Seit Jahren steht der Paradieshof in Alt-Sachsenhausen leer. Nun startet Frankfurt einen neuen Anlauf für die Entwicklung der prominenten Liegenschaft. Ein Investitionskostenzuschuss von bis zu 4,5 Millionen Euro soll wirtschaftlich tragfähige Konzepte ermöglichen.

Der Paradieshof in Alt-Sachsenhausen steht seit mehr als 15 Jahren leer. Mit dem neuen Konzeptvergabeverfahren könnte nun Bewegung in die Entwicklung der Liegenschaft kommen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Der lange Leerstand des Paradieshofs in Frankfurt könnte bald ein Ende finden. Für die Liegenschaft in der Paradiesgasse 23 hat die Stadt nun ein neues Konzeptvergabeverfahren gestartet. Ziel ist es, eine tragfähige Nutzung für das Gebäude zu entwickeln und zugleich Impulse für das Umfeld in Alt-Sachsenhausen zu setzen.
Verbesserte Rahmenbedingungen sollen diesmal den entscheidenden Unterschied machen. Die Stadtverordneten haben im Dezember beschlossen, bei Bedarf einen Investitionskostenzuschuss von bis zu 4,5 Millionen Euro bereitzustellen. Dieser ist an eine Mietpreisbindung gekoppelt und soll es ermöglichen, wirtschaftlich realisierbare Konzepte einzureichen.
„Durch die Option, einen Investionskostenzuschuss zu bewilligen, können gute und wirtschaftlich tragfähige Konzepte entwickelt und eingereicht werden.“, sagt Sylvia Weber, Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen.
Offener Wettbewerb soll tragfähige Konzepte für Paradieshof hervorbringen
Dem eigentlichen Vergabeverfahren geht zunächst ein offener Teilnahmewettbewerb voraus. Die Bekanntmachungsunterlagen stehen bereits auf den Internetseiten der Stadt sowie des Amts für Bau und Immobilien zur Verfügung. Nach Abschluss der ersten Auswahlphase soll das Konzeptverfahren voraussichtlich am 20. Mai starten.
Die Vergabe erfolgt ergebnisoffen. Gesucht wird ein Gesamtkonzept, das sich in das Umfeld integriert und den bestehenden Nutzungsmix im Viertel ergänzt. Neben einer Aufwertung des Grundstücks soll auch die Aufenthaltsqualität rund um den Paradiesplatz verbessert werden. Der Paradieshof könnte damit künftig einen Beitrag zur Stadtkultur leisten und die Belebung des Quartiers unterstützen.
Projekt mit langer Vorgeschichte: Paradiesgasse 23 in Sachsenhausen seit 2008 ungenutzt
Der Paradieshof steht bereits seit mehr als 15 Jahren leer. Das Gebäude aus den 1960er-Jahren wurde zunächst als Gaststätte mit Wohnnutzung betrieben, später zog eine Diskothek ein. Seit 2008 ist die Immobilie ungenutzt.
Die Stadt hatte das Grundstück 2010 im Zuge des Stadterneuerungsverfahrens Alt-Sachsenhausen übernommen. Mehrere Versuche, eine neue Nutzung zu etablieren, scheiterten jedoch. So konnte ein Architekturwettbewerb, der ursprünglich eine Spielstätte für die Volksbühne Frankfurt vorsah, aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden. Auch ein späteres Konzeptverfahren aus dem Jahr 2015 blieb ohne Realisierung, obwohl mit der European School of Design bereits ein Sieger feststand.
Neue Nutzung in Alt-Sachsenhausen: Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Kultur im Gespräch
Der aktuelle Anlauf setzt auf eine gemischte Nutzung. Diskutiert werden überwiegend Wohnungen sowie gewerbliche Flächen, etwa für Gastronomie, Kultur oder Dienstleistungen. Parallel dazu gab es in den vergangenen Monaten politische Vorschläge, den Standort stärker kulturell zu profilieren.
Ob der neue Wettbewerb diesmal zu einer Umsetzung führt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Mit dem Zuschuss und einem offenen Verfahren versucht die Stadt erneut, den seit Jahren brachliegenden Paradieshof aus dem Stillstand zu holen.
Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Bund der Steuerzahler Deutschland, FAZ, CDU Frankfurt am Main
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