An der Hiltrudstraße in Marzahn-Hellersdorf sollen rund 270 Wohnungen entstehen. Eine ehemalige Kleingartenanlage muss dafür weichen.
Hiltrudstraße
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
An der Hiltrudstraße in Berlin-Biesdorf soll ein neues Wohnquartier mit rund 270 Wohnungen entstehen. Dafür treibt der Bezirk Marzahn-Hellersdorf den Bebauungsplan 10-87 voran. Das Baugebiet liegt auf dem Gelände der ehemaligen Kleingartenanlage Hiltrudstraße. Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren. Mehrere wichtige Entscheidungen stehen noch aus.
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Adresse: Hiltrudstraße, Bereich der ehemaligen Kleingartenanlage, nahe Blumberger Damm und Cecilienstraße
- Projektstatus: Bebauungsplanverfahren 10-87 läuft
- Geplante Wohnungen: ca. 270 Wohnungen
Die Fläche an der Hiltrudstraße beschäftigt den Bezirk bereits seit mehreren Jahren. Als das Bebauungsplanverfahren 2016 begann, sollte die damalige Kleingartenanlage zunächst planungsrechtlich gesichert werden. Später änderten sich die Ziele jedoch grundlegend. Im Oktober 2023 beschloss das Bezirksamt neue Planungsziele. Seitdem soll auf dem Areal ein Wohnquartier mit mehrgeschossigen Gebäuden entstehen. Inzwischen existiert die frühere Kleingartenanlage nicht mehr.
Hiltrudstraße: Aus Einfamilienhäusern wurden 270 Wohnungen
Noch vor der Änderung der Planungsziele erhielt der damalige Grundstückseigentümer Anfang 2022 einen positiven Bauvorbescheid für fünf Einfamilienhäuser. Ende 2023 wechselte das Grundstück den Eigentümer. Parallel änderte der Bezirk die Zielsetzung des Bebauungsplans. Statt einzelner Wohnhäuser sieht die Planung inzwischen ein deutlich dichter bebautes Quartier mit rund 270 Wohnungen vor.
Nach Angaben des Senats soll das Wohngebäude überwiegend drei Vollgeschosse erhalten. Im südlichen Bereich an der Cecilienstraße, in dem mit dem „Cecilien-Carré“ und einer Seniorenwohnanlage derzeit mehrere große Bauvorhaben laufen, sind vier Vollgeschosse vorgesehen. Zusätzlich plant der Vorhabenträger Staffelgeschosse. Der Baukörper soll zugleich als Lärmschutz gegenüber dem Blumberger Damm wirken. Deshalb setzt der Bezirk auf eine geschlossene Bebauung entlang der stark befahrenen Straße.
Bebauungsplan 10-87: Verfahren in Biesdorf läuft weiter
Das Bebauungsplanverfahren befindet sich weiterhin im Gang. Die Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange wurde bereits durchgeführt. Der Bezirk bereitet derzeit den entsprechenden Auswertungsbeschluss vor. Anschließend soll die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs im dritten Quartal 2026 erfolgen. Erst danach können die eingehenden Stellungnahmen geprüft und das Verfahren fortgesetzt werden. Ein Termin für den Satzungsbeschluss steht bislang nicht fest.
Nach Angaben des Senats wird außerdem ein städtebaulicher Vertrag vorbereitet. Dieser soll unter anderem den Ausbau der Hiltrudstraße sowie Maßnahmen für die soziale Infrastruktur regeln. Da das Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung angewendet wird, soll sich der Vorhabenträger an den entstehenden Folgekosten beteiligen. Welche konkreten Maßnahmen vereinbart werden, steht derzeit noch nicht fest.
Dachbegrünung und Erschließung der Hiltrudstraße gehören zur Planung
Der Bezirk plant außerdem verschiedene Maßnahmen zur Gestaltung des Quartiers. Dazu gehört die Begrünung der Dächer. Außerdem muss die Hiltrudstraße für das Wohnprojekt ausgebaut werden. Die konkrete Planung befindet sich nach Angaben des Senats noch in Bearbeitung.
Für das Grundstück bestehen derzeit keine Baugenehmigungen. Auch zum Baubeginn, zur Bauzeit oder zur Fertigstellung liegen bislang keine Angaben vor. Diese Termine hängen vom weiteren Verlauf des Bebauungsplanverfahrens und den noch ausstehenden Beschlüssen ab.
Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksachen 19/26223 und 19/26200, Berliner Zeitung
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