In Wedel, am westlichen Rand Hamburgs, sollen in den kommenden Jahren 93 neue Wohnungen entstehen. Das Projekt an der Bundesstraße B431 wurde nach langer Planung und trotz Kritik beschlossen. Damit erhält die Rolandstadt dringend benötigten Wohnraum, begleitet von Debatten über Infrastruktur, Verkehr und Akzeptanz in der Nachbarschaft.

Das Neubauprojekt ‚Hogschlag‘ in Wedel: Auf dem rund ein Hektar großen Grundstück an der B431 entstehen ab 2026 die ersten 43 Mietwohnungen, erschlossen über einen neu ausgebauten Kreuzungsbereich an der B431 zur Entlastung der Nachbarschaft. / © Visualisierung: Rehder Wohnungsbau / W2A Architekten Hamburg
© Visualisierungen: Rehder Wohnungsbau / W2A Architekten Hamburg
Wedel gilt vielen als „westlichster Stadtteil Hamburgs“. Die Stadt liegt direkt an der Elbe, profitiert von der Nähe zur Metropole und bewahrt zugleich kleinstädtisches Flair. Gerade durch die gute Anbindung per S-Bahn und die Nähe zur Elbmarsch ist Wedel ein gefragter Wohnstandort.
In diesem Umfeld wird nun das Bauvorhaben „Hogschlag“ umgesetzt. Auf einem knapp ein Hektar großen Grundstück zwischen der Kreuzung Lülanden an der Bundesstraße B431 und dem Ansgariusweg entstehen sechs Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 93 Wohnungen.
Wedel beschließt Neubauprojekt „Hogschlag“: 93 barrierearme Wohnungen mit moderner Energieeffizienz geplant
Nach mehr als sechs Jahren Planung hat der Planungsausschuss der Stadt Wedel im September 2025 grünes Licht gegeben. Eine Mehrheit der politischen Fraktionen stimmte für das Projekt, nur die Wählergemeinschaft WSI lehnte ab. Mit dem Satzungsbeschluss ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, der noch durch die Zustimmung des Rates bestätigt werden muss.
Geplant sind Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen zwischen 50 und 120 Quadratmetern. Fast alle Einheiten werden barrierefrei erreichbar sein. Zudem entstehen Tiefgaragenplätze, oberirdische Stellflächen und Ladepunkte für E-Mobilität. Alle Gebäude sollen den Energiestandard A/A+ erreichen und teilweise mit Gründächern ausgestattet werden.
Kritik am Bauprojekt in Wedel: Anwohnerinnen und Anwohner sorgen sich um Verkehr und Bebauungsdichte
Bereits während des Planungsprozesses äußerten Anwohnerinnen und Anwohner Bedenken. Befürchtet wurden vor allem Verkehrsprobleme sowie eine zu dichte Bebauung. Die Interessengemeinschaft „Hogschlag mitgestalten“ kritisierte im Juni 2025 die Höhe der Gebäude. Verwaltung und Politik hielten jedoch am Entwurf mit vier Geschossen und einem Staffelgeschoss fest.
Um die Akzeptanz zu erhöhen, verkleinerte der Investor die Gebäudebreite zugunsten von Grünflächen und sagte Rückstaffelungen zu. Zudem wird die Haupterschließung des Projekts über die Bundesstraße B431 erfolgen. Damit sollen die Anwohnerinnen und Anwohner des Ansgariuswegs und der Helgolandstraße entlastet werden.
Infrastrukturfolgekosten in Wedel: Rekordsumme von 690.000 Euro fließt in soziale Einrichtungen
Die Schaffung neuer Wohnungen bringt auch Belastungen für die städtische Infrastruktur mit sich. Schulen und Kitas müssen zusätzliche Kapazitäten bereitstellen. Daher verpflichtet sich der Investor erstmals in Wedel, Infrastrukturfolgekosten zu zahlen. Mehr als 690.000 Euro fließen in die Stadtkasse, die bisher höchste Summe in einem Neubauprojekt.
Gleichzeitig betonte das Unternehmen seine Kritik an diesem Modell. Geschäftsführer Stephan Rehder erklärte, das Konzept sei ein Hemmschuh für den Wohnungsbau, da es falsche Anreize setze und bezahlbare Projekte erschwere, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Dennoch halte man an der Tradition fest, mindestens 30 Prozent der Wohnfläche öffentlich gefördert bereitzustellen.
Baustart 2026: Projekt ‚Hogschlag‘ erweitert Wedels Bestand an geförderten Wohnungen
Der erste Bauabschnitt mit 43 Mietwohnungen soll Anfang 2026 starten. Bis Ende 2027 könnten die ersten Wohnungen bezogen werden. Zwei weitere Abschnitte mit jeweils 25 Miet- und 25 Eigentumswohnungen folgen. Die vollständige Fertigstellung wird mindestens bis 2028 dauern.
Rehder Wohnungsbau verweist darauf, dass seit 2015 bereits mehr als 110 geförderte oder gedeckelte Wohnungen in Wedel entstanden sind. Mit dem Projekt „Hogschlag“ steigt die Zahl auf 147. Damit sei das Unternehmen der aktivste Bauträger für geförderten Wohnraum in der Stadt.
Quellen: Rehder Wohnungsbau, Hamburger Abendblatt, Stadt Wedel
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