoss und dem Dachgeschoss. Im Kellergeschoss entstehen Abstellräume und Kellerabteile.
Kein Neubau im Hinterhof der Putlitzstraße 13
Nach dem Abriss des Quergebäudes stand zunächst ein Ersatzneubau im Hinterhof zur Diskussion. Die Gewobag untersuchte diese Möglichkeit, verwarf sie jedoch nach einer wirtschaftlichen Prüfung. Das Unternehmen hält das Vorhaben nach eigenen Angaben nicht für tragbar.
Statt eines neuen Hinterhauses baut die Gewobag das Dachgeschoss des Vorderhauses aus. Dort entstehen drei Wohnungen. Nach Abschluss aller Arbeiten soll das Gebäude insgesamt 22 Wohnungen umfassen.

An der Putlitzstraße/Quitzowstraße entsteht zwei Hausnummern neben der Putlitzstraße 13 ein Apartment-Hotel. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Rückkehr der bisherigen Mieter wird individuell geregelt
Für die Sanierung hat die Gewobag die bisherigen Mieterinnen und Mieter in andere Wohnungen umgesetzt. Ob und zu welchen Bedingungen sie später an die Putlitzstraße 13 zurückkehren, regelt das Unternehmen über individuelle Vereinbarungen. Konkrete Miethöhen stehen noch nicht fest. Neuvermietungen sollen nach den dann geltenden Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs und den Vorgaben der Kooperationsvereinbarung mit den landeseigenen Wohnungsunternehmen erfolgen.
Nur wenige Meter entfernt verändert ein weiteres Bauprojekt die Straße. An der Putlitzstraße 11 wächst an der Ecke zur Quitzowstraße ein Apartment-Hotel. Dafür wurde 2025 ein Flachbau abgerissen. Der Neubau entsteht direkt an der Putlitzbrücke und nahe dem S-Bahnhof Westhafen. Während dort ein neues Beherbergungsgebäude gebaut wird, konzentriert sich die Gewobag auf dem Nachbargrundstück auf die Sicherung und Wiederherstellung des vorhandenen Wohnhauses.
Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 19/26497, Berliner Mieterverein, Bezirksamt Mitte
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