Noch dient die Fläche an der Schulze-Boysen-Straße als Parkplatz. Doch die HOWOGE will das Grundstück mit 244 Wohnungen bebauen. Nach jahrelanger Planung gibt es nun einen entscheidenden neuen Schritt.

Hochhäuser prägen das Umfeld der Schulze-Boysen-Straße bereits heute. Für den geplanten HOWOGE-Neubau nennt eine Senatsübersicht 21 Geschosse.
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Im Wohngebiet Frankfurter Allee Süd könnte sich eine der letzten großen Parkplatzflächen grundlegend verändern. Nördlich der Schulze-Boysen-Straße 39/49 plant die landeseigene HOWOGE ein neues Wohnhochhaus. Das Projekt hat eine längere Vorgeschichte – doch inzwischen ist die Planung deutlich konkreter geworden.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: nördlich Schulze-Boysen-Straße 39/49, 10365 Berlin
- Wohnungen: 244
- Geschosse: 21
- Heutige Nutzung: Parkplatz
- Projektstatus: Bauantrag im August 2026 eingereicht
Die HOWOGE nennt inzwischen 244 neue Wohnungen, die auf dem Parkplatz entstehen sollen. Das Bezirksamt Lichtenberg bestätigt den nächsten Verfahrensschritt: Im August 2026 ging der Bauantrag für den „Neubau Wohnhochhaus Schulze-Boysen-Straße“ ein. Eine Baugenehmigung ist damit noch nicht verbunden.
Schulze-Boysen-Straße: Hochhaus soll 21 Geschosse bekommen
Wie groß der Neubau werden soll, zeigt eine aktuelle Senatsantwort zu Berliner Hochhausprojekten. Für die Schulze-Boysen-Straße 39 nennt die Senatsverwaltung 21 Geschosse und Wohnen als Nutzung. Bemerkenswert ist auch das Planungsrecht: In der Übersicht wird das Vorhaben mit § 34 Baugesetzbuch geführt.
Einen eigenen Bebauungsplan braucht das Projekt demnach nicht. Entscheidend ist damit, ob sich der Neubau in die vorhandene Bebauung einfügt – und gerade hohe Wohnhäuser prägen das Umfeld der Schulze-Boysen-Straße bereits heute.
Besonders prägend ist das Doppelwohnhochhaus Schulze-Boysen-Straße 35/37 mit 18 beziehungsweise 21 Geschossen. Die HOWOGE ließ den Plattenbau in den 2000er-Jahren umfassend energetisch sanieren. Damit würde das neue Hochhaus keine völlig neue Höhenentwicklung in das Quartier bringen.

Der geplante Neubau entsteht in einem bereits dicht bebauten Wohngebiet. Die Parkplatzfläche soll nach den aktuellen Planungen 244 neuen Wohnungen weichen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Vom Fünf-Häuser-Entwurf zum neuen HOWOGE-Hochhaus
Die Planungen für das Grundstück des heutigen Parkplatzes reicht derweil deutlich weiter zurück. Bereits 2020 registrierte der Bezirk für die Schulze-Boysen-Straße 39 eine „Nachverdichtung Wohnquartier mit 5 Gebäuden“. Damals plante allerdings noch Vonovia. Eine Bezirksveröffentlichung nannte rund 350 Wohnungen, eine Kita und zwei Spielplätze. Zudem waren 353 Stellplätze in einem Parkhaus vorgesehen.
Spätestens 2022 hatte sich das Konzept verändert: Damals ging ein Vorbescheid für ein Hochhaus mit Untergeschoss und Tiefgarage ein. Heute nennt die HOWOGE 244 Wohnungen; im August 2026 folgte schließlich der eigentliche Bauantrag für das Wohnhochhaus.
Parkplatz-Hochhaus ist Teil einer größeren Debatte in Lichtenberg
Parallel arbeitet der Bezirk seit 2023 am städtebaulichen Rahmenplan Frankfurter Allee Süd. Dabei untersucht er weitere Flächen für neue Wohnungen. Die großen privaten Stellplätze am Knick der Schulze-Boysen-Straße gehören ausdrücklich zu den Flächen, auf denen zusätzliche Bebauung geprüft wird.
Der Neubau an der Schulze-Boysen-Straße 39 wäre zugleich Teil einer ganzen Reihe von Hochhausprojekten im Berliner Osten. So plant die HOWOGE an der Hohenschönhauser Straße ein Quartier mit rund 580 Wohnungen und einem 16-geschossigen Hochpunkt. Auch an der Salzmannstraße 34 ist ein 18-geschossiges HOWOGE-Hochhaus mit 145 Wohnungen vorgesehen. Einen Überblick bietet zudem die Analyse zu zehn Wohnhochhäusern mit fast 4.800 Wohnungen im Berliner Osten.
Wohnhochhaus Schulze-Boysen-Straße
Quellen: Bezirksamt Lichtenberg, HOWOGE, Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/24926
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7 Kommentare
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Berlin braucht Wohnungen und so wird jetzt auf Teufel komm raus jede atmungsaktive Freifläche zugebaut, egal was mit der Verkehrsinfrastruktur passiert. Bei uns stand über ein Jahr eine 3-Zimmer-Wohnung leer. Der Mieter war verstorben, renoviert wurde wie beim Bau des Berliner Hauptbahnhofes, nimmt man die Zeitspanne als Grundlage. Für kurze Zeit war die Wohnung als Ausweichquartier genutzt und steht gerade wieder leer. Nun rate mal, wer der Vermieter ist? Gut, Ausweichwohngen müssen vorgehalten werden, aber so doch nicht, oder?
Dort befindet sich ein Parkplatz, also bereits veriegelt und genügend Platz und Freiraum ringsrum.
Wir brauchen dringend Wohnungen, also müssen wir bauen. So einfach ist das!
Und weil immer und überall Anwohner meckern und Bauvorhaben verzögern und verhindern, wird so wenig gebaut.
Ich verstehe es nicht ! Immer wieder heißt es, daß die wenigen, noch vorhandenen, freien Plätze nicht versiegelt bzw.bebaut werden sollten. Es wird in den Städten immer wärmer, es gibt weniger Platz der Belüftung was uns gerade wieder dieser Sommer gezeigt hat.Das Wohngebiet Lichtenberg, um die Schulze – Boysen -Straße herum, ist mit Hochhäusern zugebaut und das Thema ausgereizt. Die „HOWOGE“ betont stets ihre Schwerpunkte und Umsetzung zum Thema Klima und Umweltschutz .Die Bebauung der wenigen kleinen Freiflächen stehen nach meiner Meinung dazu im Widerspruch. Bei einem Hochhaus Neubau und deren Vervielfachung an Mietern wird außerdem eine Versorgung in Form von Ärzten / Physiotherapien etc. benötigt und gerade da steht Lichtenberg am hinteren Ende der Versorgungsliste. Im Gegenteil, in den letzten Jahren sind die Praxen weggezogen oder haben geschlossen.
Da werden sich die Anwohner bestimmt riesig freuen wenn die letzten Stellplätze dann auch noch weg sind
244 Wohnungen heisst automatisch ca 650 Menschen / ca 176 Autos …
Herzlich Willkommen zu little China town .
Da hab ich mal gewohnt (Nr. 49 im Gelben). Ein Pakrplatz ist jetzt in Berlin eh Luxus und keine Grüne Lunge oder ähnliches sondern eh zum Großteil versiegelt sowie ineffiziente Flächennutzung. Ein Parkhaus sowie Hochhaus sind das Gegenteil. Effitiente Nutzung von Boden.
So viele brach Gelände wie hier in der Umgebung unbebaut vor sich hin gammeln, muss man doch jetzt nicht auch noch die paar Grünflächen die wir noch haben bebauen!
Verstehe nicht warum man nicht erst mal die oben genannten bebaut!