Die A100 endet seit 2025 am Treptower Park. Doch der Bund plant weiter an der Verlängerung Richtung Storkower Straße. Nach der Berlin-Wahl stellt sich deshalb neu die Frage, welche dieser Pläne politisch noch eine Chance haben.

Blick auf den 16. Bauabschnitt der A100 in Berlin mit Fahrbahnen, Brückenbauwerk und Ampelanlage. Der neue Autobahnabschnitt zwischen Neukölln und Treptower Park wurde 2025 eröffnet.

Der 16. Bauabschnitt der A100 führt vom Autobahndreieck Neukölln bis zum Treptower Park. Die 3,2 Kilometer lange Strecke kostete rund 720 Millionen Euro und zählt damit zu Berlins teuersten Bauprojekten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die Verlängerung der Berliner Stadtautobahn gehört seit Jahren zu den umstrittensten Verkehrsprojekten der Hauptstadt. Nach der Abgeordnetenhauswahl haben sich die politischen Mehrheiten deutlich verschoben. Für den geplanten 17. Bauabschnitt könnte das Folgen haben – allerdings entscheidet Berlin über das Bundesprojekt nicht allein.

Der Ausgangspunkt hat sich seit dem vergangenen Wahlkampf grundlegend verändert. Der 3,2 Kilometer lange 16. Bauabschnitt zwischen Neukölln und Treptower Park ist seit dem 27. August 2025 geöffnet. Ein Jahr nach der Eröffnung zeigten neue Verkehrsdaten deutliche Veränderungen rund um die Elsenbrücke. Der nächste Abschnitt existiert dagegen bislang nur als Planung.

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A100 nach der Berlin-Wahl: Linke, Grüne und SPD wollen keinen Weiterbau

Für eine mögliche Koalition aus Linken, Grünen und SPD wäre die programmatische Ausgangslage bei der A100 vergleichsweise eindeutig. Alle drei Parteien traten 2026 gegen den Weiterbau an. Die SPD will die Autobahn dauerhaft am Treptower Park enden lassen und dort ein Verkehrskonzept entwickeln. Die Grünen lehnen den 17. Bauabschnitt ebenfalls ab und fordern für den bereits eröffneten Abschnitt ein umfassendes Verkehrskonzept.

Die Linke geht noch weiter. Sie will den 17. Bauabschnitt aus dem Berliner Flächennutzungsplan streichen und sich beim Bund dafür einsetzen, das Projekt auch aus dem Fernstraßenausbaugesetz zu entfernen. Zudem soll geprüft werden, ob sich der 16. Bauabschnitt langfristig zu einer Stadtstraße mit Radschnellweg umbauen lässt. Damit verfolgen die drei Parteien zwar unterschiedliche Instrumente, beim geplanten Weiterbau zeigen ihre Programme aber in dieselbe Richtung.

Straßenraum am Treptower Park nahe dem heutigen Ende der A100 in Berlin, von wo aus der geplante 17. Bauabschnitt weiterführen soll.

Die A100 endet derzeit am Treptower Park. Der geplante 17. Bauabschnitt soll die Stadtautobahn von hier aus weiter in Richtung Friedrichshain und Lichtenberg führen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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CDU und AfD wollen die A100 weiterbauen

Anders positioniert sich die CDU. Ihr Regierungsprogramm unterstützt ausdrücklich die Planungen des Bundes für den 17. Bauabschnitt. Bereits in früheren Konzepten hatte die Partei eine weitgehend unterirdische Führung ins Spiel gebracht. Das damalige Konzept einer sogenannten „Klimaautobahn“ sah längere Tunnelabschnitte und neue Nutzungen über der Trasse vor. Die aktuelle Bundesplanung untersucht ebenfalls unterschiedliche Höhenlagen und Bauwerksvarianten.

Auch die AfD fordert in ihrem Landeswahlprogramm ausdrücklich die Realisierung des 17. Bauabschnitts. Darüber hinaus nennt sie einen Lückenschluss des inneren Autobahnrings als Ziel. Damit lägen bei einem Regierungsbündnis unter Beteiligung von CDU und Grünen oder SPD deutlich unterschiedliche programmatische Positionen zur A100 auf dem Verhandlungstisch. Eine Koalitionsvereinbarung müsste diesen Gegensatz auflösen.

Sechs Varianten werden geprüft: Entscheidung über A100-Trasse steht noch aus

Unabhängig von der Berliner Regierungsbildung laufen die Planungen des Bundes zunächst weiter. Die Bundesregierung bezeichnet den 17. Bauabschnitt als „laufend und fest disponiert“. Die Autobahn GmbH muss deshalb den gesetzlichen Planungsauftrag weiter bearbeiten. Der Abschnitt soll vom Treptower Park durch Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg bis zur Storkower Straße führen.

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Dabei ist selbst die genaue technische Lösung noch offen. Nach Angaben der Bundesregierung untersucht die Autobahn GmbH sechs Trassenvarianten mit weiteren Untervarianten. Geprüft werden unter anderem Linienführung, Höhenlage und Anschlussstellen. Auch eine teilweise Führung der A100 unter der Spree und durch Friedrichshain wurde bereits untersucht. Welche Variante weiterverfolgt wird, steht bislang nicht fest.

Berliner Koalition kann A100 nicht allein stoppen

Damit führt die Wahl nicht automatisch zu einem Baustopp oder einem Baustart. Der 17. Bauabschnitt ist ein Bundesfernstraßenprojekt. Planung und Finanzierung liegen beim Bund beziehungsweise bei der Autobahn GmbH. Ein neuer Berliner Senat kann die Planung unterstützen oder politisch auf ihre Beendigung hinwirken. Eine Streichung des Projekts aus dem Bundesrecht kann das Land jedoch nicht allein beschließen.

A100: Anschlussstelle Am Treptower Park
Hier endet die seit August 2025 befahrbare A100. Von diesem Bereich aus soll der geplante 17. Bauabschnitt in Richtung Storkower Straße führen.

 

Quellen: Autobahn GmbH des Bundes, Senatskanzlei Berlin, Wahlprogramme 2026 von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und AfD, rrb24

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5 Kommentare

  1. Löwe 1. Oktober 2026 at 20:07 - Reply

    🪴Notfalls begrünen🪴

  2. max 2. Oktober 2026 at 10:33 - Reply

    Sie dort enden zu lassen wäre die schlechteste Alternative!

  3. 41er 2. Oktober 2026 at 13:55 - Reply

    Vermutlich wird dieser neue Abschnitt ein bis zwei Billionen Euro kosten und weitere 30 Jahre dauern. Die bauliche Komplexität ist deutlich höher als ein ehemaliger Grenzstreifen (16. Bauabschnitt). Das Geld sollte eher darin investiert werden die bestehende A100 zu ertüchtigen und vor allem verträglicher in das Stadtgefüge einzubringen (Lärmschutz z.B.). Man könnte sie komplett Überdeckeln und den gewonnen Raum für Wohnungen und Grünanlagen nutzen, wie zum Beispiel in Zürich oder Hamburg geschehen.

  4. Lie. 4. Oktober 2026 at 11:50 - Reply

    Die A100 würde dann über die Gürtelstr, Wilhelm – Gudorff Str., Frankfurter Allee, Möllendorffstr zur Storkower Str. führen.
    Das würde gar nicht funktionieren, da die Frankfurter Allee und Möllendorffstr ein Verkehrsknotenpunkt sind, wo regelmäßig Stau ist.

  5. Torsten Behrend 6. Oktober 2026 at 16:18 - Reply

    Ob die A100 weitergebaut wird entscheidet der Bund, die Wahlen in Berlin haben darauf keinen Einfluss.

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