Die mögliche Randbebauung des Tempelhofer Feldes ist erneut Thema im Abgeordnetenhaus. Eine aktuelle Senatsantwort zeigt nun genauer, wie die viel diskutierte Finanzprüfung der Investitionsbank Berlin (IBB) zustande kam – und welche Kosten dabei tatsächlich berücksichtigt wurden.

Wohnen am Tempelhofer Feld: So stellt sich die Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“ die Schaffung von attraktivem Wohnraum unmittelbar am ehemaligen Flugfeld in Tempelhof vor. / © Visualisierung: Kollhoff/Nöfer/Astigmatic
© Titelbild: Kollhoff/Nöfer/Astigmatic
Die Debatte um die Zukunft des Tempelhofer Feldes bekommt neue Details. Im Mittelpunkt steht weiterhin der Entwurf der Architekten Hans Kollhoff und Tobias Nöfer, der 21.400 Wohnungen für rund 50.000 Menschen am Rand des ehemaligen Flughafengeländes vorsieht. Die IBB hatte die wirtschaftliche Machbarkeit des Konzepts untersucht und die Gesamtkosten auf rund 7,88 Milliarden Euro geschätzt.
Wie aus einer aktuellen Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage des Linken-Abgeordneten Dr. Michael Efler hervorgeht, war die Untersuchung zunächst allerdings nicht von Finanzsenator Stefan Evers beauftragt worden. Nach Angaben der IBB kam Tobias Nöfer Anfang 2026 mit seinen Planungen selbst auf die Förderbank zu. Daraufhin nahm die IBB die finanz- und volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Konzepts unter die Lupe.
Evers ließ sich die Ergebnisse Anfang Juni bei einem regelmäßigen Treffen mit dem IBB-Vorstand vorstellen. Anschließend regte er an, die Vorschläge noch vertieft auf ihre Finanzierbarkeit und Umsetzung zu prüfen.
Bodensanierung mit knapp 90 Millionen Euro berücksichtigt
Auch zur Kostenberechnung liefert die Senatsantwort neue Angaben. Entgegen zwischenzeitlicher Kritik wurden die Kosten für die Bodensanierung berücksichtigt. Die IBB setzte dafür 186 Euro pro Quadratmeter an. Insgesamt flossen rund 89,8 Millionen Euro in die Berechnung ein. Einen öffentlich zugänglichen Prüfbericht werde es jedoch nicht geben.
An der politischen Ausgangslage ändert die Finanzprüfung zunächst wenig. Das Tempelhofer-Feld-Gesetz schließt eine Bebauung weiterhin aus. Ob sich daran etwas ändert, dürfte maßgeblich vom Ausgang der Abgeordnetenhauswahl und den anschließenden politischen Gesprächen abhängen. Bis dahin bleibt die mögliche Randbebauung des Tempelhofer Feldes vor allem eine politische Option – beschlossen ist sie nicht.
Tempelhofer Feld
Quellen: Drucksache 19 / 26 649, Schriftliche Anfrage, Initiative „Zuhause am Tempelhofer Feld“
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„Das Tempelhofer-Feld-Gesetz schließt eine Bebauung weiterhin aus.“ Und das ist auch gut so!!!
Die Bebauung soll nicht erfolgen, um Wohnraum zu schaffen, sondern sie soll erfolgen, um geldgeilen Immobilienunternehmen und noch geldgeileren Architekten und Planern Geld in die eigene Tasche zu scheffeln. Und Politikern. Das Tempelhofer Feld liegt inmitten der Stadt, wo die Quadratmeterpreise für den Boden „irre“ sind. Das brach liegen zu lassen, kann doch nicht sein!
Doch! Kann nicht nur sein, muss sein. Wer von Aufholzung der Stadt für 2 Milliarden faselt, wer die Schwammstadt will, sollte sich mal mit der ökologischen Bedeutung des Tempelhofer Feldes befassen!!!
Im Grundgesetz steht : „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“.
Die gewählten Volksvertreter machen dem Volk es allerdings sehr schwer daran teilzunehmen
Die Hürden für Volksentscheide in den Bundesländern sind extrem hoch, auf Bundesebene gibt es ihn gar nicht.
Wenn das Volk mit deutlicher Mehrheit entscheidet, das Tempelhofer Feld darf nicht bebaut werden, dann haben sich die gewählten Vertreter gefälligst daran zu halten.
Ich finde es unmöglich, das das Investoren Interesse vor Volkes geht.
Ja, wäre mal interessant zu wissen, wer von denen überhaupt noch vor Ort ist oder es mittlerweile selbst geschafft hat betucht zu wohnen, was gegen anderer Leute Interessen oder auf grüner Wiese durchgesetzt…Hauptsache, man hat sich beim Dagegensein seinerzeit gut gefühlt.
Wenn die wohnungen anschließend von einer Genossenschaft wie der Charlotte 1907 oder der evm verwaltet würden, dann könnte man es tatsächlich überdenken, natürlich unter der Bedingung eines wirklich fairen Vergabeprozesses. Aber wenn die CDU die Finger im Spiel hat, dann gibt es zahlreiche sehr teure Eigentumswohnungen, die von ausländischen Investoren gekauft und entweder leer gelassen oder sehr teuer vermietet werden plus ein paar wbs Wohnungen, die dann über die landeseigenen vergeben werden, wo man ohne wbs eh keine Chance hat, um die spd zufrieden zu stellen. Und im gleichen Zuge macht sich irgendein cdu Politiker die Taschen voll. Also, Randbebauung: nein. Nicht so.
Ja, genau.
Reichlicher Blödsinn! Vor allem die SPD ist die Partei der Großkonzerne, der „sowjetischen Kombinatsanhänger“, und vor allem der Immobilienwirtschaft. Für den Mittelstand oder Handwerksbetriebe hat sich die SPD noch nie interessiert, entgegen den penetranten Äußerungen Klingbeils von der „hart arbeitenden Mitte“, zu denen die armen Dachdecker gehören! Fragen Sie mal, wie dankbar Handwerksbetriebe einschließlich der Dachdeckerbetriebe für die Durchsetzung des aktuellen Mindestlohns und der Energiepreise unter anderem aufgrund der CO2-Bepreisung von Energie sind!
Machen Sie sich mal mit der „Neuen Heimat“ als – pleite gegangenem – gewerkschaftseigenen Wohnungs-/bauunternehmen und der schamlosen Korruption von SPD-Bürgermeistern, -Abgeordneten vor allem im „Pott“ und der Bauwirtschaft in den 70ern des letzten Jahrhunderts vertraut. Und auch jetzt wechseln SPD-Granden nach ihrem politischen Aus gerne in die Immobilienwirtschaft! Einer von denen war Mumpitz, pardon Momper!
Ganz nebenbei: In der Industrie hat die SPD gemeinsam mit den Gewerkschaften für die Durchsetzung der 35-Stunden-Woche stark gemacht und diese durchgesetzt. In der SPD-Zentrale mussten die Mitarbeiter dann bisher schon mal 37 Stunden arbeiten. Und jetzt sollen die Mitarbeiter aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse der SPD 40 Stunden pro Woche arbeiten, darüber hinaus nach Kündigung der Arbeitsverträge zu geringeren Gehältern!
Wer sich noch erinnert, weiß, daß Wowereit damals in das Abstimmungspaket seine bescheuerte Bibliothek mit reingepackt hat. Deshalb habe ich auch dagegen gestimmt. Das tat mir aber weh, denn die Bebauung mit Wohnungen hätte ich sehr begrüßt. Aber ich wollte diesem hinterhältigen Trick des Regierenden nicht zum Erfolg verhelfen. Natürlich ist es notwendig zu bauen. Die Nichtbebauung kann ja nun außerdem nicht für alle Zeiten gelten. Damals war es eine bindende Willensäußerung. Aber heute ist das überholt angesichts der drastischen Wohnungsnot. Da helfen auch keine links populistischen Ausfälle wie “ da wollen sich nur cdu-Politiker die Tasche voll machen“. Also: Gesetz ändern und dann ran an das Werk!
Stimmt, an die Bibliothek erinnere ich mich auch noch. Und auf einmal war die ganze Stadt mit Plakaten voll mit Sprüchen wie „Gedanken müssen fliegen“. Das war damals das Zeichen für mich, dass hier jemand absolut keinen Plan aber zu viel Geld übrig hat. Ich habe dann auch „nein“ gestimmt, unter Schmerzen. Es stimmt auch, dass man die Fläche nicht einfach so lassen kann wie sie ist. Das ist nicht zu rechtfertigen, wir brauchen Wohnungen, Kultur- und Sportflächen, Bildung, öffentliche Einrichtungen, Gewerbe (nicht unbedingt Büros)… Aber dafür muss es eine vernünftige planerische und gesetzliche Grundlage geben, die eben nicht alles wild mit irgendwelchen Architektenphantasien zuballert, sondern die alle Belange einbezieht. Auch die wichtige stadtklimatische Rolle des Feldes.
Allerdings wäre es sehr notwendig, insbesondere Mietwohnungen zu bauen, die von bürgerlichen Familien in ihrer Startphase bezahlt werden können. Es kann nicht immer nur für Betuchte einerseits und mittellose Transferempfänger andererseits geplant werden.
Den Damen und Herren der adligen Großbevölkerung reicht aber nicht eine Restfläche, die fast nochmal einmal ein ganzer Tiergarten wäre. Nein, wo kommen wir denn dahin?!. Laut angeborenem Recht habe ICH, ICH und nochmal ICH alles zu bekommen, was ich fordere und das ist 100pro schon mal nicht, was Politiker, Investoren und Architekten wollen. Denn darunter geht’s nicht…Aber schön und billig wohnen will ich auch…Verkehr bitteschön nicht in der Stadt, aber die außen herumleitende und Verkehr ableitende Autobahn und TVO bitte auch nicht… Ja, und wenn man das lauthals artikuliert, nicht vergessen, dabei kräftig und hochfrequent mit den Füßen zu trampeln.
Sie kapieren es einfach nicht: Erstens gibt es ein Gutachten über die herausragende ökologische Bedeutung des Tempelhofer Feldes. Zweitens würde mich mal interessieren, wer eigentlich in der südlichen Randlage des Tempelhofer Feldes direkt neben der Ringbahn der S-Bahn und der Autobahn A100, hinter der A100 Gewerbegebiet, wohnen sollte wollen. Die, die sich die Mieten leisten könnten mit Sicherheit nicht. Und es wird nicht kapiert: Wer heute baut, muss Mieten in Höhe von mindestens 17,- € nehmen. Bis das Feld bebaut ist, werden es eher deutlich über 24,- € sein. Daran ändert sich überhaupt nichts, wenn landeseigene Wohnungs-/baugesellschaften oder irgendwelche Genossenschaften die Bauten errichten. Bauen ist zum einen wegen der energetischen Vorgaben (zum Klimaschutz), wegen sonstiger irrwitziger Bauvorschriften, der generell gestiegenen Kosten für Genehmigungsverfahren und vor allem auch wegen der generell aber vor allem auch seit dem Ukrainekrieg eingetretenen dramatischen Steigerungen der Kosten für Baustoffe deutlich teurer geworden.
Das Tempelhofer Feld ist einzigartig, es ermöglicht Veranstaltungen inmitten der Stadt, die in anderen Städten so weltweit nicht möglich sind. Die nach einer Bebauung verbleibende Restfläche könnte für das Meiste nicht mehr genutzt werden, schon wegen der Lärmbelastung, die wegen der Wohnbebauung schlicht nach den Emissionsvorschriften kraft Gesetzes ausgeschlossen wären.
In Berlin gibt es endlos viele Freiflächen, die noch bebaut werden können. Und Berlin muss sich – auch unter ökologischen Aspekten – überlegen, wie viel Zuzug man noch will und verantworten kann. Ab einer bestimmten Größe einer Stadt wird eine solche zu einem ökologischen Monster, allein schon im Hinblick auf Wasserverbrauch und Grundwasserspiegel. Nicht umsonst versinken weltweit Megegroßstädte scheibchenweise im Untergrund!
Gerade in den ostdeutschen Ländern um Berlin herum gibt es zunehmenden massiven Leerstand. Da muss man sich eben dem Gesetz von „Angebot und Nachfrage“ beugen und in die „leeren“ Regionen Deutschlands ziehen. Das gilt insbesondere für jene Massen, die in den letzten Jahren nach Deutschland eingewandert sind und sich dann einfach mal den Verhältnissen fügen müssen.
Was in London passiert, könnte auch in Berlin, bspw. auf dem Tempelhofer Feld, passieren.
Ultrareiche ausländische Investoren lassen in London massive Mengen an Wohnraum leer stehen, was die Stadt zunehmend aushöhlt und die Wohnkrise verschärft. Im Jahr 2025 waren in London 105.138 Wohnungen leer, was einem Anstieg von 81 Prozent seit 2016 entspricht, wobei 88 Prozent dieser leerstehenden Immobilien in privatem Besitz sind.
Diese leerstehenden Luxusobjekte, oft als „Ghost Houses“ oder „Buy-to-Leave“-Immobilien bezeichnet, konzentrieren sich in den teuersten Stadtteilen wie Kensington, Chelsea, Mayfair und entlang der Bishop’s Avenue („Billionaire’s Row“). Der Kauf von Immobilien primär als Wertanlage führt zu einer künstlichen Aufblähung der Preise, wodurch selbst wohlhabende Einheimische wie Bankenpartner aus dem Zentrum verdrängt werden und die Stadt sich in eine „Donut-Struktur“ verwandelt, bei der die Bevölkerung in die weniger begehrten Außenbezirke abwandert.
Ja, und deswegen bräuchte man erstmal eine Grundsatzentscheidung, was da passieren soll und eine saubere Planung, die genau sowas ausschließt. Politisch wäre es auch leichter vermittelbar, wenn man sagt: Hier kommen nur Genossenschaften und städtische Gesellschaften zum Zug. Aber, das, was jetzt immer passiert, wiederhilt genau die alten Fehler. Da fliegen wild irgendwelche Architekturzeichnungen herum, die Investoren stehen auf der Matte, und der Senat sagt: ja macht mal, wir haben keinen Bock, das Thema wirklich anzugehen.
Gut, das könnte man gesetzlich regeln. Im Übrigen bin ich für eine deutliche Anhebung der Zweitwohnungssteuer, sehr, sehr deutlich. Wir brauchen keine Skandinavier, die sich hier ihre Eigentumswohnung kaufen, um dann zu irgendwelchen Events zwei-, dreimal nach Berlin zu reisen! Das ist dekadent! Mögen die Leute in die zunehmende Zahl von Hotels gehen!
Oh boy. Sieht aus, als hätten wir nichts gelernt. Der Ausgang des Volksentscheids hatte viel damit zu tun, dass dem Senat damals niemand getraut hat (BER und so) und dass es keine wirklich ausgegorene Planung gab sondern nur wilden Aktionismus. Es gab sanftere Idee, die wurden abgebügelt. Und jetzt sind wir kwinen Schritt weiter. Architekten überbieten sich mit Entwürfen. Aber keiner startet einen Prozess, in dem wirklich die Belange der Stadtgesellschaft und die Funktionen dieser Fläche systematisch aufgenommen werden. Das kann doch nicht sein. Ich habe nichts gegen eine behutsame Bebauung. Vor allem aber muss es eine PLANUNG geben – umwelt/klimafachlich, infrastrukturell, freiraumplanerisch, wohnungsbaulich (und vielleicht gibt es andere Nutzungen). Mit gründlichen Abwägungen, mit Beteiligung und mit einer Gesetzesänderung, die wirklich fundiert ist und breiten Rückhalt hat. Auch die Frage, WER da was bauen soll, ist wichtig. Architekturentwürfe stehen dann ganz am Schluss. Ganz. Am. Schluss.
Und vielleicht noch als Ergänzung: Der hier gezeigte Entwurf ist so langweilig, konzeptlos und uninspiriert, dass ich direkt mein Frühstück wieder herausrücken will.
Baut doch im Grunewald. Der ist vor hundert Jahren ebenfalls per Volksentscheid vor Immobilienhaien geschützt worden. Selbe Gesetzesgrundlage wie beim Tempelhofer Feld, nur dass die umliegenden Viertel von einem anderen Klientel bewohnt werden. Traut sich wohl niemand ran…
Um dem Immo-Hai-Gequake den Wind aus den Segeln zu nehmen, können sich die landeseigenen WBGs dran verlustieren. Damit bleibt alles schön in der Stadt und die Heulerei hat ein Ende.
Um der ganzen Sache noch die Krone aufzusetzen, stelle ich mir immer noch Langhofs Türme hinterm alten Flughafenbogen dazu vor.
Im Innenbereich auf der anderen Seite der inneren Ringstraße könnte man locker einen 50m- bis 75m-breiten Baumring innerhalb eines Setzlingprogrammsdurch Berliner Schüler anlegen..Einjährige Trieblinge, die dem Verbiss und der Selbstauslese ohnehin zum Opfer fallen würden, durch Berliner Schüler aus den Berliner und Brandenburger Wäldern im Herbst geholt, eingesetzt, gehegt und dauerhaft während ihrer Schulzeit gepflegt…Da braucht man keine Milliarde Euro aus einem Sonderprogram sinnfrei und überteuert aus Baumschulen verbraten. Bekommt man faktisch umsonst, gibt was hautnah zu erlernen und zu erfahren und erschafft ganz nebenbei eine viel stärker sensilibisierte Generation… Sollte das laufen, kann man es dauerhaft auf die ganze Stadt ausdehnen. Ist nur ein Organisationsding, mehr nicht.