Berlin investiert bis 2030 mehr als 600 Millionen Euro in Schwimmbäder. Mehrere Bäder werden saniert, modernisiert oder neu gebaut.
Stadtbad Schöneberg
Paracelsus-Bad
Wellenbad am Spreewaldplatz
Stadtbad Tiergarten
Kombibad Mariendorf
Stadtbad Charlottenburg
Schwimmhalle Holzmarktstraße
Multifunktionsbad Kienberg
© Titelbild: depositphotos.com
Berlin erneuert seine Schwimmbäder in großem Umfang. Die Berliner Bäder-Betriebe planen bis 2030 Bauvorhaben mit einem Volumen von mehr als 600 Millionen Euro. Das Geld fließt in Grundsanierungen, Modernisierungen und Neubauten von Hallen- und Sommerbädern. Ein Drittel der Summe stammt aus dem Klimapakt des Landes Berlin, weitere 50 Millionen Euro aus dem Sondervermögen.
Stadtbad Schöneberg: 14-Mio.-Euro-Sanierung abgeschlossen
Das Stadtbad Schöneberg gehört zu den ersten sichtbaren Ergebnissen der neuen Investitionsphase. Die Teilsanierung lief von Frühjahr 2024 bis Sommer 2026. Die Schließung begann bereits Anfang 2024, weil die Wasserwerte keinen weiteren Betrieb zuließen.
Die Bäder-Betriebe erneuerten unter anderem Filteranlagen, Wasseraufbereitung, Lüftung, Trinkwasserstation, Beleuchtung, Brandschutz und Gebäudeleittechnik. Auch sämtliche Becken wurden saniert. Die Kosten liegen bei rund 14 Millionen Euro. Bis zum 12. Juli läuft der Probebetrieb, in den Ferien gibt es Intensivschwimmkurse für etwa 300 Kinder. Ab dem 26. August soll das Bad wieder öffentlich nutzbar sein.

Das Stadtbad Schöneberg zählt mit seiner historischen Bausubstanz zu den prägenden Schwimmhallen der Berliner Bäderlandschaft. Nun wird es nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder schrittweise in den regulären Badebetrieb überführt. / © Foto: Wikimedia Commons, Marek Sliwecki, CC BY-SA 4.0
Sanierung in Berlin: Paracelsus-Bad und Wellenbad folgen
Im Paracelsus-Bad in Reinickendorf läuft eine denkmalgerechte Grundsanierung. Der Baubeginn war bereits im Herbst 2019. Die Bäder-Betriebe erneuern dort Lüftungsanlagen und Wasseraufbereitung. Die Baukosten liegen bei etwa 36 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen, die Eröffnung für das zweite Quartal 2027. Nach der Inbetriebnahme soll außerdem ein Außenbecken entstehen.
In Kreuzberg wird das Wellenbad am Spreewaldplatz seit Herbst 2023 grundhaft saniert. Das Gebäude wurde bis auf die Grundmauern zurückgebaut. Die Baukosten liegen bei rund 51 Millionen Euro. Die geplante Eröffnung nennt die Bäder-Betriebe für das erste Quartal 2028.

Hinter grünem Schutznetz und Baugerüsten läuft die Sanierung am Wellenbad am Spreewaldplatz in Kreuzberg weiter. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Weitere Schwimmbäder in Berlin: Tiergarten, Mariendorf und Charlottenburg
Auch das Stadtbad Tiergarten erhält ein neues Außenbecken. Seit Herbst 2025 entstehen dort ein 25-Meter-Becken, eine Kinderplansche, Sanitärbereiche, Umkleiden und eine Liegewiese. Die aktuelle Bausumme liegt bei 6,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Sommer 2027 geplant.

Eine Visualisierung zeigt den geplanten Außenbereich des Stadtbads Tiergarten mit Liegewiese, Terrasse und 25-Meter-Becken. / © Visualisierung: Studio Gollwitzer Architekten
Beim Kombibad Mariendorf steht die grundhafte Sanierung von Innen- und Außenbereich an. Das Bad ist seit einem Brand im September 2023 geschlossen. Der Baubeginn ist für 2026 geplant. Im Kombibad Spandau Süd sollen das Außenbecken saniert und Ersatzbauten für Umkleiden errichtet werden. Auch hier ist 2026 als Baubeginn vorgesehen; ein Nachprüfungsverfahren zur Vergabe ist noch offen.

Das Kombibad Mariendorf bleibt nach einem Brand im Jahr 2023 geschlossen. Ab 2026 ist eine umfassende Sanierung des Hallen- und Freibadbereichs geplant. / © Foto: Wikimedia Commons, Dirk Ingo Franke, CC BY 3.0
In Charlottenburg planen die Bäder-Betriebe eine grundhafte Sanierung der Alten und Neuen Halle. Beide Stadtbäder sollen zu einem barrierefreien Gesamtstandort für Schul-, Vereins- und öffentliches Schwimmen zusammenwachsen. Vorgesehen sind eine sanierte Gebäudehülle, Kinderplansche, Saunalandschaft und Außenanlage. Die Kosten liegen bei mehr als 40 Millionen Euro, der Baubeginn ist für 2028 geplant.
Neubauten und Klimaschutz bei Berliner Schwimmbädern
Auch Neubauten sind geplant. An der Holzmarktstraße 51 wird die seit 2018 geschlossene Schwimmhalle abgerissen und in einem Gebäudekomplex mit studentischem Wohnen, Gewerbe und Schwimmhalle neu gebaut. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

Am Standort Holzmarktstraße 51 in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg entsteht eine neue öffentliche Schwimmhalle als zentraler Bestandteil eines gemischten Quartiers an der Berliner Stadtbahn. / © Visualisierung: Eller + Eller
Zu den langfristigen Projekten gehört außerdem das geplante Multifunktionsbad Kienberg in Marzahn-Hellersdorf. Am Standort am Jelena-Šantić-Friedenspark soll ein neues Kombibad mit Schwimmhalle und Freibad entstehen. Der Bezirk treibt derzeit das Bebauungsplanverfahren 10-118 voran und hat im Juni 2026 die öffentliche Auslegung des Planentwurfs gestartet. Mit dem Vorhaben soll Marzahn-Hellersdorf erstmals seit der Schließung des Wernerbades im Jahr 2002 wieder ein öffentliches Freibad erhalten.

Blick vom Kienberg über Marzahn-Hellersdorf: Im Bereich des Jelena-Šantić-Friedensparks soll das Kombibad „Multifunktionsbad Kienberg“ entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Weitere Neubauten befinden sich in Spandau und Pankow in der Konzepterarbeitung. Zudem sollen Sommerbäder ab der Sommersaison 2027 Beckenabdeckungen erhalten. Acht Sommerbäder sind dafür vorgesehen. In sechs Bädern werden Leistungen ausgeschrieben, in zwei weiteren Standorten erfolgt der Einbau im Zuge der Beckensanierung. Die Bäder-Betriebe rechnen bei 22 Grad Stütztemperatur mit rund 30 Prozent weniger Wärmeverlust.
Quellen: Berlin.de, Berliner Bäder-Betriebe, Berliner Morgenpost
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3 Kommentare
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Die Schwimmbäder in Berlin gerade im Osten sind ein Trauerspiel und so wird es noch einige Zeit bleiben. Unsere Volksschwimmhalle in Pankow ist seit vielen Jahren ein lost places, ähnlich das ehemalige Flaggschiff SEZ in der Landsberger.
Es gab schon viele Versprechungen, irgendwann kann man nur noch abreißen, weil der Zeitpunkt einer möglichen Sanierung verpasst wurde.
Passiert eh nicht in Hellersdorf.
Es wäre schön, wenn auch mal die Umkleidekabinen ind Toiletten saniert würden, z.B. im Freibad Wilmersdorf, Strandbad Wannsee und im Freibad Kreuzberg. Die sind versifft und uralt