Auf dem angespannten Berliner Wohnungsmarkt kommen fast 400 neue Mietwohnungen hinzu. Die drei Neubauten liegen allesamt im Osten der Stadt. Für Wohnungssuchende ist vor allem die Aufteilung der Mieten interessant.
Schkeuditzer Straße 3 A–C
Rosenfelder Ring 86/88
Mahlower Straße
© Titelbild: Winking Froh Architekten
In drei Berliner Neubauprojekten beginnt in den kommenden Wochen die Vermietung. Die Wohnungen verteilen sich auf Hellersdorf, Friedrichsfelde und Köpenick – also alle im Osten der Hauptstadt. Besonders relevant für Wohnungssuchende: Gut die Hälfte der insgesamt 388 Wohnungen ist öffentlich gefördert.
- Standorte: Hellersdorf, Friedrichsfelde und Köpenick
- Projektstatus: Im Bau / Vermietungsstart
- Wohnungen: 388 Mietwohnungen
- Geförderte Wohnungen: 195 Wohnungen
- Wohnungsgrößen: Ein bis fünf Zimmer
- Erste Einzüge: November 2026 beziehungsweise Februar 2027

An der Schkeuditzer Straße in Hellersdorf startet die HOWOGE am 6. Oktober 2026 die Vermietung von 167 Neubauwohnungen, darunter 84 geförderte Wohnungen. / © Foto: Marcus Bachmann / HOWOGE
Den Anfang macht am 6. Oktober die Schkeuditzer Straße 3 A–C in Marzahn-Hellersdorf. Dort entstehen 167 Wohnungen mit einem bis fünf Zimmern, 84 davon gefördert. Das siebenstöckige Gebäude am Hellersdorfer Theaterplatz soll nach dem aktuellen Zeitplan Mitte Oktober fertig werden. Die ersten Mietverträge können voraussichtlich im November beginnen.
Das Projekt ist als sogenanntes Nur-Strom-Haus konzipiert. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und Photovoltaik gehören zum Energiekonzept, außerdem erreicht der Neubau den Effizienzhaus-40-Standard. Alle Wohnungen sind innen schwellenfrei und besitzen einen Balkon oder im Erdgeschoss eine Terrasse. Hinzu kommen 347 Fahrradstellplätze sowie rund 670 Quadratmeter Spiel- und Bewegungsflächen. Die HOWOGE nennt als Baubeginn das vierte Quartal 2024.
HOWOGE-Neubau am Rosenfelder Ring: 173 Wohnungen gehen in die Vermietung

Zwischen dem vorhandenen Baumbestand zeigt sich der Rohbau eines der beiden achtgeschossigen Wohnhäuser am Rosenfelder Ring. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Ende Oktober folgt das größte der drei Projekte. Am Rosenfelder Ring 86/88 in Lichtenberg entstehen 173 Wohnungen, davon 87 geförderte. Die Bauarbeiten sollen Ende Dezember abgeschlossen sein, die ersten Mietverträge voraussichtlich im Februar 2027 beginnen.
Der Neubau hat das Quartier bereits deutlich verändert. Wo zuvor eine Garagensiedlung lag, stehen inzwischen zwei achtgeschossige Baukörper. Der Neubau am Rosenfelder Ring war im Sommer bereits weit fortgeschritten. Eine Besonderheit sind 23 Maisonettewohnungen im zweigeschossigen Vorbau. Außerdem entstehen ein Quartiersplatz, ein begrünter Innenhof und Spielbereiche. Das Projekt nutzt Holz-Hybridbauweise, Wärmepumpe und Photovoltaik.
Mahlower Straße: Holz-Hybrid-Neubau mit 48 Mietwohnungen

An der Mahlower Straße in Köpenick entstehen rund 48 Mietwohnungen in Holz-Hybridbauweise. Ende November 2026 soll die Vermietung beginnen. / © Visualisierung : ZOOMARCHITEKTEN
Als dritter Standort folgt Ende November die Mahlower Straße in Treptow-Köpenick. Neben der Hausnummer 46A entsteht ein siebenstöckiger Neubau mit 48 Wohnungen, davon 50 Prozent gefördert. Die Wohnungen besitzen ein bis vier Zimmer. 40 Einheiten sollen barrierefrei sein.
Architektonisch unterscheidet sich das Projekt deutlich von den beiden größeren Neubauten. Die geschwungene Blockrandschließung entsteht in modularer Holz-Hybridbauweise nach Plänen von ZOOMARCHITEKTEN. Im Erdgeschoss der Mahlower Straße sind Räume für eine Kindertagespflege, eine Arztpraxis und einen HOWOGE-Servicestandort vorgesehen. Die ersten Wohnungen sollen nach Abschluss der Arbeiten im Februar 2027 bezogen werden.
388 Wohnungen im Berliner Osten: Mietpreise und WBS
Bei den Mietpreisen bleibt allerdings noch eine entscheidende Frage offen. Konkrete Nettokaltmieten für die jetzt angebotenen Wohnungen nennt die HOWOGE in ihrer aktuellen Mitteilung nicht. Fest steht, dass 195 der 388 Wohnungen öffentlich gefördert sind. Dafür kommen je nach Einkommen und Haushaltsgröße WBS-Stufen zwischen 100 und 220 infrage.
Die Einkommensgrenzen reichen dabei weiter, als der Begriff Sozialwohnung vermuten lässt. Nach Angaben der HOWOGE kann ein Einpersonenhaushalt mit bis zu rund 1.800 Euro monatlichem Nettoeinkommen für einen WBS 180 infrage kommen, beim WBS 220 nennt das Unternehmen rund 2.200 Euro. Bei einem Vierpersonenhaushalt mit zwei Kindern liegt der genannte Richtwert für einen WBS 220 bei rund 5.000 Euro netto im Monat.
Damit kommen innerhalb weniger Monate 388 neue Mietwohnungen auf den Markt. Interessant ist nicht nur ihre Konzentration im Berliner Osten: Mit 195 geförderten Einheiten entfällt rechnerisch etwas mehr als die Hälfte des Angebots auf Wohnungen mit WBS.
Quellen: HOWOGE, ZOOMARCHITEKTEN, Bezirksamt Lichtenberg
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