Der Sanierungsbedarf Berliner Brücken ist deutlich größer als bislang angenommen. Verkehrssenatorin Ute Bonde skizziert Herausforderungen, Finanzierungsfragen und neue infrastrukturelle Perspektiven.

Spatenstich mit Ute Bonde

Der Neubau der Westendbrücke in Charlottenburg gilt weiterhin als prioritäres Infrastrukturprojekt und ist nach aktuellem Stand nicht von möglichen Sparmaßnahmen betroffen. Zum Spatenstich waren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Infrastrukturwirtschaft vor Ort, darunter auch Verkehrssenatorin Ute Bonde. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Zustand vieler Berliner Brücken ist kritischer als bislang bekannt. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) sprach bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer von insgesamt 300 Bauwerken, die bis 2040 entweder ersetzt oder grundlegend saniert werden müssten. Nach ihren Angaben sollen 175 Brücken neu gebaut und weitere 125 umfassend instand gesetzt werden. Zuvor war von deutlich geringeren Zahlen die Rede, was den Handlungsdruck für die Stadt weiter erhöht.

Der ursprünglich für den Sommer 2025 angekündigte Masterplan zur Brückensanierung befinde sich inzwischen in der Schlussredaktion. Bonde betonte, dass vor allem langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren den Fortschritt erheblich verzögerten. Als Beispiel nannte sie Autobahnbrücken entlang der A100 in Westend, bei denen Ersatzneubauten ohne Planfeststellungsbeschluss umgesetzt würden und sich dadurch deutlich schneller realisieren ließen.

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Planung und Finanzierung: Der Berliner Masterplan soll Planungsprozesse verkürzen

Offen bleibt, wie das Land die notwendigen Investitionen finanzieren will. Bereits für die zuvor genannten Sanierungsfälle wurde ein Investitionsbedarf von mehr als einer Milliarde Euro genannt, der bislang nicht vollständig im Haushalt hinterlegt ist. Entlastung kommt teilweise aus dem Sondervermögen des Bundes, das über einen Zeitraum von zwölf Jahren Mittel für Berlin vorsieht. Ohne diese zusätzlichen Gelder, so Bonde, hätte Berlin keinen tragfähigen Haushalt aufstellen können.

Parallel dazu brachte die Senatorin öffentlich-private Partnerschaften als mögliches Finanzierungsinstrument ins Spiel. Sie betonte, dass privates Kapital stärker in Verkehrsprojekte eingebunden werden müsse, und warnte davor, sich solchen Modellen grundsätzlich zu verschließen. Unklar blieb jedoch, ob sich diese Überlegungen ausschließlich auf Brücken beziehen oder auch auf andere Großprojekte wie den Weiterbau der A100 oder die Tangentialverbindung Ost.

Zukunft der Berliner Infrastruktur: Große Projekte trotz akuter Probleme

Neben den akuten Brückenproblemen skizzierte Bonde auch langfristige infrastrukturelle Perspektiven. Sie stellte eine neue äußere Ringverbindung in Aussicht, die als sogenannte U-Bahn-Linie 0 gedacht sei und möglicherweise mit einer Magnetschwebebahn realisiert werden könnte. Darüber hinaus bekräftigte sie Ausbaupläne bei mehreren U-Bahn-Linien sowie den verstärkten Einsatz autonom fahrender Busse in den Berliner Außenbezirken.

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Zur politisch umstrittenen Frage der Parkgebühren äußerte sich die Senatorin zurückhaltend. Innerhalb der Koalition werde dazu weiterhin beraten. In einer Umfrage unter Wirtschaftsvertretern fand ein deutlich höheres Anwohnerparkticket als bislang durchaus Zustimmung. Klar ist jedoch: Berlin steht vor grundlegenden Entscheidungen, bei denen Infrastruktur, Finanzierung und politische Prioritätensetzung neu austariert werden müssen.

Quellen: Berliner Morgenpost, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

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One Comment

  1. Ewald Karl 16. Dezember 2025 at 12:37 - Reply

    Zusammengefasst: Frau Bonde wird wieder einmal allen Klischees gerecht.
    Die Interessen der autofahrenden Minderheit stehen klar im Vordergrund.
    An U-Bahnen fasziniert die Frau offenbar, dass man für möglichst viel Geld möglichst wenig enschen zu entlegenen Orten bringen kann.
    Die Senatorin hält ÖPNV für ein Versuchfeld für unerprobte Verkehrsmittel und glaubt naiverweise, man könne irgendwo zwischen Ringbahn und Außenring gigantische Bahnen auf Stelzen aufstellen, ohne dafür die ganze Stadt umzubauen.
    Und faktenresistent wie sie ist, glaubt sie auch nach unzähligen Gegenbeweisen daran, dass das Bauen von Verkehrswegen preiswerter ist, wenn private Unternehmen damit Gewinne machen.
    Kein Wunder, dass unter der Ägide dieser Frau als VBB-Chefin der ÖPNV in eine Krise gerutscht ist.

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