Auf dem Gelände des Kraftwerks Marzahn an der Rhinstraße lässt die BEW alte Hallen und technische Anlagen abreißen. Was hat es mit dem Rückbau auf sich?

Das Baustellenschild zum Abriss am Kraftwerk Marzahn steht vor der eingezäunten Abbruchfläche an der Rhinstraße.

Ein Baustellenschild informiert über die Rückbaumaßnahmen auf dem Kraftwerksgelände Marzahn. Hinter dem Zaun sind Betonreste und bereits teilweise geräumte Flächen zu sehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Zwischen der Rhinstraße und der Allee der Kosmonauten prägen derzeit Bagger, Betonberge und offene Flächen das Gelände des Kraftwerks Marzahn. Die Arbeiten betreffen jedoch nicht das moderne Heizkraftwerk. Die BEW lässt vielmehr ältere Gebäude und technische Anlagen beseitigen, die sie für den laufenden Betrieb nicht mehr benötigt. Was anschließend auf den frei werdenden Flächen entstehen soll, steht bislang nur teilweise fest.

Vor Ort ist der Wandel kaum zu übersehen. Auf dem westlichen Teil des Kraftwerksgeländes türmen sich große Mengen gebrochener Beton auf. Darin liegen teilweise noch Bewehrungsstähle und Reste früherer Gebäudekonstruktionen. Schwere Kettenbagger zerkleinern Fundamente und räumen die entstandenen Bruchstücke zusammen. Von mehreren Hallen, die hier noch vor kurzer Zeit standen, ist oberirdisch nichts mehr erhalten.

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Ein großer gelber Kettenbagger und Bauarbeiter stehen auf der Abbruchfläche des Kraftwerks Marzahn vor technischen Rohrsystemen.

Schwere Baumaschinen entfernen auch Fundamente und unterirdische Bauteile der früheren Kraftwerksgebäude in Marzahn. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Abriss in Marzahn reicht bis unter die Geländeoberfläche

Nach Angaben der BEW sind bereits acht Hallen verschwunden. Außerdem ließ das landeseigene Unternehmen eine Fernwärmeleitung samt Rohrbrücke entfernen. Als nächster größerer Schritt folgt der vollständige Rückbau des ehemaligen Maschinen- und Kesselhauses an der Rhinstraße. Die Arbeiten betreffen damit vor allem alte Teile des Kraftwerksstandorts, deren Funktion durch modernere Anlagen entfallen ist.

Der Rückbau in Marzahn endet jedoch nicht an den Außenwänden der früheren Gebäude. Die Firmen entfernen nach Angaben der BEW auch unterirdische Konstruktionen. Dazu gehören Fundamente, Versorgungselemente und weitere bauliche Strukturen aus früheren Nutzungsphasen. Anschließend sollen bislang bebaute oder befestigte Bereiche entsiegelt werden. Dadurch entstehen zusammenhängende Freiflächen für die weitere Entwicklung des Kraftwerksgeländes.

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Das Foto zeigt den Abriss auf dem Gelände des Kraftwerks Marzahn an der Rhinstraße mit Betonbergen, Baggern, Strommasten und erhaltenen Kraftwerksgebäuden.

Auf dem Gelände des Kraftwerks Marzahn an der Rhinstraße sind mehrere alte Hallen bereits verschwunden. Betonreste und freigeräumte Flächen prägen den laufenden Abriss. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Rhinstraße: Modernes Kraftwerk Marzahn bleibt in Betrieb

Das heutige, moderne Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk nahm 2020 offiziell den Betrieb auf. Es erzeugt Strom und Fernwärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei nutzt die Anlage die bei der Stromproduktion entstehende Wärme für das Berliner Fernwärmenetz. Laut Vattenfall erreicht das Kraftwerk einen Brennstoffausnutzungsgrad von mehr als 90 Prozent.

Die Anlage entstand auf einem Teil des historischen Kraftwerksgeländes und ersetzte wesentliche Funktionen älterer Erzeugungstechnik. Gemeinsam mit dem Kraftwerk Klingenberg trägt der Standort zur Wärmeversorgung im Osten Berlins bei. Bei der Eröffnung nannte Vattenfall rund 150.000 Wohneinheiten, für die das neue Kraftwerk Strom liefern könne. Die kombinierte Wärmeversorgung der Standorte Marzahn und Klingenberg umfasse rund 450.000 Haushalte.

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Die Aufnahme zeigt das Kraftwerk Marzahn mit hohem Schornstein, technischen Anlagen, Strommasten und einer freigeräumten Abbruchfläche an der Rhinstraße.

Der hohe Schornstein und die aktiven Anlagen des Kraftwerks Marzahn bleiben erhalten. Der Rückbau konzentriert sich auf ältere Gebäude und nicht mehr benötigte Flächen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Warum die BEW an der Rhinstraße neue Flächen benötigt

Die BEW begründet den aktuellen Abriss damit, dass sie die frei werdenden Bereiche für die weitere Entwicklung des Standorts benötigt. Welche Anlagen unmittelbar auf den jetzt geräumten Baufeldern entstehen sollen, hat das Unternehmen bislang nicht im Detail veröffentlicht. Fest steht daher nur: Die alten Hallen und technischen Relikte machen Platz für neue Nutzungen innerhalb des Kraftwerksareals.

Ein roter Bagger arbeitet zwischen Betonresten und Rohrleitungen beim Abriss auf dem Kraftwerksgelände Marzahn an der Rhinstraße.

Ein Bagger zerkleinert massive Fundamente auf dem Kraftwerksgelände. Die weiterhin benötigten Rohrleitungen und Betriebsanlagen bleiben bestehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Kraftwerk Marzahn

 

Quellen: BEW Berliner Energie und Wärme, Vattenfall, Berliner Zeitung

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