Zwischen zwei ehemaligen Tagebauseen in der Lausitz könnte eines der größten neuen Tourismusprojekte Brandenburgs entstehen. Center Parcs hat sich bereits ein Grundstück gesichert und prüft dort einen neuen Ferienpark. Bis tatsächlich gebaut werden kann, stehen jedoch umfangreiche Untersuchungen an.

Das Luftbild zeigt den Sedlitzer See und den Partwitzer See im Lausitzer Seenland mit bewaldeten Uferflächen und der Landschaft zwischen den beiden Seen.

Zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See im Lausitzer Seenland prüft Center Parcs den Bau eines neuen Ferienparks mit bis zu 700 Ferienhäusern. / © Foto: TMB-Fotoarchiv / Steffen Rasche Fotografie

© Titelbild: TMB / Steffen Rasche Fotografie

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Im Lausitzer Seenland nimmt ein neues Großprojekt Konturen an. Auf einer früher vom Braunkohlebergbau geprägten Fläche will Center Parcs prüfen, ob ein neuer Ferienpark entstehen kann. Der Standort liegt zwischen dem Sedlitzer und dem Partwitzer See – mitten in einer Landschaft, die erst seit wenigen Monaten vollständig als zusammenhängendes Wasserrevier nutzbar ist.

  • Ort: bei Lieske, Gemeinde Neu-Seeland
  • Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
  • Standort: zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See
  • Ferienhäuser: voraussichtlich 500 bis 700
  • Investitionsvolumen: rund 300 Millionen Euro

Center Parcs hat das Vorhaben am 21. September 2026 bei einer Sitzung des Zweckverbands Lausitzer Seenland Brandenburg in Senftenberg öffentlich vorgestellt. Die Gespräche über eine Ansiedlung laufen nach Angaben des Landkreises Bautzen bereits seit mehr als fünf Jahren. Inzwischen hat das Unternehmen nach eigenen Angaben ein geeignetes Grundstück gesichert. Der überwiegende Teil der Fläche liegt in Brandenburg, unmittelbar an der Landesgrenze zu Sachsen. Auf Brandenburger Seite gehört das Gebiet zur Gemeinde Neu-Seeland im Amt Altdöbern.

Noch handelt es sich allerdings nicht um ein genehmigtes Bauprojekt. Center Parcs spricht ausdrücklich von der Prüfung einer möglichen Entwicklung. In den kommenden rund 18 Monaten sollen Machbarkeitsstudien, Umweltprüfungen und Raumplanungsverfahren klären, ob und unter welchen Bedingungen der Ferienpark entstehen kann. Dazu gehört auch eine Raumverträglichkeitsprüfung. Erst danach können weitere Planungs- und Genehmigungsschritte folgen.

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Center Parcs plant bis zu 700 Ferienhäuser auf rund 90 Hektar

Sollte das Projekt umgesetzt werden, will Center Parcs rund 300 Millionen Euro investieren. Vorgesehen sind nach aktuellem Stand 500 bis 700 Ferienhäuser auf etwa 90 Hektar. Hinzukommen sollen Restaurants sowie Freizeit- und Sportangebote. Auch das für Center Parcs typische Erlebnisbad „Aqua Mundo“ ist vorgesehen. Das Land Brandenburg rechnet bei einer jährlichen Auslastung von rund 75 Prozent mit etwa 800.000 zusätzlichen Übernachtungen pro Jahr.

Damit hätte das Projekt eine erhebliche Größenordnung für den Tourismus in der Lausitz. Nach Angaben des Landkreises Bautzen zählt das Lausitzer Seenland derzeit rund 800.000 Übernachtungen im Jahr. Als langfristiges Ziel nennt der Landkreis 1,5 Millionen Übernachtungen. Ein vollständig ausgelasteter neuer Ferienpark könnte die bisherigen Größenordnungen damit deutlich verändern.

Neuer Center Parcs entsteht in einer ehemaligen Tagebaulandschaft

Der Standort ist eng mit dem Strukturwandel der Lausitz verbunden. Sedlitzer und Partwitzer See entstanden aus ehemaligen Braunkohletagebauen. Erst am 29. Juni 2026 wurden der Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See über schiffbare Kanäle vollständig zu einem gemeinsamen Fünf-Seen-Verbund verbunden.

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Damit entstand ein zusammenhängendes Wasserrevier von rund 5.100 Hektar. Genau diese neue touristische Infrastruktur bildet nun den Rahmen für das Center-Parcs-Projekt. Der Ferienpark wäre zugleich der erste Standort des Unternehmens in Ostdeutschland.

Wird Center Parcs zur Konkurrenz für Tropical Islands?

Dazu kommt: Konkurrenz gibt es schon in Brandenburg. Das Tropical Islands bei Krausnick verbindet bereits heute eine große Wasserwelt mit Übernachtungsangeboten und Ferienhäusern. Allein bei einer Erweiterung im Jahr 2020 kamen dort 135 Ferienhäuser zu damals bereits bestehenden 113 Häusern hinzu. Tropical Island und Center Parks richten sich vor allem an Familien und setzen auf wetterunabhängige Wasser- und Freizeitangebote sowie Übernachtungen direkt am Standort.

Auch andernorts wächst das Freizeitangebot im weiteren Umfeld der Hauptstadt. In Elstal entsteht der erste „Bibi & Tina Freizeitpark“ bei Berlin. Dort baut Karls sein Erlebnis-Dorf mit Fahrgeschäften, Gastronomie und einem Themenhotel aus. Auch der Berliner Spreepark wird derzeit umfassend neu entwickelt, verfolgt allerdings ein deutlich anderes Konzept aus Kultur, Natur und historischen Fahrgeschäften.

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Im „Bibi & Tina Freizeitpark“ bei Berlin ist ein bunt beleuchtetes Theater mit Bühne, Showeffekten und vielen Familien im Zuschauerraum zu sehen.

Das Artwork zeigt ein großes Theater im neuen „Bibi & Tina Freizeitpark“ bei Berlin mit Bühne, Lichtshow und Publikum. / © Artwork: Karls Erlebnis-Dorf

Entscheidung über Center Parcs im Lausitzer Seenland steht noch aus

Für den Ferienpark in der Lausitz beginnt dagegen erst die entscheidende Prüfungsphase. Center Parcs will vorhandene Naturstrukturen nach eigenen Angaben möglichst erhalten und Fragen zu Umwelt, Wirtschaftlichkeit und Planungsrecht untersuchen. Wie der Park am Ende genau aussehen könnte, ist deshalb noch nicht entschieden.

Fest steht bislang vor allem die Dimension: Bis zu 700 Ferienhäuser, rund 90 Hektar Fläche und ein mögliches Investitionsvolumen von rund 300 Millionen Euro. Ob daraus tatsächlich der erste Center Parcs Ostdeutschlands wird, hängt nun von den Untersuchungen und den anschließenden Planungs- und Genehmigungsverfahren ab.

Center Parcs Lausitzer Seenland
Bei Lieske prüft Center Parcs einen rund 90 Hektar großen Ferienpark zwischen Sedlitzer und Partwitzer See mit 500 bis 700 Ferienhäusern.

Quellen: Center-Parcs-Pressemitteilung, Brandenburger Wirtschaftsministerium, LMBV zum Center-Parcs-Projekt, Landkreis Oberspreewald-Lausitz, TMB, LMBV

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