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Vor 70 Jahren wurde der Grundstein für den Tierpark Berlin gelegt. Auf seinem großzügigen Gelände hat er sich über die Jahre zu einem der größten Landschaftstiergärten Europas entwickelt.

Tierpark Berlin, Giraffen

Seit seiner Gründung 1955 ist der Tierpark Berlin kontinuierlich gewachsen und bietet heute eine weitläufige Parklandschaft mit Gehegen für über 970 Tierarten. / © Foto: Tierpark Berlin

© Fotos: Tierpark Berlin

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Sieben Jahrzehnte nach seiner Eröffnung blickt der Tierpark Berlin auf eine bemerkenswerte Geschichte zurück. 1955 als Aufbauprojekt der DDR gegründet, ist er heute der größte Landschaftstiergarten Europas. Zudem ist er für viele Berlinerinnen und Berliner heute ein Ort der Erholung, Bildung und Forschung.

Zum Jubiläum stehen nicht nur Feierlichkeiten im Mittelpunkt. Der Blick richtet sich auf die Frage, welche Vision dem Tierpark Berlin zugrunde lag und wie er sich zu einer international anerkannten Einrichtung entwickelte.

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70 Jahre Tierpark Berlin: Ein politisches und kulturelles Projekt

Die Gründung des Tierparks Berlin ist eng mit den politischen und gesellschaftlichen Umständen der Nachkriegszeit verbunden. Nachdem der Zoologische Garten im Westteil der Stadt lag, plante die DDR-Regierung ein entsprechendes Gegenstück im Osten. 1954 wurde der Zoologe Heinrich Dathe auf das Schloss Friedrichsfelde aufmerksam. Der von Peter Joseph Lenné gestaltete Schlosspark bot die Grundlage für Dathes Konzept eines weitläufigen Zoos, in dem Bildung, Forschung und Kultur miteinander verbunden sein sollten.

Am 30. November 1954 erfolgte die Grundsteinlegung, und bereits am 2. Juli 1955 öffnete der Tierpark seine Tore. Von Beginn an war er mehr als eine zoologische Einrichtung. Er wurde zum Symbol für kulturellen Neuanfang und gemeinschaftliches Engagement. Zahlreiche Berlinerinnen und Berliner beteiligten sich als freiwillige Aufbauhelfer im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks am Bau des Parks.

Tierpark Berlin: Wachstum durch Gestaltung und Forschung

Ein entscheidender Meilenstein war 1963 die Eröffnung des Alfred-Brehm-Hauses. Damals galt es als das größte Tierhaus der Welt. Es verband Felsfreianlagen mit einer zentralen Tropenhalle und prägte das Erscheinungsbild des Parks. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Anlagen hinzu, darunter das Affenhaus, das Giraffenhaus und großzügige Gehege für Wildesel, Takine und Moschusochsen.

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Parallel entstand an der Alfred-Kowalke-Straße das Institut für Zoo- und Wildtierforschung, das bis heute mit dem Tierpark kooperiert. Es untersucht Verhalten, Gesundheit und Erhalt bedrohter Tierarten und unterstreicht den Anspruch, zoologische Haltung mit Forschung zu verbinden.

Berliner Osten: Die Entwicklung zum größten Landschaftstiergarten Europas

Nach Heinrich Dathes Tod im Jahr 1991 setzte die Parkentwicklung unter wechselnden Leitungen fort. Neue Anlagen für Przewalskipferde, Somali-Wildesel und Koalas kamen hinzu. Mit rund 160 Hektar ist der Tierpark Berlin heute der größte Landschaftstiergarten Europas.

Diese Größe ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Ausschlaggebend war das weitläufige, einst königliche Gelände rund um das Schloss Friedrichsfelde. Es bot ausreichend Raum für großzügige Planung. Hinzu kamen die kontinuierliche städtebauliche Sicherung der Fläche und der Anspruch, Tierhaltung im Einklang mit der Natur zu gestalten. Anders als viele andere Zoos wurde der Tierpark nie durch das Stadtwachstum begrenzt. So konnte er sich über Jahrzehnte hinweg frei entfalten.

Der Tierpark Berlin wird in Zukunft weiter wachsen

Der Tierpark Berlin zeigt, wie sich ein Zoo über Jahrzehnte hinweg entwickeln kann, wenn Fläche, Planung und Forschung zusammenwirken. Auch künftig wird er auf seinem weitläufigen Gelände neue Anlagen und Projekte umsetzen, um Tierhaltung, Artenschutz und Besucherangebote zu verbinden und so seine Rolle als städtische Grün- und Bildungsstätte zu stärken.

Quellen: Tierpark Berlin, 70 Jahre Tierpark

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