Direkt an der Berliner Stadtbahntrasse verschwindet eine markante Bauruine aus dem Stadtbild. Der Rückbau des Landeslabors macht den Weg frei für ein neues Stadtquartier am Hauptbahnhof, auf dem neue Wohnungen und auch zwei bis zu 101 Meter hohe Bürotürme entstehen sollen.

In unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof soll in Berlin-Mitte ein neues Quartier entstehen. Die Bauzeit soll rund zehn Jahre betragen, das Baufeld samt ehemaligem Landeslabor wird derzeit freigeräumt. / © Visualisierung: ISSS | bauchplan
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© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Das einstige Berliner Landeslabor ist mittlerweile vollständig aus dem Stadtbild verschwunden. Direkt an der Stadtbahntrasse nahe dem Berliner Hauptbahnhof wird die markante Bauruine derzeit vollständig zurückgebaut. Der Abriss des ehemaligen Landeslabors in Moabit ist in vollem Gange und macht das Gelände frei für eine neue Nutzung. Mittlerweile stehen auf dem Grundstück nur noch letzte Mauerreste, der Großteil des Gebäudes ist abgetragen worden.
Ursprünglich war der Start der Arbeiten bereits für 2023 vorgesehen, verzögerte sich dann aber. Nach Angaben der Berliner Immobilienmanagement GmbH war das Gebäude wegen erheblicher Schadstoffbelastungen in Bauteilen und Lüftungsanlagen nicht mehr nutzbar. Aufgrund der Schadstoffbelastung ging der Abriss daher auch nur langsam voran.
Berlin-Moabit: Auf das Landeslabor folgt das „ULAP-Quartier“
Nach dem Abriss soll auf dem rund 32.000 Quadratmeter großen Areal ein neues Stadtquartier entstehen. Das sogenannte „ULAP-Quartier“ bildet von Westen kommend den Auftakt zum Hauptbahnhof. Die Abkürzung ULAP verweist auf den früheren Universum-Landes-Ausstellungs-Park, der sich einst in dem Dreieck aus Invalidenstraße, Alt-Moabit und dem heutigen Hauptbahnhof befand.
Bis in die 2000er Jahre diente das Gelände als Veranstaltungs- und Versammlungsort, zeitweise auch als Vergnügungspark und Messestandort. Ein Teil der Fläche wurde 2008 als Parkanlage freigegeben, ein weiterer Teil für den Neubau des Bundesinnenministeriums genutzt.
Neues Quartier in Berlin-Mitte: Neubauten zwischen Hochhaus und Kiezstruktur
Aufgrund seiner zentralen Lage gilt das Grundstück als besonders attraktiv. Das Land Berlin plant hier ein gemischt genutztes Quartier und führte dazu in den vergangenen Jahren Planungsverfahren und Bürgerbeteiligungen durch. Die meisten Bestandsgebäude aus der Nachkriegszeit werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt.
Nach Entwürfen von ISSS und bauchplan entstehen im östlichen Bereich mehrere Hochhäuser, während die Bebauung nach Westen hin niedriger ausfallen soll. Ziel ist es, zwischen den Maßstäben des Bahnhofsquartiers und der kleinteiligeren Wohnbebauung Moabits städtebaulich zu vermitteln.
Moabit: Zwei bis 101 Meter hohe Bürotürme sollen am Hauptbahnhof entstehen
In zwei bis zu 101 Meter hohen Bürotürmen sollen Polizei und Justizverwaltung einziehen. Westlich davon entsteht ein Quartiersplatz rund um den denkmalgeschützten Urania-Saal, der als identitätsstiftendes Zentrum erhalten bleibt.
Angrenzend sind Wohngebäude mit Einzelhandel im Erdgeschoss vorgesehen, darunter ein Discounter. Weitere Wohnhochhäuser mit Höhen unter 60 Metern sind in den mittleren und westlichen Baufeldern geplant.
„ULAP-Quartier“: Klimaresiliente Freiräume und gute Anbindung
Die Freiräume des Quartiers sollen nicht nur Aufenthaltsqualität bieten, sondern auch zur Klimaanpassung beitragen. Offene Gebäudestrukturen und Regenwassermanagement nach dem Prinzip der „Schwammstadt“ sollen Frischluftzufuhr und natürliche Kühlung fördern.
Verkehrlich ist das Areal hervorragend angebunden: Neben dem Hauptbahnhof verläuft auch die Straßenbahnlinie M10 direkt am künftigen Quartier. Die Projektentwickler rechnen mit einer Bauzeit von rund zehn Jahren.

Da stand es noch: ein Bild des ehemaligen Landeslabors aus dem März 2025. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Aufgrund der Schadstoffbelastung des Gebäudes zieht sich der Abriss hin, ist mittlerweile aber fast abgeschlossen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Zwei neue Hochhäuser, bis zu 101 Meter hoch, sollen das neue „ULAP“-Quartier dominieren. / © Visualisierung: ISSS | bauchplan
Quellen: ISSS, bauchplan, Berliner Morgenpost, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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7 Kommentare
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„Die Freiräume des Quartiers sollen zur Klimaanpassung beitragen“ … Was für saudümmliche Gagasätze man mittlerweile als interessierter Leser und Zeitgenosse ertragen muß.. unfassbar! Gibt es im Journalismus mittlerweile Sammelpunkte für die Häufigkeit des Gebrauchs bestimmter Begriffe wie “ Klimawandel“, „Klimaanpassung“ usw usw – egal wie sinnfrei und gaga deren Verwendung ist? Hauptsache eingebaut in irgendeinen Text… nach dem Motto: Wiederholung macht die Propaganda!
Schmerzfreier Gagajournalismus und eine dafür notwendige komplette Hirnlosigeit scheint sich zur Kernkompetenz von Entwicklungsstadt entwickelt zu haben. Schade. Kaum noch zu ertragen.
Auch wenn Ihre Aussage einen Kern hat, ist es furchtbar, wie sie hier versuchen, zu beleidigen anstatt zu diskutieren…
Kein Wunder, dass heute keiner dem anderen mehr zuhört, wenn der was zu sagen hat.
Der Vorredner sollte seine Herztabletten nehmen und seine Schimpftiraden am eigenen Badspiegel ausprobieren, evtl. Kann er sich dann die Propaganda schmerzfrei aus dem Gesicht wischen die er scheinbar auf den Leim gegangen ist. Der Beitrag ist sachfremd, faktenfremd, der Text konnte er nicht lesen. Die Rückschlüsse auf Personen mit unsachlichen, von Wut getränkten Beiträgen die bei Klimawandel Schnappatmung bekommen und Texte nicht lesen und bei bestimmten Triggerbegriffen total ausflppen – die Typen, daß Muster ist bekannt.
Zurück zur Sache:
1. Nehmen wir zur Kenntnis der Klimawandel (ob Menschengemacht oder nicht) existiert
2. Aufgrund der Tatsache das wir mit dem Klimawandel vermutlich mit der Erwärmung in Städten zu tun bekommen werden (je nach Veränderung der Einflussfaktoren die unser Wetter beeinflussen) passen sich Städtebau und Architektur an die Verhältnisse an. Das ist schlau.
3. Es ist von daher sehr begrüssenswert das gerade dort wo sehr viel Beton verbaut wurde, oder auch Stahl/Glas wie am Hauptbahnhof vorzufinden ist, Architekturkonzepte sowohl die Temperatur als auch das Wassermanagement im Blick haben.
So sieht es aus.
Das Niveau von Entwicklungsstadt spiegelt sich natürlich zum Teil auch in der Leserschaft… Punkt 3 von Alexander kann in der Sache vieles bedeuten: kompletter Verzicht auf die Bebauung der Fläche. Oder im Gegenteil eine viel dichtere Bebauung dieser innerstädtischen Fläche, die hervorragend am ÖPNV angeschlossen ist (und damit weiterer Zersiedelung am Stadtrand und Autoverkehr minimieren helfen würde). Oder,oder,oder… Was ich sagen will: Jede Entscheidung, egal wie sie aussieht, kann mit Klimaschutz begründet werden. Das ganze Klimagedöhns ist deshalb nur noch als Klimawashing zu betrachten (ähnlich dem Greenwashing).. einfach nur noch gaga! Und in seiner politischen Bedeutung wird das Thema Klima bzw Klimaschutz ganz objektiv in Deutschland nur dazu benutzt, dem Bürger legitime Freiheitsrechte zu entziehen und ihn für eine komplett verfehlte Klimapolitik, welche unserem Land wirtschaftlich massiv schadet, auch noch teuer zur Kasse zu bitten (erhöhte Energiepreise, CO 2 Steuer, etc) – OHNE den Klimaschutz tatsächlich und effektiv zu befördern!
Die ganze Klimadebatte wird hierzulande erkennbar ideologisch (sachfremd und wenig zielführend) geführt. Und um die berechtigte Kritik daran zu bekämpfen – deshalb die Probaganda des Klimathemas! Politisch und medial. Kein Artikel ohne Verweis auf die Klimathematik. Egal wie gaga dieser Verweis ist. Darauf bezog sich meine Kritik an Entwicklungsstadt. Zum Thema Beleidigung: ich sehe es so, daß des Lesers Intelligenz beleidigt wird, wenn jeder Mist mit der Klimathematik in Verbindung gebracht wird. Wie gesagt, aus meiner Sicht ist das einfach nur noch unseriöser GagaJournalismus, der hirnlos (unreflektiert) linke Zeitgeistthemen propagiert.
Daß das eine oder andere Schaf das nicht sehen kann oder möchte, das verstehe ich natürlich. Aber Schafsein ist jetzt nichts, worauf ich mir was einbilden würde.
„Nach Angaben der Berliner Immobilienmanagement GmbH war das Gebäude wegen erheblicher Schadstoffbelastungen in Bauteilen und Lüftungsanlagen nicht mehr nutzbar.“…Tippe mal, das trifft fürs ICC auch zu.
Btw, wurde das Gebäude doch noch gesprengt? An dem hohen Teil wurde doch ewig ab-und rausgebrochen, Fertigteile nach und nach im Stück entnommen und schien nicht in die Knie gehen zu wollen…doch plötzlich war es weg.