Jahrelang wurde über die Zukunft des Parkplatzes an der Eldenaer Straße gestritten. Nun liegt ein völlig neuer Entwurf auf dem Tisch: Statt der einst geplanten Pyramidenhochhäuser soll an der Grenze von Prenzlauer Berg und Friedrichshain ein Wohnquartier mit rund 300 Wohnungen nach Bau-Turbo-Verfahren entstehen.

Historische Hammelställe und eine denkmalgeschützte Verwaltungsvilla werden in das Konzept integriert und bleiben prägende Elemente des Ensembles.

Dort, wo heute Autos parken und die historischen Gebäude des ehemaligen Schlachthofs an einen anderen Stadtteil erinnern, soll künftig ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen, Gewerbe und öffentlichen Freiräumen entstehen. / © Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur

© Titelbild: Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur

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Wer heute über den Parkplatz an der Eldenaer Straße läuft, ahnt kaum, wie lange um dieses Grundstück bereits gerungen wird. Zwischen den denkmalgeschützten Relikten des ehemaligen Zentralvieh- und Schlachthofs, dem Blankensteinpark und den Gründerzeitquartieren südlich der Straße liegt eine der umstrittensten Entwicklungsflächen im Berliner Osten. Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie dieser Ort künftig aussehen soll. Nun zeichnet sich erstmals ein grundlegender Kurswechsel ab.

Im Stadtplanungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Pankow wurden am Mittwoch neue Pläne für das Grundstück Eldenaer Straße 42–44 vorgestellt. Sie unterscheiden sich deutlich von den Entwürfen, die in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert wurden. Die einst vorgesehenen pyramidenförmigen Hochhäuser des Architekten Christoph Langhof spielen in den aktuellen Planungen keine Rolle mehr.

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Frühere Pläne von Architekt Christoph Langhof sahen ein Pyramidenprojekt an der Eldenaer Straße in Prenzlauer Berg vor. Diese Idee ist nun offenbar vom Tisch. / © Visualisierung: LANGHOF GmbH

Wohnquartier statt Hochhausprojekt: Was jetzt auf dem REWE-Parkplatz geplant ist

  • Ort: Eldenaer Straße 42–44, Berlin-Pankow (Grenze Friedrichshain-Kreuzberg)
  • Projekt: Wohnquartier auf ehemaligem Parkplatz mit ca. 300 Wohnungen
  • Bauherr: ARGO Properties N.V. / CM Realty (Christoph Meyer)
  • Planung: Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur / Stadtplaner Wolf Uwe Rilke
  • Nutzung: Wohnen, Gewerbe, Gastronomie; 30 % mietpreisgebunden
  • Status: Baugenehmigung frühestens 2027 erwartet

Vorgesehen ist nun die Entwicklung eines gemischt genutzten Quartiers mit überwiegendem Wohnanteil. Auf der heute vollständig versiegelten Fläche sollen zwei Neubauten entstehen, in denen (abhängig vom späteren Wohnungsmix) rund 300 Wohnungen Platz finden könnten. Nach Angaben des Vorhabenträgers sollen 30 Prozent der Wohnungen als mietpreisgebundener Wohnraum nach dem Berliner Modell realisiert werden.

Ergänzt werden die Wohnnutzungen durch kleinteilige Gewerbeflächen, Einzelhandel und gastronomische Angebote. Diese sind sowohl in den Erdgeschosszonen der Neubauten als auch in angrenzenden Bestandsgebäuden vorgesehen. Bauherr des Projekts ist auch weiterhin das Unternehmen ARGO Properties N.V., als Bauherrenvertreter fungiert Christoph Meyer von der CM Realty GmbH. Die architektonische Planung stammt vom Berliner Büro Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur.

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Die Planung sieht zwei Neubauten vor, deren Höhenentwicklung auf die umliegende Bebauung abgestimmt ist.

Architektonisch orientiert sich das Vorhaben an der Typologie der Berliner Gründerzeit und vermittelt zwischen unterschiedlichen Stadträumen. / © Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur

Eldenaer Straße: Historische Gebäude bleiben Teil des Konzepts

Eine zentrale Rolle spielen weiterhin die denkmalgeschützten Hammelställe des ehemaligen Schlachthofs sowie die historische Verwaltungsvilla. Anders als bei den früheren Hochhausplänen sollen die Bestandsgebäude nun stärker in das Quartier eingebunden und als identitätsprägende Elemente hervorgehoben werden.

Geplant sind zudem umfangreiche Entsiegelungsmaßnahmen. Die bislang als Parkplatz genutzte Fläche soll teilweise begrünt und in mehrere Höfe gegliedert werden. Vorgesehen sind Aufenthaltsbereiche für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner sowie ein neuer Stadtplatz. Ein Café an der Westseite des Areals soll zusätzlich als Treffpunkt dienen und die Verbindung zwischen den historischen Gebäuden und dem benachbarten Blankensteinpark stärken. Die notwendigen Stellplätze sollen in einer Tiefgarage untergebracht werden.

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„Das neue Quartier wird die Attraktivität der Nachbarschaft und das Mikroklima positiv verändern.“ – Bauherrenvertreter Christoph Meyer von CM Realty

Auf Parkplatzfläche: Erstes „Bau-Turbo“-Projekt im Bezirk Pankow

Bemerkenswert ist auch das geplante Verfahren. Das Vorhaben soll als erstes Projekt im Bezirk Pankow über das vereinfachte Genehmigungsverfahren des sogenannten Bau-Turbos umgesetzt werden. Ziel dieses Instruments ist es, Planungs- und Genehmigungsprozesse für Wohnungsbauvorhaben zu beschleunigen.

Städtebaulich bewegt sich das Projekt in einem anspruchsvollen Umfeld. Das Grundstück vermittelt zwischen den ehemaligen Gewerbe- und Schlachthofstrukturen im Norden sowie den gründerzeitlichen Blockrandquartieren im Süden.

Bauvorhaben Eldenaer Straße: Bezirk Pankow verabschiedet sich von bisherigen Hochhausplänen

Die neuen Gebäude sollen diese unterschiedlichen Stadträume miteinander verbinden und sich in Höhe und Gliederung stärker an der Berliner Gründerstadt orientieren. Damit vollzieht sich zugleich eine deutliche Abkehr von den früheren Hochhausvisionen.

Nachdem die Pläne für die markanten Terrassen- und Pyramidenhäuser über Jahre auf politische und denkmalpflegerische Vorbehalte gestoßen waren, setzt der Eigentümer nun auf einen deutlich zurückhaltenderen Ansatz.

Ob dieser neu erarbeitete Vorschlag den langjährigen Stillstand überwinden kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Derzeit laufen weitere Abstimmungen mit dem Bezirksamt. Mit einer Baugenehmigung wird frühestens im Jahr 2027 gerechnet.

Blick auf den Parkplatz an der Eldenaer Straße in Pankow.

Eldenaer Straße in Pankow: Aktuell befindet sich auf dem Areal ein großflächiger Parkplatz, der dem benachbarten Supermarkt dient. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: ECKEL Public Relations, ARGO Properties N.V., Christoph Langhof, Eldenaer Investment GmbH, Bezirksamt Pankow, Wikipedia, Architektur Urbanistik Berlin

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3 Kommentare

  1. Til 18. Juni 2026 at 10:08 - Reply

    Viel besser. Ja bitte!

  2. M.Hillen 18. Juni 2026 at 16:03 - Reply

    Ja, sieht gut aus.

  3. Daniel 23. Juni 2026 at 09:04 - Reply

    Yep thats great! Lets do it!

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