Auf einem lange unbebauten Grundstück in der Sven-Hedin-Straße 11 entstehen derzeit 22 neue Wohnungen für Bundesbedienstete. Wo einst Geheimdienste tätig waren und später jahrelang Leere herrschte, setzt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nun auf nachhaltigen Wohnungsbau in grüner Lage. Der Neubau verbindet energieeffiziente Bauweise mit teilweise barrierefreiem Wohnen.

22 neue Wohnungen entstehen derzeit auf einem Grundstück, das über Jahrzehnte von Geheimdiensten genutzt wurde. Mit dem Neubau in der Sven-Hedin-Straße soll das Areal dauerhaft in den städtischen Alltag zurückkehren. Geplant sind energieeffiziente Gebäude und großzügige Freiflächen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung Titelbild: GNEISE Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH / Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) realisiert in der Sven-Hedin-Straße 11 im Bezirk Steglitz-Zehlendorf den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 22 Wohnungen.
Das Projekt ist Teil der bundesweiten Wohnraumoffensive der BImA, mit der in Berlin und Brandenburg mehrere tausend neue Wohneinheiten für Bundesbedienstete entstehen sollen. Unter anderem realisierte das Unternehmen im nördlichen Bezirk Reinickendorf bereits mehrere hundert Wohnungen. In Zehlendorf wird ein bislang unbebautes Grundstück in ruhiger, grüner Lage neu genutzt.
Zehlendorf: In der Sven-Hedin-Straße 11 entstehen 22 neue Wohnungen in zwei Wohnhäusern
Geplant sind zwei eigenständige Baukörper in villen- beziehungsweise landhausartiger Architektursprache, die über ein gemeinsames Untergeschoss miteinander verbunden sind. Dort befindet sich zukünftig neben Technikflächen auch eine Tiefgarage.
Die Generalplanung des Projekts, die vom Unternehmen GNEISE Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH übernommen wird, umfasst sämtliche Leistungsphasen der Gebäude-, Freianlagen- und technischen Ausrüstung sowie die Tragwerksplanung.
Auf dem 4.100 m² großen Grundstück entstehen zwei Häuser im Landhausstil
Das rund 4.100 Quadratmeter große Grundstück blickt auf eine ungewöhnliche Geschichte zurück. Über Jahrzehnte war es gemeinsam mit einer angrenzenden Villa zeitweise von US-Geheimdiensten und dem Bundesnachrichtendienst genutzt worden.
Die sogenannte „Spionage-Villa“ befindet sich auf dem Nachbargrundstück Karl-Hofer-Str. 31, welches an das Land Berlin veräußert wurde. Auf dem bislang unbebauten Teil stand einmal ein Verwaltungsgebäude. Mit der Grundsteinlegung im August 2025 begann offiziell die Bauphase für das neue Quartier.
Die neuen Wohnhäuser in Zehlendorf erhalten einen Garten mit altem Baumbestand
Die entstehenden Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen sind unterschiedlich geschnitten und teilweise barrierefrei ausgeführt; eine Wohneinheit ist vollständig rollstuhlgerecht geplant. Balkone und Terrassen orientieren sich teilweise zum großzügigen Garten mit altem Baumbestand, teilweise auch zur Straße.
Ergänzt wird das Wohnumfeld durch neue Grün- und Begegnungsflächen, eine Streuobstwiese sowie einen Spielbereich. Eine bestehende Garage auf dem Grundstück soll umgenutzt und künftig als Fahrrad- und Gartenhaus genutzt werden.
Der Neubau entsteht in Hybridbauweise aus Stahlbeton und Holz
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf nachhaltigem Bauen und energieeffizienter Versorgung. Die Gebäude entstehen in Hybridbauweise aus Stahlbetonskelett und Holz und erfüllen den Effizienzhaus-Standard EH 40, so die Projektverantwortlichen.
Die Wärmeversorgung soll künftig über Wärmepumpen erfolgen, Strom wird teilweise durch Photovoltaikanlagen erzeugt, die auf den Dächern der Häuser installiert werden sollen. Regenwasser wird in Rigolen gesammelt und zur Bewässerung der Außenanlagen wiederverwendet. Die Tiefgarage ist zudem auf die künftige Nutzung von E-Mobilität vorbereitet.
Bis Ende 2026 soll das Wohnprojekt in der Sven-Hedin-Straße abgeschlossen werden
Auch die ÖPNV-Anbindung des Objekts lässt nicht zu wünschen übrig, denn der S-Bahnhof Mexikoplatz ist in rund sechs Fußminuten erreichbar, zum U-Bahnhof Krumme Lanke sind es ebenfalls nur zehn Minuten zu Fuß.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen verlaufen die Bauarbeiten planmäßig. Ein Richtfest ist für das Frühjahr vorgesehen, die Fertigstellung der beiden Mehrfamilienhäuser wird derzeit für Ende 2026 erwartet.
Quellen: GNEISE Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH, Architektur Urbanistik Berlin, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben
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