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Mit der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 sollte der Verkehr in Treptow flüssiger werden. Stattdessen sorgte das neue Teilstück für lange Staus, Stillstand im Busverkehr und Kritik von Anwohnenden und Politik. Nun kündigt Verkehrssenatorin Ute Bonde kurzfristige Maßnahmen an, während die Linke eine Sperrung des Abschnitts fordert.
Auf dem Bild ist der seit Mittwoch geöffnete 16. Bauabschnitt der A100 zu sehen.

Seit der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 kommt es zu erheblichen Staus. Verkehrssenatorin Ute Bonde räumte ein, dass sich die Lage anders entwickelt habe als erwartet, Anpassungen sollen folgen. Zwischen Grenzallee und Treptower Park kam es laut Verkehrsinformationszentrale zuletzt zu Verzögerungen von bis zu 90 Minuten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Seit der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 Ende August kommt es rund um die Anschlussstelle Treptower Park zu langen Staus. Besonders betroffen ist die Elsenstraße, die schon vor der Freigabe des neuen Abschnitts durch Bauarbeiten an der Elsenbrücke belastet war. Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende berichten von unübersichtlichen Situationen, die auch den öffentlichen Nahverkehr beeinträchtigen.

Die BVG musste zeitweise mehrere Buslinien unterbrechen, da die Fahrzeuge in den Staus steckenblieben. Damit hat sich gezeigt, dass der neue Abschnitt, der vom Dreieck Neukölln bis Treptow führt, nicht den erhofften Entlastungseffekt brachte. Stattdessen erleben die angrenzenden Kieze zusätzliche Belastungen.

Berlins Senat will Elsenstraße durch neue Spurenführung an A100-Abfahrt entlasten

Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) räumte ein, dass sich die Verkehrslage anders entwickelt habe als in Simulationen vorab erwartet. Ihr Sprecher kündigte an, die Elsenstraße noch in dieser Woche durch eine geänderte Spurenführung an der Abfahrt zu entlasten. Zudem werde die Situation rund um die Anschlussstelle permanent beobachtet, wie die Berliner Morgenpost berichtet.

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Bonde erklärte dem Tagesspiegel, dass ihre Verwaltung insbesondere mit Blick auf das Ferienende intensiv an Lösungen arbeite. Anpassungen sollten kurzfristig umgesetzt werden. Details zu den Maßnahmen nannte die Senatsverwaltung zunächst nicht, verwies aber auf die enge Abstimmung mit der BVG.

Die Linke fordert Schließung des A100-Abschnitts bis zur Fertigstellung der Elsenbrücke

Die Linke sieht im neuen Autobahnteilstück eine Ursache für massives Verkehrschaos in den angrenzenden Kiezen. Verkehrsexperte Kristian Ronneburg warf CDU und SPD vor, Warnungen ignoriert zu haben. Er erklärte, der neue Abschnitt müsse mindestens bis zur Wiedereröffnung der Elsenbrücke gesperrt bleiben, solange kein neues Verkehrskonzept vorliege.

Auch die Grünen und Teile der SPD sprachen sich für eine temporäre Schließung aus. Ihrer Ansicht nach gefährdet die aktuelle Situation die Mobilität von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie die Funktionsfähigkeit des ÖPNV.

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Verkehrssenatorin Ute Bonde lehnt sofortige Sperrung der A100-Anschlussstelle ab

Vertreterinnen und Vertreter der CDU warnten hingegen vor voreiligen Entscheidungen. Verkehrspolitiker Johannes Kraft erklärte, ähnliche Situationen hätten sich in der Vergangenheit nach einigen Wochen von selbst entspannt. Die Koalition wolle daher am Betrieb der Strecke festhalten und auf eine Beruhigung des Verkehrs setzen.

Auch Senatorin Bonde betonte, dass Änderungen schrittweise umgesetzt würden. Ihre Verwaltung wolle prüfen, welche Anpassungen sich im laufenden Betrieb bewähren könnten. Ein sofortiges Schließen des Abschnitts lehnte sie ab.

A100-Neubau in Berlin: Teuerster Autobahnabschnitt sorgt für neue Konflikte

Mit Baukosten von 720 Millionen Euro für 3,2 Kilometer gilt der 16. Bauabschnitt als teuerster Autobahnabschnitt Deutschlands. Ursprünglich sollte er die östlichen Bezirke besser anbinden und die Anwohnerinnen und Anwohner entlasten. Stattdessen hat die Eröffnung neue Konflikte ausgelöst und die Debatte um die Zukunft der A100 verschärft.

Während Befürworterinnen und Befürworter langfristig auf Entlastung hoffen, sehen Kritikerinnen und Kritiker ein Symbol für überholte Verkehrspolitik. Klar ist: Die Diskussion um die A100 wird Berlin noch viele Jahre begleiten.

Quellen: Berliner Morgenpost, Aktionsbündnis A100 stoppen, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Autobahn GmbH des Bundes, rbb, Autobahn GmbH des Bundes, Tagesspiegel

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