Frankfurt treibt mit zwei weitreichenden Beschlüssen die Stadtentwicklung im Nordosten und Nordwesten voran. Die Einhausung der A661 soll Stadtteile besser verbinden und neue Grünzüge schaffen, während der neue „Stadtteil der Quartiere“ zusätzlichen Wohnraum und Arbeitsplätze bereitstellen soll. Politik und Verwaltung sprechen von Projekten mit großer Bedeutung für Klima, Mobilität und soziale Entwicklung.

A661 Abschnitt zwischen Bornheim und Seckbach

A661 im Abschnitt zwischen Bornheim und Seckbach: Die bestehende Galerie überdeckt die Autobahn nur teilweise. Für die geplante Einhausung müsste die Konstruktion vollständig zurückgebaut werden, damit ein durchgehender Grünzug entstehen kann. Nach aktueller Planung soll das Projekt im Verlauf der 2030er Jahre umgesetzt und möglichst gleichzeitig mit dem Ausbau der A661 abgeschlossen werden. / © Foto: Wikimedia Commons, dontworry, CC BY-SA 3.0

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Die Stadtverordnetenversammlung hat zwei zentrale Entscheidungen für die künftige Stadtentwicklung Frankfurts getroffen. Mit breiter Mehrheit stimmten die Stadtverordneten sowohl dem Planfeststellungsverfahren für die Einhausung der A661 im Nordosten als auch der städtebaulichen Entwicklungssatzung für den neuen „Stadtteil der Quartiere“ im Nordwesten zu. Damit bestätigt das Parlament die bereits gefassten Magistratsbeschlüsse und sendet das Signal, dass Frankfurt bei großen Projekten handlungsfähig bleiben will.

Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) bezeichnete die Entscheidungen als wichtiges Zeichen gemeinsamer Verantwortung. Er hob hervor, dass Stadtregierung und Stadtverordnetenversammlung trotz politischer Spannungen nach dem Bruch der Viererkoalition zu tragfähigen Kompromissen gefunden hätten und damit aus seiner Sicht das Vertrauen in demokratische Prozesse stärken wollen. Zugleich betonte er den Anspruch, auch in künftigen Debatten über große Vorhaben wieder zu gemeinsamen Lösungen zu kommen, wenn es um die Lebensqualität der Frankfurterinnen und Frankfurter geht.

Einhausung der A661 zwischen Bornheim, Seckbach und Preungesheim: Neue Grünzüge, Lärmschutz und bessere Mobilität

Die Einhausung der A661 soll eine seit Jahrzehnten bestehende städtebauliche Zäsur verringern. Geplant ist eine rund 1300 Meter lange Überdeckelung, die die räumliche Trennung zwischen Bornheim, Seckbach und Preungesheim abschwächen und einen durchgehenden Grünzug vom Günthersburgpark bis zum Huthpark ermöglichen soll. Grundlage für das nun startende Planfeststellungsverfahren bildet der Abschlussbericht der Deutschen Einheit Fernstraßenplanung und bau GmbH (DEGES), die die technische Machbarkeit bestätigt. Der Bau kann nach Abschluss des Verfahrens in den 2030er Jahren parallel zum Ausbau der Autobahn erfolgen.

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Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) beschreibt die Einhausung als Antwort auf eine überholte Verkehrsplanung und verweist auf sinkende Belastungen durch Lärm und Schadstoffe. Zugleich sieht er in dem Projekt eine Chance, vernetzte Grünflächen, neue Aufenthaltsräume sowie bessere Angebote für Fuß- und Radverkehr zu schaffen. Die geplante Verlängerung der U4 nach Seckbach und der Ausbau der Straßenbahnlinie 18 sollen den öffentlichen Nahverkehr stärken. Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) verknüpft das Vorhaben mit dem Ziel, Frischluftschneisen, wassersensible Planung und erneuerbare Energien von Beginn an zu berücksichtigen.

Neuer „Stadtteil der Quartiere“ im Frankfurter Nordwesten: Wohnraum, Arbeitsplätze und koproduktive Landschaft

Parallel dazu beschloss die Stadtverordnetenversammlung die städtebauliche Entwicklungssatzung für den „Stadtteil der Quartiere“ im Nordwesten. Nach den bisherigen Planungen könnten dort bis zu 6800 Wohnungen für rund 17.000 Menschen und Flächen für etwa 5000 Arbeitsplätze entstehen, ergänzt durch Schulen, Kitas, Sport- und Freizeiteinrichtungen. Die Planungsvariante Ost sieht eine kompakte Bebauung östlich der A5 vor, während westlich der Autobahn ein regionaler Grünzug als Landwirtschaftspark gemeinsam mit den Betrieben vor Ort weiterentwickelt werden soll.

Vertreterinnen und Vertreter von SPD, Grünen, Volt, CDU und FDP betonen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte, unterstützen jedoch grundsätzlich das Ziel, bezahlbaren Wohnraum, sozial gemischte Quartiere und gute ÖPNV-Anbindungen zu schaffen. Als nächster Schritt folgt eine vertiefte Rahmenplanung mit weiteren Bebauungsplänen und Beteiligungsformaten für die Öffentlichkeit.

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Einhausung der A661, Seckbach

Quellen: STADT FRANKFURT AM MAIN, Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, Frankfurter Rundschau, hessenschau

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