Kurz vor dem Wintersemester wächst die Warteliste für Berliner Studentenwohnheime erneut stark. Gleichzeitig entstehen an vielen Stellen der Stadt neue Apartments für Studierende. Doch zwischen günstigem Wohnheimplatz und privatem Mikroapartment liegen erhebliche Unterschiede.
Studenten-Wohnungen Rhinstraße 59–79
Studenten-Wohnungen Sewanstraße 260
Studenten-Wohnungen Elfriede-Tygör-Straße 5
Studenten-Wohnungen Storkower Straße 220
Studenten-Wohnungen Alfred-Kowalke-Straße 22
Studenten-Wohnungen Dottistraße 3
Studenten-Wohnungen Buchberger Straße 41
Studentisches Wohnen Am Tierpark 124
GESOcampus Quartier Alt-Wittenau
Studenten-Wohnungen Stresowplatz
Studentisches Wohnen Revaler Straße 35
Studentisches Wohnen Märkische Allee 160a
Studentisches Wohnen Am Bahndamm 31
Belle Luise – Königin-Luise-Straße
Ludwig-Hoffmann-Quartier
Wohnquartier Iranische Straße
THE FIZZ Berlin Friedrichshain
© Titelbild / Visualisierung: Home & Co.
Wer zum Studium nach Berlin zieht, trifft auf einen angespannten Wohnungsmarkt. Besonders begehrt sind die vergleichsweise günstigen Plätze des Studierendenwerks. Doch deren Zahl reicht bei weitem nicht für alle Interessierten. Gleichzeitig wächst an anderer Stelle ein neuer Markt: Landeseigene Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften und private Investoren bauen Tausende Apartments für Studierende.
- Studierende in Berlin: rund 202.500 im Wintersemester 2025/26
- Wohnplätze des Studierendenwerks:122
- Warteliste des Studierendenwerks: rund 3.300 Personen
- Durchschnittsmiete beim Studierendenwerk: 352 Euro einschließlich Strom und Internet
- Untersuchte Neubauprojekte: 17 Standorte
Kurz vor Beginn des Wintersemesters 2026/27 stehen nach Angaben des Studierendenwerks rund 3.300 Menschen auf der Warteliste. Das sind fast doppelt so viele wie noch im Juni 2025, als das Land 1.724 Wartende meldete. Den 9.122 Plätzen des Studierendenwerks stehen mehr als 200.000 Studierende an Berliner Hochschulen gegenüber. Ein Wohnheimplatz kostet dort derzeit durchschnittlich 352 Euro im Monat einschließlich Strom und Internet.
Parallel dazu hat sich der Neubau deutlich verbreitert. Mehr als 5.000 Wohnungen und Apartments für Studenten sind in den letzten Monaten entstanden oder in den Bau gegangen. Allerdings sind nicht alle ausschließlich Studierenden vorbehalten. Besonders das neue Quartier an der Iranischen Straße mit 943 Apartments sowie die Projekte in Buch, Köpenick und Wittenau sprechen weitere Zielgruppen an.

An der Storkower Straße 220 entstehen neue Wohnungen für Studierende in Lichtenberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Fertig: Vor allem in Lichtenberg kamen Hunderte Studenten-Wohnungen hinzu
Besonders viel neuer Wohnraum entstand und entsteht in Lichtenberg. Allein die sieben zuletzt untersuchten Projekte im Bezirk umfassen 1.765 Apartments. Bereits fertig sind die Rhinstraße 59–79 mit 531 Apartments und 800 Wohnplätzen, die Sewanstraße 260 mit 203 Apartments und die Elfriede-Tygör-Straße 5 mit 159 Apartments. Seit Sommer 2026 kommen an der Storkower Straße 220 weitere 208 Studentenapartments mit 285 Wohnplätzen hinzu.
Auch außerhalb Lichtenbergs wuchs das Angebot. Im GESOcampus in Reinickendorf stehen seit September 105 Wohnungen mit 242 Plätzen für Studierende und Auszubildende bereit. Die Mieten beginnen bei 380 Euro einschließlich Strom und Internet, Heiz- und Warmwasserkosten kommen hinzu. In Mitte ist zudem das Quartier an der Iranischen Straße mit insgesamt 943 Apartments weitgehend fertig. Dort wohnen Studierende neben Auszubildenden, Senioren und Menschen mit befristetem Wohnbedarf. Studentenapartments werden aktuell ab 560 Euro Inklusivmiete angeboten.

Ein Bauschild der HOWOGE informiert über das geplante Studentenwohnheim in Lichtenberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Im Bau: Neue Wohnplätze in Köpenick, Spandau und Lichtenberg
Weitere Projekte folgen. An der Alfred-Kowalke-Straße 22 baut die HOWOGE 78 Studenten-Wohnungen, von denen 58 Prozent gefördert werden sollen. Die Fertigstellung ist für November 2027 vorgesehen. In Treptow-Köpenick entstehen Am Bahndamm 31 insgesamt 96 geförderte Wohnungen für Singles, Studierende und Auszubildende.
In Spandau läuft nach längerem Stillstand der Bau von 303 Studentenapartments am Stresowplatz wieder. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Die Apartments sollen 18 bis 33 Quadratmeter groß werden. Im Ludwig-Hoffmann-Quartier in Pankow gehören außerdem 195 Mikroapartments für Studierende und junge Berufstätige zur nächsten Bauphase.

An der Dottistraße 3 in Lichtenberg sind 176 Apartments für Studierende geplant. Die ehemalige Kantine auf dem Grundstück soll vollständig abgerissen werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Geplant: Mehr als 1.900 weitere Studenten-Apartments stehen in der Pipeline
Noch größer ist die Projektpipeline. An der Dottistraße 3 sind 176 Studentenapartments genehmigt, ein Baustart steht aber noch nicht fest. Für die Buchberger Straße 41 liegt bislang lediglich ein Bauantrag über 410 Einheiten vor. Am Tierpark 124 ist ein Wohnhaus mit 293 Apartments genehmigt. Damit konzentriert sich ein erheblicher Teil des geplanten Angebots weiterhin auf Lichtenberg.
Hinzu kommen 574 geplante Einheiten an der Märkischen Allee 160a in Marzahn-Hellersdorf sowie 468 möblierte Studenten-Wohnungen an der Revaler Straße 35 in Friedrichshain-Kreuzberg. Das frühere Büroprojekt SHFT soll nach aktuellem Stand im zweiten Quartal 2029 fertig werden.

Der Abriss des Autohauses Am Tierpark 124 schafft Platz für Studenten-Wohnungen in Lichtenberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Studenten-Wohnungen in Berlin: Die Miete hängt stärker vom Anbieter als vom Bezirk ab
Die Mieten für die neuen Studenten-Wohnungen fallen dabei ganz unterschiedlich aus. Das Studierendenwerk verlangt im Bestand durchschnittlich 352 Euro. Der geförderte GESOcampus in Reinickendorf startet bei 380 Euro. Berlinovo verlangt aktuell beispielsweise in der Sewanstraße ab 450 Euro für ein Zimmer im Doppelapartment, an der Rhinstraße ab 540 Euro für ein Einzelapartment und an der Storkower Straße ab 560 Euro. In der Iranischen Straße beginnen studentische Einzelapartments ebenfalls bei 560 Euro.
Die vielen Neubauprojekte zeigen, dass das Angebot an Studenten-Wohnungen in Berlin wächst. Die lange Warteliste des Studierendenwerks dürfte damit jedoch nicht automatisch verschwinden. Denn ein großer Teil der neuen Apartments entsteht außerhalb des klassischen Wohnheimsystems und wird zu deutlich höheren Mieten angeboten. Entscheidend wird deshalb nicht nur sein, wie viele neue Wohnplätze in den kommenden Jahren entstehen, sondern auch, zu welchen Preisen Studierende sie tatsächlich mieten können.
Quellen: Berliner Morgenpost, Studierendenwerk Berlin, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Bezirksamt Lichtenberg, Berlinovo, HOWOGE, GESOBAU AG, degewo AG, Bonava
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