Die Ringbahnbrücke an der A100 rückt wieder in den Fokus. Vom 10. bis 13. Juli 2026 hebt die DEGES vormontierte Überbauteile über die Gleise der Ringbahn ein.

Auf der Baustelle wurden im Mai große Stahlteile für den neuen Brückenüberbau montiert. Die rund 70 Tonnen schweren Hohlkästen aus wetterfestem Stahl sollen im Juli 2026 eingehoben werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
An der neuen Ringbahnbrücke im Berliner Autobahndreieck Funkturm steht einer der technisch anspruchsvollsten Bauabschnitte des gesamten Projekts bevor. Vom 10. bis 13. Juli 2026 hebt ein Schwerlastkran die vormontierten Stahlsegmente der neuen Brücke über die Gleise der Ringbahn und setzt sie millimetergenau auf die vorbereiteten Pfeiler. Erst mit diesem Schritt wird der Neubau der A100-Brücke für viele erstmals deutlich sichtbar.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Lage: A100 in Fahrtrichtung Nord, Abschnitt zwischen Messedamm und Spandauer Damm
- Baubeginn: Oktober 2025
- Fertigstellung: Sommer 2027
- Besonderheiten: Livestream von der Baustelle
Bevor der eigentliche Einhub beginnen kann, wurden die einzelnen Stahlbauteile auf der Baustelle zu großen Segmenten verschweißt. Zum Einsatz kommt für die neue Ringbahnbrücke wetterfester Baustahl, der speziell für langlebige Brückenkonstruktionen ausgelegt ist.

Die Baustelle der neuen Ringbahnbrücke an der A100 zeigt den aktuellen Baufortschritt entlang der Gleisanlagen. Im Juli sollen hier die ersten Stahlüberbauteile eingehoben werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Ringbahnbrücke: Einhub nur während einer Sperrpause möglich
Am kommenden Wochenende übernimmt nun ein Raupenkran den schwierigsten Teil der Arbeiten. Er hebt die tonnenschweren Stahlsegmente langsam über die Gleisanlagen der Ringbahn und positioniert sie mit hoher Präzision auf den bereits errichteten Pfeilern und Widerlagern.
Da zwischen den Gleisen kaum Platz für Montagearbeiten besteht, müssen die Bauteile vollständig vorbereitet sein, bevor sie in einem einzigen Arbeitsgang an ihre endgültige Position gebracht werden.
Der spektakuläre Kraneinsatz für die neue Ringbahnbrücke kann ausschließlich während geplanter Sperrzeiten der Bahn stattfinden. Während des Einhubs wird der S-Bahn-Verkehr auf der Ringbahn unterbrochen, damit die Arbeiten sicher durchgeführt werden können. Gleichzeitig weist die Projektgesellschaft DEGES darauf hin, dass es in diesem Zeitraum zu erhöhtem Baulärm kommen kann.
Neubau der Ringbahnbrücke nimmt erstmals sichtbar Form an
Die zeitliche Abstimmung ist dabei entscheidend: Sobald die Sperrpause beginnt, müssen alle Arbeitsschritte exakt ineinandergreifen. Verzögerungen würden sich unmittelbar auf den Bahnverkehr auswirken.
Geht alles glatt, wird mit dem Einhub erstmals der Eindruck der späteren Brücke entstehen. Bisher prägten vor allem Fundamente, Pfeiler und vorbereitete Stahlkonstruktionen das Baufeld. Nach dem Einsetzen der Überbauteile lässt sich die künftige Fahrbahn der A100 in Fahrtrichtung Norden bereits deutlich erkennen.
Wer den Baufortschritt verfolgen möchte, kann dies auch online tun. Eine Webcam auf dem Dach des ICC Berlin dokumentiert die Arbeiten an der Ringbahnbrücke seit November 2025 und zeigt den Baufortschritt nahezu in Echtzeit.

In Charlottenburg soll die neue Ringbahnbrücke bis Sommer 2027 fertig werden. / © Visualisierung: Deges
Warum die Ringbahnbrücke neu gebaut wird
Die ursprüngliche Ringbahnbrücke wurde 1963 errichtet und war für deutlich geringere Verkehrsbelastungen ausgelegt. Zuletzt nutzten rund 90.000 Fahrzeuge täglich den Abschnitt der A100. Nachdem sich im Frühjahr 2025 Schäden an der Konstruktion verschärft hatten, wurde die Ringbahnbrücke aus Sicherheitsgründen gesperrt und anschließend vollständig abgebrochen.
Seit Oktober 2025 entsteht an gleicher Stelle der Ersatzneubau. Parallel wird auch die Westendbrücke neu errichtet.
Fertigstellung der A100-Brücke für Sommer 2027 geplant
Mit der neuen Ringbahnbrücke soll der A100-Abschnitt zwischen Messedamm und Spandauer Damm in Fahrtrichtung Norden wieder vollständig befahrbar werden. Das Bauwerk erhält drei Fahrstreifen, einen Einfädelungsstreifen von der A115 sowie einen Seitenstreifen.
Ergänzt wird der Neubau durch eine durchgehende Lärmschutzwand auf der Ostseite und lärmmindernden Asphalt. Nach aktuellem Stand soll die neue Ringbahnbrücke im Sommer 2027 fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben werden.
Ringbahnbrücke
Quellen: DEGES, Autobahn GmbH des Bundes, Verkehrsinformationszentrale Berlin
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2 Kommentare
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Tolle Leistung, schön wäre es, wenn jetzt alle Projekte deutschlandweit eine solche Beschleunigung fänden!
In Berlin reicht.
Provinz ist und bleibt eben Provinz.