Am Humboldtring in Potsdam entsteht mit den „Humboldtringgärten“ eine neue Wohnanlage mit 214 Wohnungen. Das Projekt liegt zwischen Park Babelsberg und historischer Innenstadt und wird seit Jahren diskutiert. Inzwischen schreiten die Bauarbeiten sichtbar voran.

Auf dem rund 6.700 Quadratmeter großen Grundstück entstehen fünfgeschossige Wohngebäude mit insgesamt 214 Wohnungen sowie eine Tiefgarage mit 59 Stellplätzen. Trotz winterlichen Temperaturen treiben die Bauunternehmen die Errichtung der Anlage voran. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Zwischen dem Park Babelsberg und der historischen Innenstadt von Potsdam entwickelt die QUARTERBACK Immobilien AG ein neues Wohnquartier. Auf dem rund 6.700 Quadratmeter großen Grundstück entstehen fünfgeschossige Gebäude mit insgesamt 214 Wohnungen. Die geplante Mietfläche umfasst etwa 11.383 Quadratmeter. Zusätzlich sieht das Konzept eine Tiefgarage mit 59 Stellplätzen vor.
Homuth+trappe architekten erarbeiteten den Entwurf für die Anlage. Das Projekt reagiert auf den wachsenden Wohnraumbedarf in Potsdam und ergänzt zugleich ein Umfeld, das durch Grünräume und Wohnhochhäuser geprägt ist. Dadurch entsteht ein Quartier, das sowohl stadtnah liegt als auch die Nähe zur Havel und zum Park aufnimmt.
Baufortschritt am Humboldtring in Potsdam: Fundamentarbeiten und erste tragende Wände erkennbar
Trotz des Wintereinbruchs im Januar setzen die Bauunternehmen ihre Arbeiten fort. Die Baugrube hoben sie bereits im vergangenen Jahr aus. Inzwischen stabilisierte PORR, das den Tiefbau verantwortet, den Baugrund mit Bohrpfählen und arbeitet weiter am Fundament des neuen Wohnquartiers.
Im westlichen Gebäudeteil lassen sich bereits erste tragende Wände erkennen. Dadurch wird die künftige Struktur der Anlage zunehmend sichtbar. Für die Wohnanlage „Humboldtringgärten“ kalkuliert der Investor eine Bauzeit von 24 bis 27 Monaten ein. Entsprechend soll das Projekt bis Ende 2027 fertiggestellt sein.
„Humboldtringgärten“ am Park Babelsberg: Ein- bis Vierzimmerwohnungen mit Balkonen und Terrassen
Die geplanten Wohnungen reichen von kompakten Einzimmerapartments bis zu Vierzimmerwohnungen. Die Größen variieren zwischen 20 und 110 Quadratmetern. Jede Einheit erhält entweder einen Balkon oder eine Terrasse. Somit schaffen die Planer private Außenbereiche, die teilweise den Blick auf die Havellandschaft und teilweise in einen begrünten Innenhof eröffnen.
Neben der Tiefgarage plant der Investor Fahrradstellplätze, sodass auch der Radverkehr berücksichtigt wird. Schulen, Arztpraxen und Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in der näheren Umgebung und sind gut erreichbar. Darüber hinaus realisiert das Unternehmen das Projekt im KfW-Effizienzhausstandard 55 und strebt eine DGNB-Zertifizierung an. Damit verbindet es energetische Anforderungen mit langfristiger Nutzbarkeit.
Diskussion um Welterbe und Rodungen in Potsdam: Kritik begleitet die Umsetzung des Projekts
Seit der ersten Planungsphase im Jahr 2014 begleitet eine öffentliche Debatte das Vorhaben. Das Grundstück liegt in der Pufferzone des UNESCO-Welterbes rund um den Park Babelsberg. Schlösserstiftung und Landesdenkmalamt Bedenken äußerten Bedenken, weil sie eine Beeinträchtigung historischer Sichtachsen befürchteten. Die Stadtverwaltung vertrat hingegen die Auffassung, dass die Gebäude vom Park aus nicht sichtbar seien. Zusätzlich protestierten 2021 Aktivistinnen und Aktivisten gegen die Rodung von Teilen des Nuthewäldchens, die der Landesbetrieb Forst Brandenburg genehmigt hatte.
In der Folge reduzierten die Planer den Umfang des Projekts. Ursprünglich waren rund 270 Wohnungen vorgesehen, darunter auch Einheiten mit direktem Havelblick. Nach der Anpassung umfasst das Quartier 214 Wohnungen; durch die Verringerung der Wohneinheiten entfielen jedoch auch die ursprünglich angekündigten Kontingente an Sozialwohnungen.
Quellen: QUARTERBACK Immobilien, homuth+trappe architekten, PORR, Tagesspiegel, Openpetition, Märkische Allgemeine Zeitung
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