Berlin erhält 350 neue S-Bahnen mit Klimaanlagen, USB-C-Anschlüssen und größeren Mehrzweckbereichen. Die ersten Fahrzeuge sollen ab 2032 auf der Stadtbahn und den Nord-Süd-Linien fahren.

Eine rot-gelbe S-Bahn der Baureihe 484 steht an einem Berliner Bahnhof. Das moderne Fahrzeug von Siemens und Stadler bildet die Grundlage für die 350 neuen S-Bahnen in Berlin und zeigt das künftige Design der neuen Flotte.

Eine S-Bahn der Baureihe 484 hält an einem Bahnhof in Berlin. Die neue Fahrzeuggeneration dient als technische Grundlage für die 350 neuen S-Bahnen, die ab 2032 schrittweise in Betrieb gehen sollen. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

© Titelbild: Stadler / Nicklas Meyer

ANZEIGE

 

Berlin bestellt 350 neue S-Bahnen mit insgesamt 1.400 Wagen. Für Fahrgäste zählt jedoch weniger die Zahl der Fahrzeuge als die Frage, was sich im Alltag verändert. Die neue Flotte soll nicht nur ältere Züge ersetzen. Sie bringt auch eine vollständige Klimatisierung, neu gestaltete Mehrzweckbereiche und digitale Technik in weite Teile des Berliner Netzes.

  • Betroffene S-Bahn-Linien: S1, S2, S3, S5, S7, S8, S9, S15, S21, S25, S75, S85 und S86
  • Projektstatus: Rechtskräftiger Zuschlag erteilt
  • Betriebsaufnahme: schrittweise ab Anfang 2032
  • Fertigstellung der Einflottung: planmäßig 2038
  • Umfang: 350 Halbzüge mit insgesamt 1.400 Wagen

Die 350 neuen S-Bahnen sollen die Baureihen 480 und 481 auf Linien wie der S1, S9, S25 oder auch S86 schrittweise ersetzen. Jeder neue Zug besteht aus vier durchgängig begehbaren Wagen. Das Fahrzeugkonzept basiert auf den Baureihen 483 und 484, die bereits auf dem Berliner Ring und weiteren Linien fahren. Siemens und Stadler entwickeln diese Plattform für die Anforderungen der Stadtbahn und der Nord-Süd-Strecken weiter.

ANZEIGE

350 neue S-Bahnen bringen mehr Platz in Berlin

Dabei bleibt das vertraute rot-gelbe Erscheinungsbild erhalten. Technisch sollen sich die Fahrzeuge jedoch deutlich von den älteren Zügen unterscheiden. Die Hersteller nennen unter anderem einen modernisierten Führerstand, aktualisierte Brandschutztechnik und neue Vorgaben für die Cybersicherheit. Auch der bereits auf der Ringbahn eingesetzte Antrieb wird weiterentwickelt, um den Energieverbrauch über die gesamte Nutzungsdauer zu senken.

Besonders sichtbar werden die Veränderungen im Innenraum. Stadler plant einen helleren und flexibler nutzbaren Fahrgastraum. Im neu gestalteten Mehrzweckbereich sollen Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder mehr Platz erhalten. Vorgesehen sind außerdem ein eigener Rollstuhlstellplatz, ein Sitzplatz für kleinwüchsige Menschen sowie zusätzliche Möglichkeiten für Begleitpersonen von Fahrgästen mit eingeschränkter Mobilität.

Eine Berliner S-Bahn fährt mit Bewegungsunschärfe durch den Berliner Hauptbahnhof. Das Bild steht für die Zukunft der S-Bahn in Berlin mit neuen Fahrzeugen und langfristigen Plänen für den Betrieb.

Eine S-Bahn verlässt den Bahnhof Berlin Hauptbahnhof. Die neue Fahrzeuggeneration soll ab 2032 schrittweise auf den Linien der Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd eingesetzt werden. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

ANZEIGE

Neue S-Bahnen erhalten eine vollständige Klimatisierung

Automatische Schiebetritte sollen den Abstand zwischen Zug und Bahnsteig verringern. Sie fahren an den Türen aus und erleichtern dadurch den Einstieg. Moderne Fahrgastinformationssysteme und Videotechnik gehören ebenfalls zur Ausstattung. Zudem müssen die Fahrzeuge verbindliche Lärmschutzanforderungen erfüllen.

Eine weitere Neuerung betrifft die Temperatur im Zug. Alle 350 neuen S-Bahnen erhalten eine vollständige Klimatisierung. Stadler entwickelt dafür eine Anlage mit Kaltwassertechnologie und einem halogenfreien Kältemittel. Nach Angaben der Unternehmen soll das System den Innenraum auch bei hohen Außentemperaturen zuverlässig kühlen. An jedem zweiten Sitzplatz ist zudem ein USB-C-Anschluss vorgesehen.

Neue S-Bahnen fahren auf Stadtbahn und Nord-Süd-Strecken

Die neuen Fahrzeuge kommen auf einem großen Teil des Berliner S-Bahn-Netzes zum Einsatz. Zum Teilnetz Stadtbahn gehören die Linien S3, S5, S7, S75 und S9. Das Teilnetz Nord-Süd umfasst die Linien S1, S2, S8, S15, S21, S25, S85 und S86. Damit erreichen die Züge auch Brandenburg, etwa auf Verbindungen nach Potsdam, Oranienburg, Bernau, Hennigsdorf, Blankenfelde, Strausberg Nord und Wildau. Die Ringbahn gehört nicht zu diesem Auftrag.

ANZEIGE

Die ersten Fahrzeuge sollen ab Jahresbeginn 2032 in den Betrieb gehen. Anschließend will das Konsortium die Flotte schrittweise bis 2038 einführen. Ob alle Züge innerhalb dieses Zeitplans bereitstehen, wird sich zeigen. Vor dem Fahrgastbetrieb müssen die Hersteller die neue Baureihe entwickeln, produzieren, testen und zulassen.

 

Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, S-Bahn Berlin, rbb24

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.