In Hamburg sollen die Norderelbbrücke und die Süderelbbrücke im Zuge des A1-Ausbaus abgerissen und neu gebaut werden. Der Überblick zeigt Stand, Bauablauf, Planung und Besonderheiten.
Norderelbbrücke
Süderelbbrücke
© Titelbild: DEGES / Visualisierung: LAP/gmp
Hamburg bereitet eines der wichtigsten Autobahnprojekte im Norden vor. Zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Südost und der Anschlussstelle Hamburg-Harburg soll die A1 auf rund 8,2 Kilometern achtstreifig ausgebaut werden. Dazu gehören der Abriss und Neubau der Norderelbbrücke und der Süderelbbrücke.
Die A1 gehört im Osten Hamburgs zu den zentralen Verkehrsachsen für Pendler, Hafenverkehr und Logistik. Nach Angaben der DEGES fahren heute bis zu 131.000 Fahrzeuge täglich auf dem Abschnitt zwischen Hamburg-Südost und Hamburg-Harburg. Bis 2030 rechnet die Projektgesellschaft mit bis zu 160.000 Fahrzeugen pro Tag. Rund ein Viertel davon entfällt auf den Schwerlastverkehr.
Der Ausbau soll die Engstelle am Autobahndreieck Norderelbe beseitigen. Dort stehen bisher nur zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung. Künftig soll die A1 auf dem Abschnitt vier Fahrstreifen je Richtung erhalten. Dazu kommen Verflechtungsstreifen, die Ein- und Ausfahrten sicherer machen sollen. Gleichzeitig bindet Hamburg in diesem Bereich die geplante A26 Ost an die A1 an.
Norderelbbrücke: Neubau vor Abriss der alten Brücke in Hamburg

Die neue Norderelbbrücke soll im Zuge des Ausbaus der A1 in Hamburg nördlich der bestehenden Brücke entstehen. Nach der Verkehrsverlagerung soll die alte Brücke abgerissen werden. / © Visualisierung: DEGES
- Lage: A1 über die Norderelbe in Hamburg
- Bestandsbrücke: Eröffnet 1963
- Projektstatus: Bauvorbereitende Maßnahmen seit Februar 2026
- Neubau: Zunächst entsteht nördlich der bestehenden Brücke das erste Teilbauwerk.
Besonders dringlich gilt deshalb der Neubau der Norderelbbrücke. Das Bauwerk wurde 1963 eröffnet und zeigt laut DEGES erhebliche Schäden. Berechnungen aus dem Jahr 2016 ergaben nur noch eine begrenzte Restnutzungsdauer. Deshalb nutzt die DEGES einen sogenannten Vorgriffsfall. Dadurch können bestimmte Arbeiten schon vor dem Planfeststellungsbeschluss starten. Das Verfahren läuft parallel weiter.
Zuerst entsteht nördlich der bestehenden Norderelbbrücke ein neues Brückenbauwerk mit sechs Fahrstreifen. Danach soll der gesamte Verkehr vorübergehend über diesen Neubau laufen. Erst dann folgt der Abriss der alten Brücke. Anschließend entsteht die zweite neue Brückenhälfte. Der Siegerentwurf für die neue Norderelbbrücke stammt von der Planungsgemeinschaft Leonhardt, Andrä und Partner sowie gmp Architekten.
Süderelbbrücke in Hamburg: Neuer Überbau neben dem Bestand
- Lage: A1 über die Süderelbe in Hamburg
- Bestandsbrücke: Teilbauwerke aus den Jahren 1938 und 1965
- Projektstatus: Planänderungsverfahren läuft, Planfeststellungsbeschluss wird 2026 erwartet
- Baubeginn: 1. Quartal 2027
Auch die Süderelbbrücke wird ersetzt. Das bestehende Bauwerk besteht aus zwei Teilbauwerken aus den Jahren 1938 und 1965. Die heutige Brücke ist 325 Meter lang und als durchlaufende Balkenbrücke gebaut. Ihr Neubau soll ebenfalls vier Fahrstreifen je Richtung aufnehmen.
Der Bauablauf unterscheidet sich von der Norderelbbrücke. Zunächst entsteht östlich neben dem Bestand ein neuer Überbau. Der Verkehr bleibt in dieser Phase auf der alten Süderelbbrücke. Nach Fertigstellung des ersten Überbaus wird der Verkehr mit sechs Fahrstreifen verlegt. Danach sollen beide Bestandsbrücken abgerissen werden. Anschließend folgt der zweite neue Überbau. Für den Abschnitt Süd läuft derzeit das Planänderungsverfahren. Den Planfeststellungsbeschluss erwartet die DEGES noch 2026.
Hamburg: Lärmschutz, Radweg und sensible Naturflächen
Der Ausbau betrifft sensible Naturflächen an beiden Elbquerungen. Im Norden liegen unter anderem das FFH-Gebiet Hamburger Unterelbe, ein Vogelschutzgebiet und Naturschutzgebiete im Umfeld. Im Süden befinden sich das FFH-Gebiet Heuckenlock/Schweensand sowie die Naturschutzgebiete Heuckenlock und Schweensand. FFH-Gebiete sind europaweit geschützte Naturflächen, die seltene Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume bewahren sollen.
Die DEGES plant Lärmschutzwände und lärmmindernden Asphalt. An der Norderelbbrücke entsteht außerdem ein rund 4,5 Meter breiter Radweg. Er soll östliche und westliche Velorouten verbinden und bei Hochwasser als Fluchtweg von der Wilhelmsburger Insel dienen. Die Rastanlage Stillhorn soll durch die neue Rastanlage Elbmarsch ersetzt werden.
Quellen: DEGES, Hamburg.de
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