Auf dem Gelände der ehemaligen der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Wittenau sind rund 600 Wohnungen geplant. ENTWICKLUNGSSTADT beantwortet die wichtigsten Fragen zu Abriss, Bäumen und Baustart.

Auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Wittenau laufen die Vorbereitungen für das geplante Wohnquartier der GESOBAU. Rund 600 Wohnungen sollen auf der westlichen Teilfläche entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik steht eine der größeren Quartiersentwicklungen im Berliner Norden an. Die landeseigene GESOBAU will einen Teil des weitläufigen Areals in Reinickendorf neu ordnen. Viele Details haben sich seit den ersten Entwürfen jedoch verändert. Vor allem bei Baustart, Zahl der Wohnungen und Umgang mit den alten Gebäuden lohnt deshalb ein Blick auf den aktuellen Stand.
- Bezirk: Reinickendorf
- Adresse: Oranienburger Straße 285, 13437 Berlin
- Projekt: Neues Wohnquartier auf einem Teil des Areals der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik
- Wohnungen: rund 600 geplant
- Projektstatus: Planung und bauvorbereitende Maßnahmen
- Baubeginn: nach aktuellem Planungsstand 2028
Was ist auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik geplant?
Die GESOBAU plant westlich des Krankenhauses des Maßregelvollzugs ein neues Wohnquartier. Rund 600 Wohnungen sollen entstehen. Die Zahl ist allerdings keine endgültig festgelegte Größe. Schon während des Werkstattverfahrens erklärte die GESOBAU, dass die tatsächliche Zahl unter anderem von Wohnungsgrößen, Grundrissen und der weiteren Gebäudeplanung abhängt.
Das Vorhaben betrifft zudem nicht das komplette Klinikgelände. Das Gesamtareal umfasst rund 46 Hektar. Entwickelt wird eine Teilfläche rund um die sogenannten Sternhäuser westlich des Maßregelvollzugs. Die GESOBAU verweist darauf, dass große Bereiche dort bereits durch die Klinikgebäude, Versorgungseinrichtungen und den früheren Tempohome-Standort versiegelt sind. Die ausgewiesenen Waldflächen gehören dagegen dem Land Berlin beziehungsweise den Berliner Forsten und liegen außerhalb des GESOBAU-Baugrundstücks.
Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik: Wann beginnen die Bauarbeiten für die Wohnungen?
Hier hat sich der Zeitplan deutlich verändert. Noch 2024 ging eine Präsentation der GESOBAU für den Stadtentwicklungsausschuss von Baumaßnahmen ab 2026. Inzwischen nennt die GESOBAU auf ihrer laufend aktualisierten Projektseite einen anderen Termin: Der eigentliche Baubeginn ist nach aktuellem Planungsstand für 2028 vorgesehen.
Erste vorbereitende Arbeiten laufen bereits. Einen neuen verbindlichen Termin für die Fertigstellung des gesamten Wohnquartiers nennt die GESOBAU derzeit nicht.

Noch stehen einzelne Gebäudeteile auf der westlichen Fläche der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Gleichzeitig zeigen Bauschutt und abgeräumte Bereiche, wie weit der Rückbau der Sternhäuser bereits fortgeschritten ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wie sollen die neuen Wohnungen im Karl-Bonhoeffer-Quartier aussehen?
Das Werkstattverfahren liefert dafür bereits ein recht genaues städtebauliches Bild, allerdings noch keine endgültige Hochbauplanung. Den ausgewählten Entwurf entwickelten plus4930 und Lohrengel Landschaft. Entlang einer zentralen Quartiersachse sah die Vorzugsvariante überwiegend dreigeschossige Häuser mit Staffelgeschoss vor. An zwei Quartiersplätzen sind höhere Eckgebäude vorgesehen. Dahinter sollten kleinere Wohnhöfe entstehen.
Was ist außerdem im Karl-Bonhoeffer-Quartier geplant?
Zur ursprünglichen Aufgabenstellung gehörten Wohnungen mit einem bis fünf Zimmern für unterschiedliche Einkommensgruppen. Vorgesehen waren zudem geförderte Wohnungen und Angebote für ältere Menschen. Hinzukommen sollten eine Kita, Kindertagespflege, Arztpraxen sowie kleinere Läden oder gastronomische Angebote. Da die GESOBAU die Vorzugsvariante weiterhin überarbeitet und finalisiert, sind diese Angaben als Planungsstand und nicht als abschließend festgelegtes Bauprogramm zu verstehen.
Was passiert mit den Sternhäusern der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik? Die sogenannten Sternhäuser werden zurückgebaut. Die GESOBAU begründet dies unter anderem mit einer starken Schadstoffbelastung und damit, dass die früheren Klinikgebäude weder wirtschaftlich noch von ihrer Gebäudestruktur her für den geplanten geförderten Wohnungsbau geeignet seien. Bereits 2024 begann die Entkernung und Schadstoffsanierung. Seit Februar 2026 läuft nach Angaben der GESOBAU der Rückbau der Gebäudehüllen.
Was passiert mit den historischen Gebäuden der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik?
Hier muss zwischen den Sternhäusern und dem historischen Kern der Anlage unterschieden werden. Die Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik ist als Gesamtanlage in der Berliner Denkmalliste eingetragen. Dazu gehören unter anderem Gebäude der ursprünglichen, ab 1877 errichteten Anlage. Die neue Wohnbebauung konzentriert sich dagegen auf die westliche Teilfläche. Das Projekt bedeutet also nicht den Abriss des gesamten historischen Klinikensembles.
Das Gelände bleibt außerdem weiterhin ein Standort verschiedener öffentlicher Nutzungen. Dazu zählen das Krankenhaus des Maßregelvollzugs und Einrichtungen für Geflüchtete. Das Berliner Ankunftszentrum befindet sich weiterhin an der Oranienburger Straße 285. Dadurch entsteht langfristig kein reines Neubaugebiet, sondern ein Areal mit unterschiedlichen bestehenden und neuen Nutzungen.

Die historischen Gebäude prägen weite Teile der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf. Das denkmalgeschützte Ensemble ist von der geplanten Neubebauung auf der westlichen Teilfläche zu unterscheiden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wie viele Bäume müssen in Wittenau gefällt werden?
Der Umgang mit dem Baumbestand gehört zu den umstrittensten Punkten. Für das Neubauprojekt müssten rund 240 alte Bäume weichen.
Die GESOBAU-Projektseite verweist auf Baum- und Artenschutzgutachten und darauf, dass besonders schützenswerte Bäume und Arten in der weiteren Quartiersplanung berücksichtigt werden.
Wird das neue Karl-Bonhoeffer-Quartier autofrei?
Geplant ist ein autoarmes Quartier. Die Vorzugsvariante bündelt den normalen Autoverkehr weitgehend in einer Quartiersgarage beziehungsweise einem Mobilitäts-Hub. Eine Durchfahrt durch das Quartier für den motorisierten Individualverkehr ist nicht vorgesehen. Für Umzüge, Krankentransporte und größere Lieferungen sollen Fahrzeuge dagegen bis in die Wohnbereiche gelangen können.
Die Haupterschließung soll über die Oranienburger Straße erfolgen. In den Planungsunterlagen von 2024 war für den nördlichen Bereich außerdem eine Zufahrt über die Hermann-Piper-Straße auf Grundlage einer nachbarschaftlichen Vereinbarung vorgesehen. Fuß- und Radwege sollen das Quartier zusätzlich mit seiner Umgebung verbinden.

Große Teile der früheren Klinikgebäude sind bereits verschwunden. Die Sternhäuser müssen dem geplanten Wohnquartier der GESOBAU weichen, dessen eigentlicher Baubeginn derzeit für 2028 vorgesehen ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wie gut ist die Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar?
Das Areal liegt nahe dem S- und U-Bahnhof Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Dort halten die U-Bahn-Linie U8 und die S-Bahn-Linie S25. Auch Busverbindungen erschließen das Umfeld. Gerade diese ÖPNV-Anbindung gehört zu den Gründen, weshalb das Wohnquartier mit vergleichsweise wenig Autoverkehr geplant wird.
Zusätzlich gibt es Überlegungen, den S-Bahnhof Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik langfristig zu verlegen.
Wie teuer werden die Wohnungen an der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik?
Die konkreten Miethöhen für die künftigen Wohnungen sind bislang nicht veröffentlicht. Die GESOBAU spricht von Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten und einem sozial gemischten Quartier. Frühere Planungsunterlagen sahen einen erheblichen Anteil geförderter Wohnungen vor.
Welche Wohnungsgrößen, Förderbindungen und Mieten am Ende tatsächlich angeboten werden, steht mit der endgültigen Gebäudeplanung fest.
Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik: Neues Wohnquartier
Quellen: GESOBAU AG, mein.berlin.de, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Landesdenkmalamt Berlin, Denkmaldatenbank
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Da der ganze Bereich augenscheinlich ohne ausreichende Parkplätze geplant wird, können sich also die Anwohner in der Hermann Piper-Straße und der angrenzenden Einfamilienhaus-Siedlung darauf einstellen künftig lange Parkplätze zu suchen. Bei 600 Wohneinheite kann man davon ausgehen Da ca. 800 Fahrzeuge hinzukommen. Sehr geehrte Damen und Herren Stadplanung sieht anders aus.