Eine aktuelle Umfrage der GSG Berlin zeigt: Rund 27 Prozent der Unternehmen in Deutschlands größten Städten erwarten, dass KI-Effekte den Bedarf an Büroflächen deutlich reduzieren. Das könnte Folgen für Neubauten, Bestandsimmobilien und die Planung künftiger Büroflächen haben.

Angesichts der zunehmenden Verbreitung von KI könnten sich Büronutzungen deutlich verändern, wodurch klassische Arbeitsplätze und Flächen flexibler gestaltet werden müssen. Zukunftsfähig erscheinen vor allem modulare und anpassbare Gebäude, wie etwa das CUBE Berlin im Europacity-Quartier. / © Foto: Kieback + Peter
© Foto Titelbild: Artefactory / PATRIZIA
Die Debatte um die Zukunft der Büroarbeit bekommt neue Daten: Laut einer Umfrage unter Personalentscheidern aus sieben deutschen Großstädten rechnen Unternehmen mit einem deutlichen Rückgang ihres Büroflächenbedarfs bis 2030 – im Schnitt um rund 27 Prozent. Die Ursache sehen viele in der Verbreitung künstlicher Intelligenz (KI), die Tätigkeiten automatisieren und Arbeitsplätze verändern könnte.
Besonders betroffen seien Bereiche wie Marketing und Social Media (rund 37 Prozent der Befragten sehen hier einen Rückgang), gefolgt von Programmier-Jobs (30 Prozent) und klassischen Funktionsbereichen wie Buchhaltung, Personal oder Assistenz (27 %). Die Folge sei nicht nur ein Wandel der Arbeitswelt, sondern auch ein veränderter Bedarf an physischer Bürofläche.
KI-bedingter Nachfragerückgang auf Büroimmobilienmarkt erwartet
Ob Unternehmen klassische Büros oder flexible Co-Working-Spots nutzen, spielt dabei offenbar kaum eine Rolle für die erwartete Flächenreduktion. Der Unterschied zwischen beiden liegt laut GSG bei weniger als einem Prozentpunkt (26,8 Prozent vs. 27,5 Prozent).
„Die Büroimmobilienmärkte verdauen immer noch den Rückgang des Flächenbedarfs durch das Homeoffice“, sagt Sebastian Blecke, operativer Geschäftsführer der GSG Berlin, und ergänzt: „Dass ein weiterer, KI-bedingter Nachfragerückgang droht, scheint mir in der öffentlichen Diskussion noch nicht ausreichend angekommen.“
Zukunftsfähige Büros brauchen Flexibilität, Umnutzbarkeit und Räume für neue Arbeitsformen
Blecke betont, dass nicht nur Arbeitsplätze wegfallen, sondern „auch neue und vor allem neuartige geschaffen werden“ – was die Anforderungen an Büroflächen verändert: Flexibilität, Umnutzbarkeit und ein Angebot, das soziale Interaktion fördert, rücken stärker in den Fokus. „Es geht um die Fähigkeit, Veränderungen abbilden zu können“, betont Sebastian Blecke.
Zahlreiche Projekte in Berlin wie das CUBE Berlin, ein smartes, flexibel nutzbares Gebäude im Europacity-Quartier, setzen dabei schon auf modulare Räume und Technologie, die neue Arbeitsformen unterstützen. Auch urbane Entwicklungen wie das „B’Ella Berlin“ oder der EDGE Friedrichspark mit integrierten öffentlichen Durchwegungen oder historische Umnutzungen verdeutlichen beispielhaft, wie vielfältig neue Büro-Umfelder gestaltet werden können. Ob dies jedoch ausreicht, um den prognostizierten Rückgang des Büroflächenbedarfs abzufedern, bleibt abzuwarten.
Quellen: GSG Berlin, Hines, Kieback&Peter GmbH & Co. KG, 3XN Architects, EDGE Technologies, ZÜBLIN Teamconcept, Graft Architects, BNP Paribas Real Estate, PATRIZIA
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