Berlin plant derzeit 24 Neue Stadtquartiere. Die Bezirke sehen jedoch Defizite bei der Koordinierung, der Finanzierung sozialer Infrastruktur und der personellen Ausstattung und fordern deshalb ein stärkeres Eingreifen des Senats.

Straßenbahn BVG in Pankow

In Berlin entstehen mehrere neue Stadtquartiere. Doch mit den neuen Wohnungen müssen auch Verkehrsanbindungen und soziale Infrastruktur mitwachsen. / © Foto: depositphotos.com

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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In Berlin entstehen in den kommenden Jahren ganze neue Kieze. Wohnungen allein reichen dafür allerdings nicht aus: Wo Tausende Menschen einziehen, werden auch Schulen, Kitas, Jugendangebote, soziale Einrichtungen, Geschäfte und Orte für Begegnung gebraucht. Genau hier sehen die Berliner Bezirke derzeit ein Problem. Der Rat der Bürgermeister fordert den Senat deshalb auf, die Entwicklung der 24 geplanten Neuen Stadtquartiere besser zu koordinieren und die notwendige Infrastruktur finanziell abzusichern.

Der Beschluss wurde am 20. August gefasst. Die Bezirke verlangen unter anderem ein ressortübergreifendes Projektmanagement auf Landesebene. Außerdem soll geklärt werden, wer die Kosten für Planung, Bau und späteren Betrieb sozialer Einrichtungen übernimmt. Auch zusätzliches Personal in den Bezirksämtern soll finanziert werden.

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Besonders viel Neubau in Pankow: Bezirk sieht soziale Infrastruktur gefährdet

Besonders deutlich zeigt sich die Herausforderung in Pankow. Dort sind im Zusammenhang mit den geplanten Neuen Stadtquartieren rund 26.000 Wohnungen vorgesehen. Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch warnt deshalb davor, dass neue Wohngebiete entstehen könnten, ohne dass die passende Infrastruktur rechtzeitig bereitsteht.

Pankow hat nach eigenen Angaben bereits ein Konzept für die soziale Infrastruktur erarbeitet und entsprechende Arbeitsstrukturen geschaffen. Doch bei der Umsetzung stoße der Bezirk an seine Grenzen. Koch fordert deshalb, neben Wohnungen auch begrünte öffentliche Räume, Kultur- und Begegnungsorte sowie Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien mitzudenken.

Schulhof mit Sportbahn. Die lange Straße in der Mitte des Quartiers bewegt sich Richtung Pankower Tor. Auf der linken Seite befindet sich die Granitzstraße und auf der rechten Seite die Bahn.

Eines von vielen Vorhaben in Berlin-Pankow: Auf dem früheren Rangierbahnhof in Pankow soll ein neues Stadtquartier mit Wohnbebauung, Bildungsangeboten und Freiflächen entstehen. / © Nöfer Architekten

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Wer bezahlt Schulen, Kultur und soziale Angebote?

Aus Sicht der Bezirke liegt das Problem vor allem darin, dass die verschiedenen Planungen bislang nicht ausreichend zusammenspielen. Für neue Wohnungen sind andere Stellen zuständig als für Schulen, Verkehr, soziale Einrichtungen oder Kultur. Mehrere Senatsstellen arbeiten an den Neuen Stadtquartieren, eine gemeinsame Steuerung fehlt nach Ansicht der Bezirke bislang.

Das kann Folgen für die Zeitplanung haben. Wenn beispielsweise zwar Flächen für ein neues Quartier vorgesehen sind, aber nicht rechtzeitig feststeht, wie eine soziale Einrichtung finanziert und betrieben werden soll, lässt sich auch deren Bau nicht zuverlässig planen.

Rat der Bürgermeister: Bezirke brauchen mehr Personal

Hinzu kommt ein praktisches Problem: Die Bezirke müssen die großen Bauvorhaben planen und begleiten, verfügen dafür aber nur über begrenzte personelle Kapazitäten. Mehrere große Projekte laufen teilweise gleichzeitig.

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Der Rat der Bürgermeister fordert deshalb eine bessere Ausstattung der Bezirke. Ziel ist, dass mit dem Bau neuer Wohnungen auch die Infrastruktur Schritt halten kann. Für die geplanten Neuen Stadtquartiere bedeutet das: Berlin muss nicht nur klären, wo neue Menschen wohnen sollen, sondern auch, wie daraus langfristig funktionierende Kieze werden.

 

Quellen: Bezirksamt Pankow, Bezirksamt Treptow-Köpenick, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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